Nein, es geht nicht um Weltherrschaft, um auftragerteilende Webstühle oder dem menschheitsgefährdenden, allesumfassenden Katastrophen-Showdown, Gran Torino ist eher eine Episode gesellschaftlichem Lebens wie sie überall stattfinden könnte.
Rassistische Ressentiments werden bedient, sie brauchen sich in diesem Film aber auch nicht hinter einer heuchlerischen Fassade eines Gutmenschentums zu verstecken, denn sie machen ihn gerade aus.
Gran Torino ist kein pompöser, lauter Film. Das muss er auch nicht sein, denn der Film lebt durch Clint Eastwood, der als grantiger alter Mann überzeugend die Klischees bedient. Meiner Ansicht nach hätte er in seiner Rolle noch einen Tick kautziger sein können. : ). Die Dialoge witzig, die etwas durch die zum Teil hölzern wirkende, deutsche Synchronisation das letzte Quäntchen “Coolnes” vermissen lassen.
Die Handlung zeigt erfrischender Weise nicht die zweifelhaften “Heroen” einer Gang in Michigan, sondern das Äquivalent, also den Blick auf die Opfer, Clint Eastwood mittendrin, der sich nur zögerlich einer Seite anschließt. Mit genug Dreck am Stecken, in seiner Vergangenheit, um ihn im Handlungsverlauf nicht unnötig auf ein Podest zu heben.
Ein angenehmes Tempo im Handlungsverlauf ohne Spezialeffekte und Aktioneinlagen, ein ordentlicher Beweis dass es auch ohne geht. Spannend, unterhaltsam, kurz: gepflegtes Kino.
Wertung: 7/10
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