PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die September, 2009

Tipps und Tricks heute:
“Keine Angst vorm Stimmzettel!”

gepostet von PolitikBasis am 16 - September - 2009- 6 KOMMENTARE

stimmzettelIm 1.Teil unserer Rubrik: “Tipps und Tricks zur Bundestagswahl 2009″ möchten wir Ihnen heute mal den Stimmzettel 2009 vorstellen. Damit bekommen Sie schon mal einen ersten Eindruck was Sie in ihrer Wahlkabine am 27.September 2009 erwartet, und ein kleines, hilfreiches Tutorial mit auf den Weg, wie Sie ganz allein die größten manipulativen Stolperfallen erfolgreich umschiffen.

Als Beispiel dient uns hier der Stimmzettel für den Raum Berlin – Mitte. Je nach Ihrem Wahlgebiet wird er immer etwas anders ausschauen.

Wie nicht anders zu erwarten drängeln sich die üblichen, etablierte Parteien ganz oben in das Sichtfeld des Wählers.
Das kommt ursprünglich aus der Verkaufspsychologie, und hat nichts mit der Popularität, speziellen Fähigkeiten, oder einer besonderer Qualität dieser Parteien zu tun, auch wenn der Eindruck vermittel werden möchte.
Ursprünglich, in Verkaufsausstellungen und Präsentationen sollen damit die Kunden einfach animiert werden nicht allzu lang nachzudenken, und möglichst schnell dort zuzugreifen.
Doch halt, das heißt aber nicht, daß das gleich die beste Wahl ist, sondern eigentlich nur, daß bei diesen Artikeln bzw. Parteien bestimmte Faktoren an Einfluß herrschen. Dort, in den Sichtbereich, werden in der Regel hochpreisige Artikel platziert, und Artikel die bereits im Fokus der Kundschaft liegen, z.B. weil sie besonders aktuell sind, oder bisher besonders beworben wurden. Manche “Artikel” müssen aber manchmal einfach auf diese Art und Weise an den Mann, oder die Frau gebracht werden, weil sie sich sonst gänzlich zum Ladenhüter entwickeln!
Dieser besondere Einfluss – im Fall der etablierten Parteien in der Bundestagswahl – ist der, zu den Lobbygruppierungen – in Wechselwirkung mit Parteispenden, und anderen Arten der Gütlichkeiten und Vergünstigungen, wie z.B eine besonders positive Presse, oder eine Öffentlichkeitsarbeit mit z.B. besonders bearbeiteten, manipulativen Bildern, um bestimmte Parteien und Konstellationen ins rechte Licht zu rücken, oder einfach auch: Posten in Aufsichtsräten (in Leiharbeitsfirmen z.B.) oder Ähnlichem.

Bundestagswahl 2009 - Haben Sie gewählt?

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Ergebnis »

Lösen wir nun aber den Blick und lassen wir ihn auf dem Stimmzettel weiter nach unten schweifen:
Nach den üblichen, etablierten Parteien kommt das, was man in der Verkaufspsychologie “Blocking” nennt. Es ist die effektive Möglichkeit den Blick des Kunden bzw. des Wählers einzufangen und zu lenken. Dort steht nämlich nun die NPD und die REP. Gezielt im Wahlkampf immer wieder als Schmuddelpartei benutzt, steht sie in der Wählergunst höchstwahrscheinlich nicht allzu hoch im Kurs, fungiert auf diesem Wahlzettel aber als Barriere. Der gute deutsche Mittelschichtswähler wird nun erschrocken, ob der Präsenz dieser “Schmuddelparteien” leicht angewidert seine Blick abwenden, mit den heroischen Bildern vom “Kampf gegen Rechts” in seinem Kopf, und dem inneren Drang etwas dagegen tun zu müssen. Ganz so, wie es die freundlichen Nachrichtensprecher seiner Lieblingsnachrichten in der Tagesschau und all den andern Nachrichten in TV und Print immer erzählen. Brav soll er seinen Blick wieder nach oben richten und den Akt der Wahl, mit einen flinken Kreuz, möglichst bei den “oberen” Parteien, hinter sich bringen.
Die NPD und die REP sind also eine Grenze, die mit ihrem eher negativen Image alle nachfolgenden Parteien, in ein eher zwiespältiges Licht rückt. Das ist so gewollt, denn so funktioniert “Blocking”.

Da wir das aber nun wissen, können wir über diese konstruierte Barriere hinweggehen und haben damit schon mal den persönlichen Grundstein für eine erfolgreiche Wahl gelegt, nämlich den aufmerksamen Blick auch auf die “sonstigen Parteien” zu legen. Denn dort gibt es durchaus Alternativen zu dem Klüngel, welcher uns bis dato als erfolgreiche Politik verkauft wurde.

Um den Schritt dieses “ungheuerlichen Ungehorsam” noch tatkräftig bis zum 27.09.2009 zu üben haben wir ihnen diesen Stimmzettel mal als PDF-Datei hinerlegt.
Drucken Sie ihn sich einfach aus, und üben Sie einfach mal das Ankreuzen von z.B. den “Piraten”, der “DKP”, der “DVU” oder ruhig auch mal “Die Violetten”.
Nur zu, tut garantiert nicht weh und erweitert ordentlich den eigenen geistigen Horizont.

