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Die Rentengarantie – Anspruchsdenken einer sich auflösenden Generation – ein Nachruf

gepostet von PolitikBasisam 12 - Juli - 2009 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

Die jetzige Rentnergeneration ist gut erzogen: ganz im Sinne einer Markthörigkeit sind sie erstklassige Konsumenten, anspruchsvoll, und wenig politisch hinterfragend. Eine Wahlgeneration, die Jahrzehnte lang brav darauf konditioniert wurden ihr Kreuz dort zu machen, wo es schon die Generation vor ihnen tat.

Ein Segen also für die sogenannten “etablierten Parteien” und für ihre Zeit des Wirtschaftsbooms der 50 – 70er Jahre genau das Richtige. Aber nicht gerüstet für die Zeiten in Krisen. Es fehlt nun an Demut, Flexibilität und einer Portion an Unsicherheit. Versäumt wurde auch, Kinder heranzuziehen, die sich ihren Eltern verantwortlich fühlen und so nun ein Hort der familiären Zuflucht sein könnten.
Einen Vorwurf lässt sich daraus aber nicht ableiten. Ebenso wenig wie einer Frage der Schuld. Der Auflösungsprozess ist aber im Gange und macht den Parteien sichtlich zu schaffen.

In einem Kommentarforum beschrieb ein User Namens “Bumerang”, in einem Dialog, seine Sicht der Problematik, drückte sich aber anders, sprich: weniger charmant, aus:

[...] Wie sich die wählende Rentnergeneration verhält: Sie sind Rachsüchtig und rein egoistisch eingestellt, zumindest der weitaus grösste Teil. Wie äussert sich das?

Blockieren von neuen Gesellschaftssystemen wie Grundgehalt etc. Obwohl es ohne Neuausrichtung nicht klappen wird dieses sinkende Schiff zu retten, sagt der Rentner: “Ich musste für alles hart arbeiten, warum sollen es andere leichter haben als ich?” Dann wählen sie die CDU und andere Verräterparteien die auf knallharte Wirtschaftspolitik aus sind.
Dabei geht es nicht um leichter, sondern um unsere Zukunft. Aber die haben die Rentner ja schon hinter sich. Das ist nur eins der Probleme.
Dann die Hartz4 Politik. Immer hört man von Rentnern: Keinen Sozialismus, sondern knallharten Kapitalismus. Für mich die Konsequenz: Rentner enteignen, entsorgen und für die Zukunft der Menschheit planen. Im Kapitalismus, den die Alten so gut finden, ist dann alles erlaubt. 3.Weltländer ausbeuten, lügen, betrügen, morden und weitere schöne Dinge. Dann ist es nur konsequent, dass wir auch kapitalistisch handeln. Abseits der Menschenrechte.

Nicht anders lässt sich die von der SPD vorgeschlagene Rentengarantie erklären, die noch einmal das Anspruchsdenken einer alternden Wählerklientel bedienen möchte. Es wird das letzte Mal sein.

Wir brauchen uns aber auch jetzt nichts vorzumachen, begehen wir also lieber nicht den selben Fehler wie es die Generation vor uns getan hat, und fallen auf das plumpe Gerede einer Politikerkaste herein: Eine sogenannte Rentengarantie kann es nicht geben.
Wie auch, wenn solche Ideen und Programme nur zu einer neuen Legislaturperiode verhelfen soll. Zu garantieren ist da nichts. Das Kapital wird, wenn es weiter so wütet, an den Staus Quo (einer Rente) herangehen und ihn sich schlicht einverleiben, bzw. irgendwelche Ansprüche werden kurzerhand aufgelöst.
Argumentiert wird dann unteranderem mit Demographie, Verlängerung der Lebenszeit und zukünftigen, präkeren, wirtschaftlichen Situation. Es wird kein anderes politisches und wirtschaftliches Vorgehen sein, als das einer Agenda2010 und der jetzigen Wirtschaftskrise. “Alternativlos” wird das Schlagwort von Erklärungen seitens passender Experten sein.

Desweiteren ist es natürlich leicht etwas zu garantieren was ohnehin kaum der Rede sein wird. Immer mehr Brüche in der Erwerbsbiographie und die sich ausweitenden Niedrigstlöhne werden dafür sorgen, daß Rentenansprüche kaum über Sozialhilfesatz hinausreichen. Und dieser Sozialhilfesatz ist bekanntlich nicht garantiert und lässt sich ohne Probleme immer weiter neu und nach unten hin “defienieren”. Ein Wahlversprechen muss damit also nicht gebrochen werden – nach allerelei Änderungen und Anpassungen. Wen kümmerts aber auch in 20 Jahren noch.

Es ist Zeitenwende und eine nun neue Rentengeneration ist im Anmarsch: Die jetzt 20 – 35 Jährigen wissen, daß sie nichts zu erwarten haben.
Eine Krisengeneration entwickelt sich, die auf Konsum und Spass nicht verzichten wird, dabei aber wissentlich in Kauf nimmt im Alter nicht auf einen Staat zu pochen. Sie wird soweit möglich selbst vorsorgen und ihre Unsicherheit und Skepsis hinsichtlich der Allianz aus Politik und Wirtschaft den kommenden Generationen mit auf den Weg geben, was sich wiederrum in den Wahlergebnissen wiederspiegelt.
Genau das Richtige also für diese Zeit. Und wenn ihre Zeit gekommen ist, wird sie sich anhören dürfen, welche Versäumnisse sie zu verzeichnen hat.

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