PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die August, 2008

Überall “Experten”

gepostet von PolitikBasis am 6 - August - 2008- 1 KOMMENTAR

Experten möchten den Gläubigen die Welt erklärenFrüher hieß es: “Halt Du sie dumm, ich halt sie arm” wenn Priester, Prediger und Kirchenoberhäupter den Menschen ihr Dasein, ihre Situationen, und ihre Lebensumstände mit reichlich religiösem TamTam erklärten. Heute nennen sich die Pfaffen der Moderne einfach “Experten”, und mit nicht weniger TamTam verkünden sie z.B. wirtschaftliche Auf- und Abschwünge.
Sie dürfen weder in kleinen Reportagen und Talkshows fehlen noch in publizistischen Veröffentlichung und auch, oder gerade in Doku-Soaps nicht, treffen sie doch dort noch am ehesten auf ein williges, dankbares Klientel, das vor lauter Ehrfurcht über diese geballte Ladung Intelligenz und Authorität, diesen “Experten” an den Lippen klebt.

Ein “Experte” braucht auch nichts weiter als die Bezeichnung “Experte” um als solcher wahrgenommen zu werden. Ihn umweht, allein Kraft seiner Bezeichnung, der Hauch von Wissen, Weißkittel und Forschungslabor.
Doch, was ihn wirklich dazu befähigt ein “Experte” zu sein, bleibt oft genug ein Geheimnis und das ist wohl auch besser so, sonst würde so manchem Experte ganz schnell die heiße Luft ausgehen.

Ihre Hauptaufgabe scheint sich neuzeitlich weniger auf die (Er)Klärung von Sachverhalten auf Basis wissenschaftlich fundierter Kenntnisse zu stützen, als mehr dem Thema einen wissenschaftlich-seriösen Anstrich zu geben, also eine Art Schauspielerei, die eine These noch das letzte Quäntchen Überzeugung geben soll, und so dem Zuschauer, oder dem Leser, eine logische und selbstverständliche Haltung impliziert.
Oder auch anders gesagt: “Die Welt (oder z.B. die Wirtschaft) ist nun mal so, weil ich es sage und ich der Experte bin….”. Tja dann…

Doch auffallend oft geht es auch mehr um das Beschreiben eines bereits eingetretenen Sachverhaltes, was nicht unbedingt kompetenter wirkt, eher im Gegenteil, denn jeder kann es sich auch selbst mit dem Satz erklären: “im Nachhinein ist man immer schlauer”.

Besonders gerne werden “Experten” gezielt als Wirtschaftskommentatoren eingesetzt, wenn der eine oder andere Sachverhalt dem Volke als unabänderlich und alternativlos verkauft werden soll oder/und Zukünftiges in allerlei erdenkliche Richtungen herumorakelt wird.
Kein Wunder das dann sogar der eine oder andere dieser Experten, oder auch mal eine ganze Expertenrunde einen Treffer landet. Diese Gruppen werden dann vorzugsweise auch zu “Wirtschaftweisen”..

Nur grau ist alle Theorie, wenn das angeblich vorhandene Wissen wirtschaftlicher Zusammenhänge in Abschwüngen und Niedergängen mündet. Die Zeit auf den Universitäten scheint also so ziemlich verplempert worden zu sein, ebenso wie ihre Wichtigkeit und ihr Nutzen in der Gesellschaft wohl ständig überbewertet wird.
Denn was nutzen alle Experten, wenn sie sich in Ihren gegensätzlichen Prognosen gegenseitig aufheben und somit nichts anderes bleibt als “ihre Meinung”, die richtig sein kann oder auch falsch. Demnach wäre jeder Forenuser ein Experte.

nehmen wir z.B. diesen Absatz eines aktuellen Themas:

Abschwung hat auch deutsche Wirtschaft erfasst »

Der Abschwung hat die Wirtschaft weltweit und in Deutschland erfasst. Die Folgen der Finanzmarktkrise, der hohe Ölpreis und der starke Euro belasten das Wachstum und nähren Sorgen vor einer Rezession. Der ehemalige Chef der US-Notenbank Fed, Alan Greenspan, malt ein dramatisches Bild der weltweiten Bankenkrise, die die Konjunktur in die Misere stürze. “Diese Krise ist anders – ein Ereignis, wie es ein- oder zweimal pro Jahrhundert vorkommt”, schrieb Greenspan in einem Beitrag für die “Financial Times”. Nach Einschätzung von Volkswirten ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stärker geschrumpft als bisher befürchtet. Experten warnen aber vor übertriebener Schwarzmalerei.