In diesem Sinne: Viel Erfolg und denken Sie daran, Übung macht den Meister! :) und  ob Sie fleißig waren, sehen wir dann am 27.September 2009.

Ihre PolitikBasis.

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Merkels Mantra by PolitikBasisIch habs mir angetan. Muss wissen was läuft um darüber zu schreiben. 90 Minuten Geschwalle, und es war nicht angenehmen: Das TV-Duell.
Auffallend war Merkels Mantra. Das ständig wiederholte Gestammel von: “Wachstum gleich Arbeitsplätze”. Gerade so als ob sie sich selbst von der Richtigkeit dieses Satz überzeugen wollte. Was das heißt ist relativ einfach und kann gleichzeitig dehnbar ausgelegt werden, ganz wie man möchte.
Ein Satz der alles offen hält und doch bedrohlich klingt. Wir kenne ihn schon in anderen Formen: “Sozial ist was Arbeit schafft” – 2005, “Wachstum, wir brauchen Wachstum” – 2001, “0% .. plus.. 2% = 3% MwSt.” – 2005, “Wir haben Aufschwung” 2005 – 2008.
Wo wir damit landen erleben wir gerade.
Es ist eine kleine versteckte Botschaft an ihre Wahlklientel, ein Signal. Aus dem Munde von Merkel heißt es nämlich übersetzt schlicht: “Wachstum generieren durch weitere Steuerbelastungen für untere Einkommen, Steuerfreiheiten und steuerbezahlte Subventionen für Unternehmen, damit diese weiter in schlecht bezahlte Arbeitsplätze investieren bzw. umgewandelt werden”.
Desweitern, damit dieser Satz auch seine volle Wirkung entfalten kann, bedeutet es auch die fortgesetzte Erniedrigung der Arbeitnehmer und Arbeitslosen durch Verhöhnung und Entrechtung, ähnlich wie die von Sarrazin seinerzeit (ja, solche Leute braucht es auch weiterhin dann.), und das Aufhetzen gegen Rentner, und anderes mehr. Hat doch bisher auch funktioniert, warum also ändern?
Ja Kapitalismus funktioniert, mit einem simplen “Weiter so”. Mit der FDP im Schlepptau wird die Kapitalakkumulation weiter zementiert, uneinholbar, aus der eine Art Kapitalfaschismus erwächst, in dem “wertes Leben” nach Höhe der persönlichen finanziellen Mittel gewichtet wird.

Danke Frau Merkel, ich habe verstanden.

Später mehr,…ohmm……

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Wahlkampf 2009 – Das TV-Duell das keines ist

gepostet von PolitikBasis am 13 - September - 2009- 5 KOMMENTARE

tv_duellDeutschlands Medienlandschaft ist unverkennbar in freudiger Erregung: Im Duell-Fieber ist sie voll der lobenden Worte über eine zu erwartende Verlautbarungspolitik. Doch zu erwarten ist, wie üblich, nichts anderes als Worthülsen, Sprechblasen und einstudierten Verhaltensformen.

Zu gerne würde sie sehen, dass die Bürger gespannt und ernsthaft den dargebrachten Ausführungen der beiden Protagonisten, Merkel und Steinmeier an diesem Sonntag im Fernsehen, auf ganzen 4 Sendern folgen, und zu gern hätten sie eine Show, über die die nächsten Tage wirklich heiß diskutiert wird, und aus denen sie noch die eine oder andere auflagenstarke Folgestory ziehen könnte. Die Falte im Hosenanzug, die Frisur, die Schweißperle auf der Stirn. Doch mir schwarnt, sie werden relativ allein sein mit ihren beeindruckenden Statistikblöcken bei den Auswertungen, in denen wieder dubiose Experten, Institute und Umfragen für passende Wahlstimmung und möglichst passende Wahlergebnisse sorgen sollen. Viel steht auf dem Spiel im Wahljahr 2009. Üppige Werbebudgets und gut dotierte Posten stehen zu Verfügung und winken den Lobby-Gruppierungen rund um die präferierten Wahlgewinner.

Beim TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist alles durchreglementiert wie bei einer Abiturprüfung. Sogar die Temperatur wird genau kalkuliert. Denn Steinmeier, heißt es, schwitze leicht. Andererseits dürfe Merkel nicht frieren.

Quelle: Steinmeier darf nicht schwitzen, Merkel nicht frieren »

Spannungsvoll: die angebliche Dramaturgie im Vorfeld aufgebaut. Da ist von exorbitanten Schwierigkeiten die Rede denen sich die Politiker in diesem Duell auszussetzen zu hätten: Sie müssen stehen, am Pult liegt nur Stift und Papier.

Am Sonntagabend treffen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier zum TV-Duell aufeinander. Die 90 Minuten auf vier Kanälen könnten den Ausgang der Bundestagswahl beeinflussen. Die Regeln sind streng: Moderator und Politiker müssen stehen, am Pult liegt nur Stift und Papier.

