Und ich wurde nicht enttäuscht, denn wer bis zum Ende durchhält, bekommt eine coole Story präsentiert.
Fantasy, wie auf dem Cover angegeben, ist dieser Film aber genauso wenig wie Science Fiction. Eine Klassifizierung die für diesen Film manchmal herumgeistert. Eher ist er anzusiedeln im Thrillergenre. Franklyn ist ein Episodenfilm. 4 Handlungsstränge sind miteinander verwoben und stiften gepflegte Verwirrung. Zusätzlich wechseln die Schauplätze zwischen dem London der Neuzeit, und der barocken, düsteren “Meanwhile-City”, einer von Religiosität beherrschten Parallelewelt. Dort kämpft der Atheisten Preest (R. Phillippe) einen einsamen und vermeintlich mutigen Kampf gegen gesetzestreue Schergen, beflügelt von dem Plan den “The Individual” auszuschalten. Ein Rachefeldzug, denn dieser “The Individual” soll nämlich ein kleines Mädchen auf dem Gewissen haben.
Hier kömmt der 2. Handlungsstrang ins Spiel, in dem ein Vater (B. Hill) in London seinen Sohn sucht, und auf die selben Leute trifft wie der Atheist Preest in Meanwhile-City.
Der 3. Handlungsstrang wird von der schizophrenen Kunststudentin Emilia (E. Green) ausgefüllt, deren Handlung nicht minder interessant ist; sie bekommt aber erst zum Ende des Films ihre Rolle in der ganzen Verflechtung zugeteilt. Last but not least haben wir noch den Milo (S. Riley), im 4. Handlungsstrang, der nach einer geplatzten Hochzeit einer Sandkastenliebe Sally hinterherläuft. Auch hier ist aber nicht alles in Butter und so wie es scheint. ;)
Es gibt Szenen, die auch am Ende nicht komplett aufgeklärt werden, wie die Rolle des Pristers im Obdachlosenheim. Glücklicherweise sind sie für das Verständnis am Ende nicht zwingend erforderlich. Schauspielerisch gibt es nichts zu meckern. Überzeugend werden die die interessanten Charaktere dargestellt, und nur manchmal schleicht sich bei mir das Gefühl ein, daß der Plot um “Meanwhile-City” mehr ein schmückendes Beiwerk ist. Aber nur manchmal, denn ob der Film ohne auch funktionieren würde, ist zweifelhaft. Auf jeden Fall würde er einen Teil seiner gelungenen Düsterheit verlieren.
Fazit:
“Franklyn” ist kein Film zum nebenbei schauen. Da ist negative Kritik schon vorauszusehen. Aber wer sich darauf einlässt bekommt einen ungewöhnlichen Film, jenseits vom gängigen Popkorn-Kino. Mir hat er gefallen, deswegen gibt es auch eine 8/10.
Wertung: 8.0/10
Franklyn – Die Wahrheit trägt viele Masken
Darsteller: Eve Green, Sam Riley, Bernard Hill, James Faulkner, Stephen Walters u.a.
Regie: Gerald McMorrow – Drehbuch: Gerald McMorrow
GB 2008 – circa 98 Minuten
| Preis: | EUR 19,99 EUR |
| Neu ab: | EUR 9,99 Auf Lager |
| gebraucht ab: | EUR 7,46 Auf Lager |
| Erscheinungstermin: | 20.08.2009 |
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Hallo,
ich habe diesen Film gesehen und war begeistert.
Ryan Phillipe habe ich übrigens nicht erkannt. Dazu war er zu gut zurecht gemacht. So abstrus im Anfang die Storie auch ist, ihre Dichte ähnelt V wie Vendetta, der nichit einmal halbwegs so komplex gestrickt war.
Ich liebe gute Filme – aber dieser war eindeutig richtig bei Fantasy einsortiert, wenn man am Schluß erkennt, wie weit der Wahn von Religiös verbrämten Geistern geht. An für sich ist das ein sehr religionskritischer Film – und da verwundert es auch nicht, das er in BRD nur auf DVD erschien. Im Kino habe ich damals nämlich nichts über ihn gesehen (streng katholisches Bistum, das zum Erzreaktionärstum neigt, obwohl es nicht bayrisch ist).
Es gibt aber für jede der Geschichten am Schluß eine eigene Interpretationsmöglichkeit – außer der Lösung selbst, die schon Spitze war. Und jede weitere Interpretation öffnet Fenster auf Sichtweisen, die man normalerweise nicht hat.
mfg
[...] sich vieles mit der Zeit dann doch, nur leider ist die Erzählung nicht so elegant gelöst wie bei Franklyn, wo sich das Ganze zum Ende hin, in ein logisch nachvollziehbares Konstrukt zusammenfügt. [...]