“Experten warnen aber vor übertriebener Schwarzmalerei”…nun das können sie natürlich, aber das kann jeder, denn ganz profan gesagt und mit einer Sicherheit auf die sich jeder dieser modernen Wirtschaftsexperten gerne beruft, ohne große Gefahr laufen zu müssen eine falsche Prognose abgegeben zu haben, ist es einmal mehr die simple Erkenntnis: “Das Leben geht weiter,” ….der Markt geht weiter und sogar ein Kapitalismus geht weiter, … auch ohne “Experten” und das schon sehr lange…

Ihre PolitikBasis.

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Stilblüten eines prosperierenden Arbeitsmarktes

gepostet von PolitikBasis am 4 - August - 2008- 1 KOMMENTAR

Der bejubelte Aufschwung am Arbeitsmarkt – eigentlich müßte es ja Lohnarbeitsmarkt heißen, aber das ist ja mittlerweile schon völlig egal, solange es angeblich schon “sozial ist, was Arbeit schafft” – :P , trägt weiter süsseste Früchte.

Neben dem Missbrauch der Ein-Euro-Jobs (Heftige Kritik an den Job-Centern &raquo) bringt der “allmächtige Markt” nun ganz neue, lukrative und besondere Einnahmequellen hervor – Zitat:

» Rechtschreibfehler, wahllose Adressen, fehlende Anlagen: Im Auftrag von Arbeitslosen verschickt eine Berliner Agentur Bewerbungen, die vor Fehlern nur so strotzen. Das Unternehmen weist alle Vorwürfe zurück – und zeigt doch, wie bei der Arbeitsvermittlung Geld verschwendet wird. «

Hoppla, aber nicht das in diesem Zitat des Spiegel-Online der falsche Eindruck entsteht das Arbeitslose vorsätzlich den Auftrag dazu gegeben hätten…

Aber lesen Sie selbst:
“Wie Jobvermittler Arbeitssuchende abzocken” »

Walter G. suchte Arbeit als Fahrer, und die Privatagentur sollte ihm dabei helfen. Für eine Gebühr von fünf Euro pro Anschreiben versandte sie – so Walter G. – massenhaft fehlerhafte und unvollständige Bewerbungen.

Das in den Medien immer wieder auftauchende, laute Beklagen der Personalleitungen über unqualifizierte Bewerber, erscheint doch so direkt in einem ganz neuen Lichte und sollte in Zukunft noch kritischer betrachtet werden. Ebenso die Rechtfertigung bei Zahlung von Hungerlöhnen, die dann durch den Steuerzahler aufgestockt werden müssen.

Wie bringe ich das mit Clements deftiger Schmarotzerdebatte », die er seinerzeit gegen die angeblich 20% ALG2-Missbräuchler richtete (und damit ein Präkariat schaffte und brandmarkte) und seinem derzeitigen trotzigen Anspruch weiter in der SPD zu bleiben, nach dem er die Grundlagen für ein anderes Schmarotzertum, nämlich das, von Teilen der Unternehmernschaft, welches er mit der Agenda2010 gerade erst geschaffen hat, blos in Einklang mit dem arroganten Getue und dem Gefasel von “Eliten und Leistungsträgern”, zu denen er und andere, sich anscheinend zählen lassen möchten?

Ich weiß es nicht und wahrlich, ich bemühe mich ernsthaft Respekt diesen angeblichen Eliten und Leistungsträgern entgegen zu bringen, doch es entlockt mir höchstens nur Hohn und Spott.

Was kann ich blos tun? :wink:

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Ronald Pofalla in seinem “traditionellen Sommerbrief”:

“CDU hat klaren Kompass zur Lösung der anstehenden Herausforderungen” &raquo

*prust :mrgreen:…also bitte, was soll denn das für eine Aussage sein…Ich mein, ich weiß ja, dass die Parteien im ständigen Wahlkampf und in einer Tour auf Verkaufsfahrt (ähnlich den der Zeitschriftenwerbern oder obskuren Finanzdienstleistern) sind, aber muss man diese ständige plumpe Manipulation auch noch so offensichtlich zur Schau stellen..
Wo solls denn hingehen?Der schnelle Leser soll natürlich nicht weiter darüber nachdenken, was da gerade mit diesem Einzeiler an seine Hirnzellen gelangt ist.
Es reicht wenn er die Wörter “klar” und “Kompass” mit “Richtung” in Verbindung bringt und daraus
CDU = “klare Richtung/Kurs” macht. Das Wort “Herausforderungen” dient noch dazu mutiges, entschlossenes Handeln zu signalisieren, in Verbindung mit “Lösung” ist es dann selbsterklärend.