Quelle: TV-Duell – die reizvollsten 90 Minuten vor der Wahl »

Wahnsinn! Daß das jede Verkäuferin für 1200 EUR im Monat jeden Tag macht und dabei noch die Angst um ihren Job hat, und sich dabei dabei noch oft genug irgendwelchen sich aufplusternden Kunden gegenüber sieht, darf hier aus Gründen der Wahlkampftaktik besser nicht erwähnt werden.
Dabei ist die ganze Show mehr ein Relikt aus vergangenen Tagen, in denen Politikern eine Plattform gegeben wurde, dem zur Passivität verdammten Zuschauer einstudierte Häppchen um die Ohren zu hauen. Ein möglicher Widerspruch oder gar Einspruch wird auf Moderatoren verteilt, die, da sie indirekt zu den Gehaltsempfängern zu zählen sind, und damit fest eingebunden wurden in das System, recht zahm und linientreu ausfallen dürfte. Einen Vorwurf daraus, lässt sich fairerweise aber nicht ableiten, als Fakt sollte er aber in ein mögliches Resümee mit einfließen.
Überhaupt spiegelt sich in diesem ganze Getue nur eines wider: zu wirken hat es. Dabei stehen insgesamt 18 Parteien zur Wahl. Publikumswirksam zu wirken haben aber nur 2 – 3. Omnipräsenz ist das Zauberwort, das selbst aus Splitterparteien noch Volksparteien macht, wenn nur genug Einfluss vorhanden ist.

Nur darf man sich natürlich nicht täuschen lassen. Der Rückhalt für diese (angeblich) etablierten Parteien ist längst nicht mehr gegeben und die vermeindliche Stärke, die mit dieser Überschrift assoziiert werden soll schon lange nicht mehr vorhanden. Diese “Stärke” ist allerhöchstens noch aus einer aufgeblasenen, medialen Omnipräsenz heraus gegeben, gefüllt eben, mit lauwarmer Luft.


Dabei passieren wesentlich interessantere Dinge, jenseits der breiten Öffentlichkeit, die sicherlich nicht Thema dieser medialen Wahlveranstaltung werden dürften:

Irgendwie scheinen die Massenmedien die Brisanz einer Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage einer Politikerin noch nicht mitbekommen zu haben – oder man will das Thema vor der Wahl aus Gründen der politischen Korrektheit lieber noch geheim halten: Auf Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE bestätigte die Bundesregierung, dass in Zukunft auch Einsätze der Bundeswehr bei Streiks oder Massendemonstrationen nicht ausgeschlossen werden. Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, sieht darin einen offenen Verfassungsbruch.

Quelle: Nach der Wahl: Bundesregierung will Bundeswehr zur Streikniederschlagung einsetzen »

Seltsam, ich habe noch nie erlebt, dass “Aufschwünge” für Unruhen sorgen, die mit Militär niedergeschlagen werden mussten. Ebenso hab ich noch nie davon gehört, daß gute erbrachte Leistungen von Leistungsträgern, Regierungspolitikern und Unternehmerschaften in diesem Fall, mittels Militär in die Köpfe der Leute geprügelt gehören.

Und nehmen wir auch mal eine Marktsituation als Grundlage, in denen der Bürger als “Kunde” auftritt und die Regierungsparteien als “Verkäufer”, dass der Verkäufer auf seine Kunden eindrischt, sollte ihm das Angebot nicht gefallen.

Merkwürdig, Fortsetzung folgt.

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Angeblich: Alle deutschen Opel-Werke sollen bleiben

gepostet von PolitikBasis am 10 - September - 2009- 2 KOMMENTARE

Mittlerweile nimmt auch das Tauziehen um Opel immer groteskere Formen an. Die Regierungsparteien drängen auf eine Entscheidung. Möglichst positiv soll sie ausfallen, oder wenigstens so klingen, um kurz vor den Wahlen etwas vorweisen zu können was den Wähler dazu animieren könnte, noch einmal seine Stimme alten, abgewrackten Parteien zu geben. Da kommen ihnen die Lippenbekenntnisse, Versprechen und wagen Zusagen des Chefunterhändlers von General Motors John Smith gerade recht, in denen er vollmundig verlauten lässt, daß alle vier deutschen Opelwerke weiter betrieben werden sollen .

Alle deutschen Werke sollen erhalten bleiben »

Wie der Chefunterhändler von General Motors, John Smith, am Donnerstag bei der Pressekonferenz der Opel-Treuhandgesellschaft erklärte, sollen alle vier deutschen Opelwerke sollen weiter betrieben werden: „Das ist derzeit der Plan von Magna“, sagte er. Geschlossen werden solle das Werk in Antwerpen.

Was meinen Sie: wird Magna das Überleben Opels dauerhaft (> 5 Jahre) sichern?

  • Ja (11%, 4 Votes)
  • Nein (89%, 32 Votes)

Stimmen: 36

Wahnsinn, das ist ja nett, nur was soll der derzeitige Plan von Magna? Ist da irgendetwas wenn Magna seinen Plan plötzlich umstellt und 1 – 4 Werke schließt? Eine Verbindlichkeit, ein Plan B, eine feste Zusage, ein Vertrag?

