PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Sozialfahnder und die verzweifelte Suche nach dem letzten bisschen Gutem in der Welt

gepostet von PolitikBasisam 21 - August - 2008 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

Sie werden es hier nicht finden und sie werden es auch anderswo nicht finden. Das Gute, das die Bezeichnung “sozial” impliziert, ist bereits vor langerer Zeit verkauft worden. Es hilft auch keine Fahndung danach. Es geht ums Geschäft.

Neben aller Empörung die eine neue “Dokureihe” mit dem Titel: “Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln” weckt, kann sie auch besonders als Symptom eines schwindenen Rückhaltes und starken Machtverlustes der Politik und “der Wirtschaft” betrachtet werden.

Aber was steckt hinter dieser Sendung eigentlich wirklich, sind dort endlich die Guten in Form von Fahndern zu finden?

Nein liebe Leser, ich muss Sie enttäuschen, auch in dieser “Dokureihe” wird es keine Guten geben, sondern nur mindestens zwei Lager, die sich gegenseitig ausspielen lassen.

Gewinnen tuen andere, denn die Beweggründen sind Gewinnoptimierung und das Shareholder Value, von denen diese instrumentalisierten Lager aber nichts haben werden.
So wird auch nächstes Jahr sich weiter über steigende Preise geärgert, die Tafel wird weiter Zulauf vermelden und der Armutsbericht wird vom weiteren Anstieg berichten.

Ausgestrahlt auf einem privaten Sender, ist dieser Sender so wie alle “Privaten” ausschliesslich darauf bedacht, das bestehende Machtverhältnisse unangestastet bleiben und vorhandene Strukturen sich weiter zu ihren Gunsten entwickeln und so möglichst zu steigenden Gewinnen werden.

Mit ihren Werbeeinnahmen sind sie (die privaten Sender) somit Büttel der auftraggebenden Unternehmen, die sie wiederum als Werbeplattform betreiben und mit ihren Anzeigen am Leben erhalten.
Die Grenzen des “Eigentums” dieser “privaten Sender” sind somit völlig verwischt und verschleiert. Vielmehr befinden sie sich in einer Symbiose, also quasi einem meinungsbildenden Zusammenschluss von ausschliesslich gewinnorientierten Unternehmungen, in die auch die Politik mitrein gehört.
Im Grunde ist es aber hierbei besser von Abhängigkeitsverhältnissen zu sprechen, auch wenn viele das nicht wahrhaben möchten.
Der des öfteren getätigte argumentative Verweis auf mögliche, einbrechende Werbeinnahmen, bei nicht konformer Berichterstattung, lässt schon allzu deutlich darauf schliessen. Selbst wenn sie anders wollten, so könnten sie nicht…

Dieses Abhängigkeitsverhältnis ist es auch, was die Meinungsmanipulation des Volkes, des Bürgers, des Individuums vorantreibt. Der Druck der damit aufgebaut wird, dient der weiteren Gefügigmachung aller Marktteilnehmer, die in dieser Art des kapitalistischen Vorgehens wiederum in Abhängigkeitsverhältnissen stehen. Denn: wir wollen ja nicht vergessen, dass selbst diese (weniger aktzeptierte) Art eines Transferempfanges, speziell in diesem Fall z.B.: Hartz4-Empfänger, wichtige, ja sogar sehr wichtige Marktteilnehmer sind.
(Sie sind aber bei weitem nicht die einzigen, die aus dem Topf eines Steueraufkommens leben.)
Die vermeintlich große Zustimmung durch stille Duldung ist viel mehr der “Vernunft der Erpressten” geschuldet, als der Einsicht das der eingeschlagene Pfad alternativlos und der Richtige ist.

Diese Gewinnorientierung wird somit zum Selbstläufer, die sich in ihren Massnahmen, im Zuge eines Wachstumszwanges, immer höher schaukelt.

Denn die Frage ist leider fast ausschliesslich, wie man an das Geld von Menschen kommt. Dafür ist fast jedes Mittel recht und so wird auch in Zukunft noch so viel Recht gebeugt werden, dass viele noch ungläubig und mit offenen Augen selbst zum Opfer werden, wenn sie weiterhin so kritiklos funktionieren wie bisher.
Die jüngsten Vorfälle in Sachen Datenmissbrauch » sind noch nicht mal der Anfang, vielmehr sind wir schon mittendrin, und es lässt dabei nichts Gutes erahnen.

Ist aber erstmal ein nenneswerter Betrag zusammengekommen, ist die Frage nach dem “WIE” ohnehin letztendlich egal, denn nun stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel oder einbrechende Steuereinnahmen, weil die Drohung der Abwanderung des gebildeten Kapitals im Raum steht und damit sind auch Dividenden der Shareholder gemeint.
Dementsprechend sind z.B. im Fall Zumwinkel die Urteile vergleichsweise mild und die Berichterstattung auch eher freundlich.
Eine Dokureihe, zur besten Sendezeit jedenfalls, wird es für diese Fälle dort nicht geben. So reicht eine Beteiligung an einem der werbetreibenden Unternehmen in Form von Aktien z.B., oder einem Lohnarbeitsplatz, um an dem Sendeformat und der Art der Berichterstattung indirekt beteiligt zu sein und ihr mit einiger Wahrscheinlichkeit auch eine Zustimmung auszusprechen.

Hier treffen wir also schon wieder auf Abhängigkeitsverhältnisse, wobei die Frage nach der Vernunft schon viel zu spät gestellt würde.
Eine wirklich vernünftige Frage jetzt noch, wäre höchstens ein: “Wie konnte es soweit kommen?”.

Um diese Strukturen am Leben zu halten und auszubauen, bedarf es der Teilung (ein Aufhetzen) der öffentlichen Meinungen und Schichten.
Unter diesen Gesichtspunkten gilt es nun diese angebliche “Dokureihe” zu betrachten. Der Titel “Gnadenlos gerecht – Sozialfahnder ermitteln” ist wie immer, wenn es um schnelle einfache Manipulation und Propaganda geht, einfach gehalten und mit schlichten Schlagworten besetzt.
Und so gilt es diese “Dokureihe” dort einzuordnen wo sie hingehört: allein, sie verdient den Namen “Dokureihe” schon nicht: Vielmehr ist sie ein Werkzeug zum Erhalt und der Verschärfung vorhandener Machtstrukturen. Wer sich, in welcher Form auch immer dafür hergibt, wird weiter an der Schwächung seiner Position arbeiten, bis es ihn, oder seine folgenden Generationen erwischt, denn der Wachstumszwang macht nicht vor ihm Halt, sondern ihn, mit seinem “funktionieren”, zum geeigneten, zukünftigen Opfer.

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