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Amokläufe & S-Bahn-Attacken – Sind sie gut für Arbeitsplätze und Steuereinnahmen?

gepostet von PolitikBasisam 20 - September - 2009 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

magazinNach dem marktradikale Ideologien einen Großteil aller zeitlichen und zwischenmenschlichen Ressourcen der Menschen verbraucht, und sie allein auf “Geld” und “Konsum” heruntergebrochen haben, werden als Konsequenz familiäre Beziehungen und Erziehung vernachlässigt. Diese Versäumnisse möchte die CDU und ihr bayrisches Anhängsel die CSU, mittels immer mehr Kontrolle kompensieren:

Angela Merkel reagiert auf die S-Bahn-Attacke in München und den Amoklauf von Ansbach: Die Kanzlerin will mehr Polizeibeamte und einen Ausbau der Videoüberwachung. “Der Staat muss den öffentlichen Raum schützen”, fordert die Regierungschefin. Sonst würden immer mehr Bürger bei Straftaten wegsehen.

Quelle: Tödliche Attacke in Münchner S-Bahn »

Dass die Vorkommnisse ihren eigenen politischen Entscheidungen zu Grunde liegen, scheint für die Dame und Herren unvorstellbar.
Aber: es scheint auch nur so. Denn es ist schon anzunehmen, daß sie sehr genau um die Konsequenzen ihres Tuns wissen. So birgt Opportunismus auch immer eine “Chance”, aus negativen Entwicklungen wieder etwas positives zu kreieren, zumindest für sich selbst und seinen Machterhalt.

So lassen sich z.B. aus der wachsenden Verrohung und Gewaltbereitschaft einer Gesellschaft Märkte generieren (private Sicherheitsdienste z.B.), die wiederum für Arbeitsplätze, z.B. im Vollzug sorgen, um so den Kreis zu schließen, zwischen dem CDU Slogan “Wachstum schafft Arbeitsplätze” oder einem “Sozial ist was Arbeit schafft”.

Was meinen Sie: braucht Deutschland mehr Polizisten?

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Ergebnis »

Natürlich möchten sie auch sogenannte “Killerspiele” verbieten, um einer sich eventuell immer schneller drehenden Gewaltspirale entgegenzuwirken, doch birgt Opportunismus auch das Dilemma keine moralisch einwandfreie Entscheidung treffen zu können. Wenn nämlich andererseits die Steuereinnahmen und Aufträge von Spiele-Entwicklerstudios, Werbeagenturen und weitreichende Verflechtungen in diese Branchen hinein, von Lockheed – Martin, Boeing, bis American’s Army bzw. United States Army, wegfallen, inklusive den Arbeitsplätzen dort, wiegt sich der Nutzen, mit dem eines wachsenden Marktes der Kriminalisierung, schon wieder auf.
Ein Mehrwert käme käme dabei nicht heraus, im besten Fall wäre es ein Nullsummenspiel.

Und das ist was die Entscheidungen auf eine lange Bank schiebt, und sie zu einer heuchlerischen werden lässt.
Zumal die Diskussion um Killerspiele, von Regierungsseite aus, mit Vorsicht zu betrachten ist, denn ein Überschwappen auf die üppigen Gewaltdarstellungen in Filmen und Fernsehen gilt es zu vermeiden. Die Filmindustrie hat wohl nicht minder Einfluss auf eine Gewaltbereitschaft, ist vielleicht sogar der Motor für neue
“Innovationen”, muss aber aus der Debatte herausgehalten werden, weil ein Schlingerkurs dort, eine Lawine in Gang setzen würde, die einen ganzen Industriezweig zu Fall bringen könnte.

Und so wird auch hier nur gegengerechnet wieviel Gewalt vertretbar ist um Arbeitsplätze nicht zu gefährden, Steuereinnahmen nicht wegbrechen zu lassen, immer in Abwägung der Zurufe verschiedenster Lobbygruppen denen es je nach Machtkonzentration nicht wehtun darf. Verlierer ist die Gesellschaft im Kleinen, die sich in Familie, in der S-Bahn, Schule, in öffentlichen Räumen und andern Lokalitäten ohnmächtig, immer mehr solchen Ereignissen gegenüberstehen sieht.

Gewalt ist somit nicht mehr als eine kalkulierbare Größe, ein Wirtschaftsfaktor, wie die Sterbehäufigkeiten bei Rauchern und ihrer dazugehörige Rechnung zur Rentenbezugsdauer. Die Gesundheit und Unversehrtheit ist auch hier nur zweit- wenn nicht gar drittrangig.
Das Gerede darüber ist somit auch nicht eine nach moralischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten, sondern schlicht eine nach fiskalischen.

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