Nein liebe Leser und Opelaner, da ist nichts. Denn wir sind hier nicht im Kloster der barmherzigen Schwestern, sondern im Kapitalismus, und da kommt kein normal denkender Mensch auf die Idee Zusagen und mündliche Versprechen für bare Münze zu nehmen. Und selbst wenn schriftliche Verträge vorliegen sollten, sind Horden von Juristen nur damit beschäftigt die Verträge, schon löchrig wie ein Schweizer Käse, noch weiter auszuhöhlen. GM stellt Bedingungen die bis zur der Bundestagswahl verhandelt werden. Danach ist Schicht im Schacht und in spätestens 2 Jahren stehen die Opelaner auf der Strasse, wetten!
Sozialverträglich versteht sich, und Merkel wird sich hinstellen, medienwirksam, und behaupten sie bedauere den Verlust der (Lohn)Arbeitsplätze.

Zu verbuchen ist diese ganze Posse unter Wahlkampfgetöse.

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Von unserem ambivalenten Kern in
nicht-fundamentalen Krisen

gepostet von PolitikBasis am 10 - September - 2009- 1 KOMMENTAR

Eine Frage, die in verschiedenster Art immer wieder auftaucht ist die, ob die derzeitige Wirtschaftskrise überhaupt als solche zu bezeichnen ist. Aber um sie zu beantworten muß der fundamentale Kern von Krisen betrachtet werden, denn dabei geht es schlicht um “Leid”.

Genau genommen kennt eine echte Krise nur eine Art Leid, nämlich die, welches den Mangel an lebenserhaltender Bedürfnisbefriedigung mit sich bringt. Diese echten Krisen sind von der Sorte, die dem Menschen direkt lebensgefährlich werden können: Hunger, Durst und körperliche Versehrtheit. Sie sind existenziell, alles darüber kann als Wohlstand bezeichnet werden. Das Fehlen dieser leidvollen Komponenten, wie in der derzeitigen Wirtschaftskrise der westlichen Staaten, lässt uns immer wieder daran zweifeln, ob wir es wirklich mit einer Krise zu tun haben. Er ist mit ein Grund warum ein Wohlstand, z.B. in Deutschland, immer weiter problemlos, bis nach ganz weit unten abgesenkt werden kann. Die Argumentation, gerade wenn es darum geht weitere Einschnitte zu fordern, fußt oft genug auf den Sätzen: “Uns (oder denen) ging es ohnehin zu gut”, oder “die fetten Jahre sind vorbei”. Oft werden sie hervorgetragen von denjenigen, die sich eine Sicherung der eigenen Pfründe erhoffen, oder zumindest eine Stabilisierung dergleichen. Die Personenkreise verfügen meist über einen noch ausreichend großen Puffer, welcher sie vom existenziellen Leid trennt. Für sie können wir auch von einer “Luxuskrise” sprechen. Aber es gibt eine verhältnismäßig kleine, aber wachsende Personengruppe, die diesen Puffer nicht haben, oder dessen Puffer dahinschmilzt. Sie sehen sich der unmittelbaren Gefahr eines Mangels an lebenserhaltender Bedürfnisbefriedigung gegenüber. Das ist relativ neu in der westlichen Welt, in den 2. und 3. Weltstaaten ist das aber schon lange Normalität, ohne das hier jemand großartig von Krise spräche. Man sieht also, auch mit einer echten Krise lässt sich’s leben oder besser gesagt überleben. Ein Beispiel welches gerne hervorgetragen wird, wenn es darum geht weitere Einschnitte zu fordern und zu rechtfertigen.

Nun ist interessant wer besonders laut von Krise spricht. Für Banken, Banker, Aktionäre und alle, die auf ein Einkommen spekulierten und spekulieren, welches sich rein aus Kapital generiert, ist es jedenfalls schnell klar, daß es sich hierbei um eine handfeste Krise handelt. Würden sie das, was derzeit in der Finanzwelt passiert nicht als Krise bezeichnen, würden die Steuergelder zu ihrer Stützung nicht bereitgestellt. Wir haben zwar alle noch nicht von verhungerten oder verdurstenden Bänkern, Anlegern, Managern oder den Angestellten von Hedgefonds gehört, und doch sprechen Medien vom “Leid” dieser Unternehmungen in der Krise. Von Krise sprechen also eigentlich vornehmlich nur diejenigen, die es gar nicht nötig hätten. Das ist natürlich zum beträchtlichen Teil auch Kalkül um den Menschen zum Mitleiden zu bewegen und sich so seiner sozialen Aufmerksamkeit sicher zu sein. Ein verschleierte Appell an die ansonsten verpönte “Gleichheit und Brüderlichkeit”. Aber auch eine Notwendigkeit um das bereits Geschaffene, wir nennen es “Wohlstand”, zu erhalten. In einem anderen Kontext, würde genau das selbe Verhalten als “Jammern auf höchstem Niveau” bezeichnet. Wir sehen also die Ambivalenz an der ganzen Geschichte. Und davon kann sich keiner ausnehmen.