Von einem “klaren Kurs”, – wie uns dieser Einzeiler auf den ersten Blick glauben machen will dass er vorhanden wäre -, spricht aber hier geflissentlich niemand.
Und somit gibt es das Kleingedruckte gleich mit dazu, weil es in diesen komplett austauschbaren Textbausteinen direkt eingebaut ist: von einer verbindlichen “klaren Richtung” oder dem besagten “klaren Kurs” war ja, wenn’s drauf ankommt, nie die Rede.

tztz, und ich soll wirklich solchen Leuten mein Vertrauen geben und ihnen mein weiteres Schicksal in die Hand..lo, also, “what part of NO don’t you understand?!”

“CDU hat klaren Kompass zur Lösung der anstehenden Herausforderungen”…?

Nichts genaues weiß man nicht, eine Richtung hat man nicht aber einen Kompass. Ein Gerät dass immer nach Norden zeigt…aber sonst jede Richtung offen lässt. Aha, sehr subtil :???:. Aber das Glas scheint klar zu sein, immerhin!

Der Rest dieses “traditionellen Geschmie…ähm Sommerbriefes” ist die übliche Selbstbeweihräucherung, was man alles mit einem Kompass aber ohne Kurs erreicht hätte. Dabei heisst das nichts anderes als:
“Wir reagieren ohnehin nur auf das was da so geschehen mag, was anderes können wir nicht tun, als euch potentielle Wähler mit manipulativen Sinnsprüchen bei Laune zu halten, die aber keine weitere, tiefere Funktion haben als euch das Hirn zu verkleben, damit ihr uns wiederwählt.”

Und so geht das in einer Tour, jahrzehntelang..

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Die Freiheit der liberalen Mitte ist in Gefahr….

gepostet von PolitikBasis am 2 - August - 2008- 1 KOMMENTAR

…macht aber nichts, denn sie werden es auch diesmal wieder nicht merken wenn ihr eigener Handlungsspielraum immer kleiner wird und weiter vehement ihren ökonomischen Gesetzmässigkeiten huldigen, hauptsache ihr “Kapitalismus” wird nicht kritisiert.

Die Deutschen werden durchnummeriert »

Es ist die größte Versandaktion in der Geschichte der Bundesrepublik, die Bundesregierung wird 82 Millionen Briefe mit einem Gesamtgewicht von 1000 Tonnen verschicken. Jeder Bundesbürger wird dann eine neue Steueridentifikationsnummer haben.

Die Quittung kommt nochRational ist diese Duldung zwar nicht mehr, dafür bleiben aber ihre beliebten Worthülsen wie z.B.:
“freier Markt”, “Leistungsgesellschaft”, “Wachstum” und “jeder ist seines Glückes Schmied” für weiteres Rumschwadronieren (z.B. in Talkshows oder Foren) unangetastet.
Liechtenstein, Schweiz, Kontenverschiebungen, etc. pp. – alles keine Optionen mehr, denn die die neuen Steueridentifikationsnummern werden zukünftig dafür sorgen, dass selbst die Verfechter des totalen Kapitalismus, keinen Handbreit mehr ihre “Freiheit” geniessen können.

Ich bin ja nun sicher kein Fürsprecher von Steuerhinterziehungen und anderer Finanzvorenthaltungen im Stil der Konsorten eines Zumwinkels, aber der Preis der Eindämmung ist so hoch, dass ich dann doch lieber, im Namen der “Freiheit” zunächst gewähren lassen würde, als das Rad immer weiter zu drehen und die Menschheit langsam aber sicher in totale Abhängigkeit und Kontrolle zu manöverieren.

Jeder noch so nutzlose Müll wird hochglanzbeworben, aber ein Appel über die
Medien und eine breite öffentliche Diskussion, die evtl. ein (kritisches) Bewusstsein schaffen würde hin zu mehr Ehrlichkeit, Gemeinschaftssinn, rücksichtsvollerem Umgang etc. pp. wir nur als Gutmenschentum abgetan und die Idee allein schon auf dem Altar der Profitmaximierung geopfert.

