Es ist gemeinhin bekannt, dass mit den Gräueltaten der Nazi-Vergangenheit erzählerisch dichte Stories machen lassen die ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlen, denn sensibilisiert, von Kindesbeinen an, lässt sich beim Zuschauer, fast wie auf Knopfdruck, die eine breite Palette gesellschaftlich akzeptierter und pädagogisch trainierter Emotionen abrufen. Sie dürfen von Abscheu bis hin zu Verständnis reichen. Immerhin.
Recht harmlos beginnt die zarte Liebesgeschichte des pubertierenden 15jährigen, gespielt von David Kross (Krabat,) der sich Hanna Schmitz (Kate Winslet) verliebt. Verbittert und verbiestert und sexuell ausgehungert schleppt die sich als Schaffnerin durch den Alltag der deutschen Nachkriegsjahre. So kommt ihr der 25 Jahre jüngere Michael als Lustknabe anscheinend ganz gelegen. Nebenbei ist er auch des Lesens mächtig.
Die Romanze währt einen Sommer lang. Prägend sicherlich für den jungen Mann: die erste Liebe. Das plötzliche Verschwinden Hannas dürfte schmerzlich für ihn gewesen sein, so daß seine nachfolgenden Reaktionen bei einem unschönen Wiedersehen mit Hanna, in einem Gerichtssaal, etwas verständlicher werden.
Ganz nachvollziehbar bleiben sie aber trotzdem nicht.
Der Zuschauer wird ab diesem Zeitpunkt mit der belastenden Frage nach nach Schuld und Vergebung beschäftigt. Vorbei für ihn die unbeschwerte Zeit der nackten kopulierenden Kate Winslet. Man wird sich dabei ertappen Verständnis aufzubringen, ob ihrer Naivität, und sie eventuell gar als Opfer der Siegerjustiz ansehen.
Ob das gewollt ist?
Nun gut, Zeitsprung: Der gealterte Michael, gespielt Ralph Fiennes, dürfte sich die Jahre nach der Verurteilung Hannas mit Schuldgefühlen herumgeschlagen haben, hat er dem Gericht doch wichtige Details und Tatsachen verschwiegen. So beginnt nun die Zeit eines Versuches seiner Wiedergutmachung. Sie bleibt aber unvollständig und tragisch.
Kate Winslet erhielt einen Golden Globe und einen Oskar für ihre schauspielerische Leistung in diesem Film. Durchaus zu Recht wie ich meine. Aber auch die anderen Darsteller liefern eine ordentliche Leistung ab.
Fazit:
Erzählerisch etwas zäh und streckenweise etwas langatmig ist der Film doch aufwühlend inszeniert und musikalisch passend untermalt, so daß er seine Wirkung nicht verfehlen dürfte. Die Damen halten die Taschentücher bereit und die Herren kehren ihren harten Kern raus.
Wertung: 6.0/10
Der Vorleser
Darsteller: Kate Winslet, David Kross, Ralph Fiennes u.a.
Regie: Stephen Daldry – Drehbuch: David Hare
USA 2008 – circa 119 Minuten
| Preis: | EUR 32,99 EUR |
| Neu ab: | EUR 8,95 Auf Lager |
| gebraucht ab: | EUR 7,05 Auf Lager |
| Erscheinungstermin: | 04.09.2009 |
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Also ich fand den Film SPIIIITZE!!! :)
ich weiß :)
Ein absolut sehenswerter Film, hat mir echt gut gefallen, Kate Winslet spielt ihre Rolle fantastisch.