Die Frage die sich stellt ist, warum sie überhaupt als so systemrelevant eingestuft werden. Was macht dieses System angeblich so wichtig.
Hier tritt eine kollektive Zukunftsangst auf den Plan. Sie wird zusätzlich auch noch gezielt forciert, denn der angebliche Verlust von Wohlstand ist ein Popanz der von den Herrschenden aufgebaut wurde, um Schichten gefügig zu halten, um ihnen wiederum weiter ein fettes (oder elitäres, mache nennen es gar “leistungsbezogenes”) Leben auf Basis einer braven Zuarbeit zu ermöglichen. Also nicht viel mehr als eine Angst vor Systeminstabilität und dem gleichzeitigen Verlust von liebgewonnenen Bequemlichkeiten, die für einige auch mit einem Machtverlust einhergehen, und plötzlich eine, von ihnen selbst bisher vielgepriesene Eigenverantwortung und Flexibilität abverlangen könnte.
Dabei spräche nichts dagegen ihnen ganz einfach zu sagen, dass sie das Jammern sein lassen können und besser mir anpacken sollten um ihre Krise zu bewältigen. Und dieser Appell richtet sich gerade nicht an die Schichten die es noch evtl. noch am ehesten nötig hätten, weil sie mit ihren “Einschränkungen” diese Wohlstandkrisen schultern.

Dabei müssen wir immer wieder feststellen, dass diese Art der Argumentation ein ständiger Kreislauf ist, der, wenn von uns vorgetragen, immer wieder auf uns selbst zurückfällt, solange wie es geht, und das geht solange, wie der Puffer ausreicht, der diese Krise abgrenzt zu einer echten, weil existenziellen Krise.

In diesem ganzen Komplex betritt nun aber auch noch das, was allgemein als die menschliche Psyche bezeichnet wird die Bühne. Sie lässt uns mittels des Prinzips Hoffnung nicht verzagen und verzweifeln, und uns mit den widrigsten Umständen arrangieren, und sie ist für das Machtgefüge nicht ungefährlich, macht sie doch diese merkwürdige “Systemrelevanz” letztendlich obsolet. So lässt eine ordentliche Portion an Hoffnung und Gelassenheit auch an eine positive Zukunft ohne Banken, Kapital und allem was dort mit dranhängt, bis hin zur totalen Überwachung und Kontrolle, glauben. Denn natürlich geht ein Leben auch ohne diesen schnöden Mammon weiter, und das auch noch in Zufriedenheit.
Wir sehen also: letztendlich ist diese Systemrelevanz im Kern die Angst vor Veränderungen. Eine Vielzahl von kleinen und großen vermeintlichen Bequemlichkeiten. Die Angst vor dem Verlust von Prestige und das Bedienen von Eitelkeiten. Existenziell ist diese Krise nicht, und doch muss jeder aufpassen, dass sie es für ihn nicht wird. Eine steigende Anzahl von Menschen wählt deswegen, in diesem Wahljahr 2009, auch das was allgemeinnhin als “links” bezeichnet wird. Und damit sind wir schon beim nächsten Thema, nämlich dem gezielten Aufbauschen von einer angeblichen Gefahr von Links, besonders aus den Kreisen, dessen Puffer bis zu einer persönlichen fundamentalen Krise weit über das hinausgeht was man als “angemessen” bezeichnen kann. Natürlich zieht da der eine den Anderen mit. So sind 2 Mio. jährlich an Boni lächerlich im Gegensatz zu 130 Mio. z.B., und bei diesem, ich nenn es mal Wettrennen fällt auch noch zweifellos genug ab um die ganzen Zuarbeiter und Lobbyistengruppen, ihre Familien, ihre Verwandten zu versorgen, und ihnen eine Art Mittelschichtsleben zu ermöglichen, und was noch wichtiger ist: um letztendlich von einem “funktionierendem System” zu sprechen. Aber wohl nicht mehr auf dem gewohnten Niveau, denn die Absenkung erfolgt auf breiter Front und durch jede Schicht hindurch.
In diesem Sinne bleibt mir nichts anderes als mir meiner eigenen Ambivalenz noch einmal richtig bewusst zu werden, schließend mit den Worten: “Naja, vielen ging es ohnehin lange viel zu gut….” :D

Ihre PolitikBasis.

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Übel: Auf der IFA 2009 wieder angefixt!

gepostet von PolitikBasis am 7 - September - 2009- 3 KOMMENTARE

ifa_logoAlle Jahre wieder beglückt uns die Unterhaltungsindustrie mit den vermeintlichen Trends und fixt uns, den Konsumenten, mit einer jährlichen Dosis an behaglichen Begehrlichkeiten an.
Die diesjährige Messe steht erneut im Zeichen von kleiner, schneller, besser. Nichts Neues also? Na, die kleinen Schritte sind’s.
Wer eine große revolutionäre Innovation erwartet, dürfte enttäuscht werden – die Fortschritte liegen im Detail.
So verwundert den aufmerksamen Konsumenten nicht, daß die Verschmelzung von Internet und TV weiter voranschreitet. Doch können bis zu einer zufriedenstellenden Lösung noch gut und gerne 2 oder 3 IFA’s ins Land ziehen, denn die Inhalte der einzelnen Anbieter gehen weit weniger als über vordefinierte Webinhalte hinaus: ARD-Tagesschau, Bloomberg TV, Youtube, Eurosport und Picasa bei Panasonic, die mit einem ultraflachen Plasmafernseher der V10 Serie glänzen, Yahoo Widgets nennt es sich – und, die dürfen natürlich nicht fehlen: “Bild.de”, “TV Digital” und “Welt Online” von der Springerpresse – bei Samsung. Nun denn, was gibt es gegen hochwertigen Content schon zu sagen ;). Philips präsentiert seine 9600 Serie mit LCD/LED, ultraschlank natürlich, gerade mal 20 Millimeter. Der eine nennt es “Perfect Colors”, der andere “Wide Color Enhancer”. Das bessere Bild mutiert zu einer Glaubensfrage, die ganze Forengemeinschaften beschäftigt. Schön, das sichert den Standort Deutschland und läßt auf ein konsumfreudiges Weihnachtsgeschäft hoffen. Aufschwung nennt sich das Ganze dann.