Und nicht nur die Freiheit dieser seltsam devoten “liberalen Mitte” wird weiter abgebaut werden, sondern aller, nur ist gerade für sie – als besonders Betroffene, weil noch recht finanzkräftig – die Kritik anscheinend keine Option, könnte man sich doch dem Verdacht aussetzen auf einmal zuweit “links” zu stehen.

Dass sie sich aber wieder einmal damit keinen Gefallen tut, ist der Blindheit geschuldet, mit der sie schon immer geschlagen war.

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Clement geht, die anderen Schmarotzer bleiben…

gepostet von PolitikBasis am 1 - August - 2008- KOMMENTAR+

W.ClementWenn es um Clement geht, kommen wir nicht umhin uns nochmals in Erinnerung zu rufen auf welche Art und Weise die Agend2010 und mit ihr Hartz4 durchgebracht wurde, um dem dafür, über Presse und Medien, instrumentalisierten “anständigen” Bürger nicht sagen zu müssen, dass es ihn bis 2010, nach und nach, so richtig selbst erwischt und er sich im Niedriglohnjob oder Zeitarbeit mit deutlicher Armutsperspektive als Präkariat wiederfinden wird.
Lieber wurde und wird in Talkshows bei Systemalternativen und Veränderungen bei drohendem Machtverlust mit dem Satz “Wer soll das bezahlen?” abgewiegelt:

8.11.2005 – Der scheidende Wirtschaftsminister Wolfgang Clement präsentierte zu seinem Abschied aus dem Wirtschaftsministerium eine Broschüre unter dem Titel “Vorrang für die Anständigen”. In dem Traktat beschimpft und beleidigt der noch-Minister die Opfer des Sozialabbaus in Deutschland. Für Clement sind rund 20% der Arbeitslosengeld- II-Bezieher Menschen, die “die Melkkuh Sozialstaat rücksichtslos mißbrauchen”.

“Vorrang für die Anständigen” :mrgreen:
Quelle: Von Parasiten und Heuschrecken – eine deutsche Debatte »

3 Jahre später, wir schreiben das Jahr 2008.
Die Realität hat viele bereits eingeholt und es tritt zu Tage, was vorauszusehen war, aber verdrängt wurde und lieber mit dem damalig geschürten (FastFood) Gefühl übertüncht wurde, besser zu sein als ein “Präkariat”:

25.07.2008 – Miserables Zeugnis für die Arbeitsagentur: Arbeitssuchende würden nicht beraten und mit Ein-Euro-Jobs werde im großen Stil Missbrauch getrieben.

Quelle: Heftige Kritik an den Job-Centern »

Ja Sapperlot, wie ist denn das möglich! Sollten die “Schmarotzer” und das “Präkariat” etwa in ganz anderen Reihen zu finden sein.
Natürlich sind sie dort und anderswo zu finden, sie sind überall.
Wolfgang Clement hat ja mit seiner damaligen Kampagne ganz schnöde und simpel der aufkommenden Leiharbeitsentwicklung zugearbeitet und darauf hin einen Aufsichtsratposten in der DIS – Deutscher Industrie Service » erhalten.
Also quasi das Vorgehen eines “Schmarotzers”, in der freudig erregten Erwartung auf die Erhöhung eines, seines Gewinns…wir können das Kind doch ruhig beim Namen nennen. Die Triebfeder ist ja keine andere. :)

Was macht aber den Unterschied zwischen dem Präkariat und z.B. ihm, einem angeblichen Leistungsträger?
Es ist nicht etwa Intelligenz oder Leistung oder Leistungsbereitschaft wie uns die oftmals instrumentalen Audrücke suggerieren wollen, sondern ganz einfach die Position in der Gesellschaft.

Nun kann man natürlich darüber philosophieren ob die Position in der Gesellschaft auf Grund von besserer Leistung und höherer Intelligenz erreicht wurde, was aber müssig ist, weil wir selbst eigentlich schon wissen, dass selbst höchste Bildung und Mengen an Geld nicht das Präkariat und den Schmarotzer in uns verschwinden lässt und alles was und diese negativer Dissonantz schwächer werden lassen soll, nur hilflose und durchschaubare Rechtfertigungsversuche sind. Auch für einen Wolfgang Clement.

Es reicht kein Sack voll Geld, kein Aufsichtsratsposten und keine, nur auf den ersten Blick “gute” oder besondere gesellschaftliche Position um nicht Präkariat zu sein. :)

…tschüss Wolle…

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