Wirklich neu ist Fernsehen in 3D und, wie uns die Präsentation auch zeigte, (speziell am JVC-Stand) eine äusserst spassige Sache, aber nur wenn auch wirklich alle Parameter stimmen, sonst kann auch die schönste 3D-Welt nerven und im Schielen enden. In wie weit die benötigte Hardware in Form einer mehr oder weniger schmückenden 3D-Brille vom Kunden zukünftig angenommen wird ist noch recht offen, aber richtig beworben lässt sich da sicher einiges machen.
Doch warum über Baustellen sprechen wenn die alten noch nicht mal abgehakt sind: HDTV ist ein nun fast 10 jähriges Versprechen der Sendeanstalten, worauf hin sich schon fast eine ganze Generation Technikverliebter immer wieder aufs Neue die passende Hardware in Form von noch schöneren HDTV-Fernsehern kauft, um dann wieder festzustellen, daß dieses Versprechen nur höchst zögerlich umgesetzt werden. Enttäuschung darf man aber nicht erwarten. Das Prinzip Hoffnung läuft hier besonders gut, und so werden die Konsumentenschichten mit kleinen Häppchen bei Laune gehalten. Die letzten HD-Ausstrahlungen der Leichtathletik-WM 2009 bei ARD und ZDF war so eins. Aber gut Ding will Weile haben und so möchte ARD und ZDF ab Februar 2010 mit HDTV richtig durchstarten. Das schönste Versprechen aber kommt von den privaten Sendern, denn sie möchten in ein Pay-TV Gebührenmodell verschwinden, was den einen oder anderen unbedarften Zuschauer dank der Kosten vor der totalen geistigen Verblödung retten dürfte.

Nespresso Lattissima Premium Doch keine IFA ohne die Aussteller für Haushaltsgeräte. Der Bereich wird “Home Appliances” genannt. Melitta z.B. wartet mit einer neuen Geräte-Range auf. Die Caffeo® LATTEA ist ein Vollautomat mit aussergewöhnlichem Milchschaumsystem. Milchpulver verschiedener Geschmacksrichtungen wie z.B. Vanille oder Karamel stehen zur Wahl und werden mittels 15 Bar-Düsen mit Wasser vermischt. Das System sieht nicht schlecht aus, das Endprodukt ist eine Mischung aus gutem Kaffee, je nach Bohne, und aromatisierter Milch. Wahnsinn, das gab es ja noch nie! :). Aber alles in Allem gar nicht mal schlecht, und wir sind sicher: auch dafür werden sich Käufer finden.
Die Senseo von Philips bekommt mal wieder ein Facelifting. Die HD7860 nun eckig, wirkt etwas erwachsener, das Endergebnis dürfte das selbe sein. Nespresso wie üblich gediegen elegant, geht mit der neuen Lattissima “Premium” in den Herbst. Ansonsten hat sich seit der Einführung der CitiZ Geräte und den 3 neuen Triple A – Kaffeesorten im Sommer 09 nicht viel verändert. Den einen oder anderen Nachahmer (Kapselmaschinen) gibt es dort auch anzutreffen. Sie kommen aber nicht annähernd an die Qualität heran.
Besondere Action fiel uns in der Halle der Telekom auf, in der ein Gruppe von Trommlern den Zuschauern ordentlich einheizte und mit originellen Spielen für temporeiche Unterhaltung sorgte. Ebenfalls bemerkenswert die Präsenzen von Sony, Loewe und Toshiba, wobei sich der Anteil der PS3-Innovationen leider verschwindend gering hielt. Über ein paar Spiele in 3D ging es am Stand dort nicht hinaus.
Auch allerlei Prominenz kann man auf der IFA antreffen, so lief uns die Bibi über den Weg, bekannt aus der Diät-Serie Bibi & Rolli, in einer anderen Halle war es der TV-Koch Ralf Zacherl. Na was will man mehr!? ;)
Insgesamt gibt es 24 Hallen zu durchwandern bei denen es wirklich ein paar außergewöhnlich interessante gibt. Ordentlich Zeit natürlich vorausgesetzt. Unter 6 Stunden ist auf der IFA nichts zu machen, immerhin stehen rund 1160 Aussteller aus 60 Ländern der näheren Betrachtung zur Verfügung. Die Verpflegung gibt es wie gewöhnlich zu Messepreisen. Ein Kaffee z.B. ist für 2.50 EUR zu haben. Dann kann man lieber gleich zu Nespresso in die Halle 1.1 /102. Dort gibt es dann auch, dank der netten Messehostessen, gleichzeitig etwas fürs Auge.



Ein paar mahnende Worte gibt es dennoch mit auf den Weg:
Denn bei aller Liebe zur Technik der Unterhaltungs- und Haushaltselektronik sollte der Konsument nicht vergessen das bestimmte Entwicklungen seine Handlungsfähigkeit auch zukünftig unter dem Deckmantel von “Freiheit” und “Usability” einschränken wird. Die Kehrseite der Medaille quasi. So ist die lustige Gesichterkennung der neuesten, verbesserten Kameragenerationen ein Ableger einer Technik, die ihn noch stärker unter permanenter Kontrolle einer markttechnischen Ausspähung hält. Oder die bequeme RFID-Technik, die das Warten an der Kasse überflüssig macht. Konsequent zu Ende gedacht, kann es seinen Einkauf schlicht überflüssig machen, weil unter dem Gesichtspunkt einer Kostenreduzierung und Effizienz, irgendwann sein Einkauf als störend gilt, und er sich doch bitte schön neuen Techniken hinzugeben hat, die seine Handlungen diesbezüglich auf ein Minimum reduzieren. Jeder darf sich ausmalen wie so etwas aussehen könnte.

Trotzdem viel Spaß!
Ihre PolitikBasis.

Du warst auch dort? Dir hat etwas besonders gut gefallen, oder auch nicht? Schreib uns einen Kommentar.

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IFA 2009 – omg, wir werden zu Lemmingen!

gepostet von PolitikBasis am 5 - September - 2009- KOMMENTAR+

Ja, ihr habt richtig gelesen. Auch wir werden morgen, So. den 06.09.2009, diese alljährlichen Massenveranstaltung auf uns nehmen, uns durch die Menschenmassen schieben, die Geräuschkulisse wirken lassen, uns den manipulativen (Heils)Versprechungen der Unterhaltungsindustrie aussetzen, ungesundes Fast Food konsumieren, um euch dann natürlich anschliessend hier unsere Eindrücke, Erfahrungen und die Highlights exklusiv mitzuteilen!

Also, in Kürze hier mehr, stay tuned. :)

UPDATE!
Eindrücke, Erfahrungen und die Highlights zur IFA 2009 wie versprochen jetzt im Artikel:
Übel: Auf der IFA 2009 wieder angefixt! »

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Wahlkampfrauschen – nebenbei bemerkt

gepostet von PolitikBasis am 2 - September - 2009- KOMMENTAR+

Derzeit erlebt man, wenn man in der wirtschaftspolitischen Landschaft aufmerksam das Geschehen verfolgt, eine fast aufgeregte Schadensbegrenzung mittels Lippenbekenntnissen und Krokodilstränen.
Da spricht der DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann plötzlich von unanständigen Managerboni, (relativiert sie aber schnell wieder in dem er das Problem auf eine schwer fassbare Ethik abschiebt):

“Es gibt unanständig hohe Gehälter, Boni und Tantiemen”, sagte Driftmann Morgenpost Online. Trotzdem ist er gegen gesetzliche Regelungen, das sei ein “ethisches Problem”.

Quelle: DIHK-Präsident nennt Managerboni “unanständig” »

2 Seiten weiter, bildlichgesprochen, möchte der Ex- Arcandor Chef Karl-Gerhard Eick medienwirksam bis zu fünf Millionen Euro seiner 15.Mio. EUR Abfindung spenden. Der Leser wird aber über die genaue Höhe im Dunkeln gelassen. So steht das “bis zu” für eine Größe zwischen 0.01 EUR und 5.Mio. EUR:

Der Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will bis zu einem Drittel seiner Abfindung spenden.Der Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will bis zu einem Drittel seiner Abfindung spenden. Das wären bis zu fünf Millionen Euro. Das Geld soll den Mitarbeitern des insolventen Unternehmens zugute kommen und soziale Härten abfedern.

Quelle: Ex-Arcandor-Chef spendet bis zu fünf Millionen »

Wobei das zu “Gute kommen” auch wieder ein äusserst dehnbarer Begriff ist. So kann eine Investition in den weiteren Ausbau von Niedriglöhnen und Zeitarbeitsfirmen, oder die Übernahme eines Aufsichtsratsposten dort, auch schon unter: “den Arbeitnehmern zu Gute kommend” gewichtet werden. ;).

Doch brauchen wir uns nichts vorzumachen. Die jüngsten Landtagswahlen (Sachsen, Thüringen, Saarland) zeigen einen Ruck der durch Deutschland geht, und einer Wirtschaft, die oberhalb des Mittelstandes angesiedelt ist und reichlich Verbindungen in die Politik hat, um Gesetze zu ihren Gunsten zu beeinflussen, ein flaues Gefühl beschehren dürfte.

Schadensbegrenzung mittels opportunistischem Gerede. Davor schien für diese Kreise aber alles nach ihrem Gusto zu laufen, so daß dieses ganze Getue wohl einfach jetzt eher unter Wahlkampfrauschen zu verbuchen ist.

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Inglourious Basterds (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 1 - September - 2009- 1 KOMMENTAR

PolitikBasis | Amazon | Inglorious Basterds

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Ihre Meinung zum Film:
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Der neueste Streich Quantin Taratino weist einiges an Genialität aus, ein Spaziergang für den Zuschauer ist er deswegen aber nicht. Dort wird nichts beschönigt und kein Mantel der Dunkelheit dezent über die Gewaltszenen ausgebreitet. Dieser Film lebt von seiner Rohheit. So wie das Thema auch, denn die Nazizeit hat nichts anderes verdient. Die Spitzen jedoch werden immer wieder durch eine kräftige Prise Komik genommen, bewußt eingestreut, und dankbar vom Zuschauer angenommen, denn die Atemlosigkeit, die sich im Verlauf des Films einstellen kann, dürfte anstrengend werden.

Wer glaubt eine gewöhnliche Story rund um die pathetischen Taten einer alliierten Spezialeinheit zu bekommen, liegt genau so falsch wie ich als ich die Vorschau sah. Das ganze Geschehen weitet sich so stark aus, daß nichts Geringeres als ein fiktives Kriegsende möglich werden könnte. Das ist Quantin Taratino, und das ist auch ein Stück weit “From Dusk till Dawn”, an den mich “Inglourias Basterds” erinnert. Ziemlich abgedreht also. Schon der Vorspann ist ungewöhnlich. Die verschiedenen Schriftarten, vom Westernstil bis hin zum EuroTrash, sind als Andeutungen an die Hoch-Zeit des Italo Westerns der 1970er Jahre zu verstehen. So bedient sich “Inglourious Basterds” auch locker angelehnt an Enzo G. Castellaris: “Ein Haufen verwegener Hunde” von 1979.

Extrem dicht die Story, in Kapitel aufgeteilt, lebt sie besonders von den geschliffenen Dialogen die sich Zeit lassen, teilweise mit Untertiteln in der französischen Landessprache. Sie stören aber nicht, machen das Ganze noch etwas authentischer, wenn man davon überhaupt hier sprechen möchte.
Christoph Waltz in seiner Rolle als “Col. Hans Landa”, brillant: schwankt zwischen Komik, Süffisanz, Zynismus, Sympathie und den Zuschauern geht es entsprechend, fiebern mit den Opfern. Sein Auftreten ist Garant für das Gefühl gleich bei etwas Verheimlichten erwischt zu werden. :)

Überhaupt, die Auswahl an deutschen Schauspielern ist ein gelungener Griff wie ich meine. Daniel Brühl als Dieter Hellstrom spielt eine leichte Bräsigkeit die nur wieder zeigt, daß sich der Film, Gott sei Dank, selbst nicht allzu Ernst nimmt. Til Schweiger in der Rolle des Hugo Stiglitz, verdammt dazu den mürrischen Deutschen zu mimen, was ihm anscheinend Spaß macht. Diane Kruger spielt den Filmstar Bridget von Hammersmark, die Agentin, die im Treffpunkt der Kellerkneipe es immer wieder versteht das Ruder herumzureissen, wenn es darum geht die Tarnungen zu wahren. Traumhaft, Spannung pur!
Und so explosionsartig entlädt sich dann auch immer wieder die Anspannung, in brutal hecktischen Handlungen, wie erwartet, aber mit einer Intensität, die einen sprachlos werden lässt.

Und was mach Brat Pitt und die anderen alle? Brat Pitt als Anführer der “Inglourious Basterds” gibt den Gegenpart zu den Deutschen. An Rohheit stehen er und seine Kumpanen den Deutschen in nichts nach. Einzig ein “die haben aber angefangen” könnte sie in einem “etwas” besseren Licht erscheinen lassen und als Rechtfertigung für ihre blutigen Taten dienen.
Darum geht es in dem Film aber nicht, nur 2. rangig die Frage ob etwas gerechtfertigt sein könnte oder etwa angemessen. Denn das ist ein Quantin Taratino, der sich nahtlos einreiht neben Pulp Fiction, Kill Bill, Death Proof, nur mit einem Nazi/Hitler Thema eben.
“Das könnte mein Meisterwerk sein”, ist Brat Pitts letzter Dialog im Film, als er sein blutiges Werk betrachtet, und damit kann er ruhig für alle Akteure sprechen, denn damit hat er recht.


Fazit:
Auch wenn der Film durch sein 2-3 sehr gewalttätigen Szenen schlichte Effekthascherei betreibt, bleibt reichlich genug für einen äußerst unterhaltsamen Kinogang. Allein schon Christoph Waltz dürfte sich mit dem Film ein Denkmal gesetzt haben. Ein anderer “Hauptdarsteller” sind die brillanten Dialoge, die den Zuschauer jede Sekunde an die Lippen fesselt.
Kurz: Ganz großes Kino!

Wertung: 9.0/10



Inglourious Basterds
Darsteller: Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Eli Roth, Michael Fassbender u.a.
Regie: Quentin Tarantino – Drehbuch: Quentin Tarantino
USA 2009 – circa 154 Minuten


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