Krachen muss es, die Mädels haben gut auszusehen, und die Effekte, so sie überhaupt noch ein Maßstab sein können, da ohnehin alles täuschend echt dargestellt werden kann was dem menschlichen Geiste entspringt, müssen tadellos sein. In all diesen Punkte macht ‘Transformers – Die Rache’ alles richtig. Langweilig wird es nicht, eher schon gibt es ein Überangebot an Gigantismus – aber auch der kann ermüdend werden.
So stellte sich bei mir nach dem Genuss des Filmes Befindlichkeiten ein, die ähnlich die sind, wie die nach einer Schachtel Pralinen: Voll mit süßem klebrigen Zeug aber nicht wirklich satt.
Dieses 147 minütiges Spektakel, fast komplett aus dem Rechner, zeigt was technisch möglich ist. Keine Frage, beeindruckend sind die Verwandlungen von schnöden Küchenmaschinen zu Kampfrobotern auf jeden Fall, ein Pause während des Filmes ist dann aber dann doch irgendwann anzuraten, weil es permanent an allen Ecken und Ende kracht, scheppert und brennt. Kein Problem aber, der Einstieg zurück in die Story ist wieder ganz einfach und wird mit Sicherheit mit der nächsten Explosion gekennzeichnet. Die Story knüpft an den ersten Teil an. Wer ihn gesehen hat ist etwas im Vorteil, wird doch auf manche vorhergehenden Ereignisse wenig bis gar nicht eingegangen. Die Story ist das alt bewährte “Gut gegen Böse”, und die Vereinigten Staaten lassen, oh Wunder, keine Gelegenheit aus sich wieder einmal militärisch völlig verklärt und schwülstig in Szenen zu setzen.
Doch was ist eigentlich mit den echten Schauspielern? Die machen ihre Sache recht gut. Shia LaBeouf als Sam Witwicky sprintet und hechtet sich fleißig durch den Film und hat dabei auch noch Zeit sich um seine hübsche Freundin Mikaela, gespielt von Megan Fox, zu kümmern. Die hat als schmückendes Beiwerk durchaus ihre Berechtigung und kämpft sich auch tapfer an der Seite ihres Freundes durch die Horden der bösen Decepticons. Verstärkung erhalten die beiden durch das NEST-Team, dessen strategischer Leiter Colonel Sharp, gespielt von Glenn Morshower, bereits im ersten Teil zum Zuge kam, sowie Seymour Simmons (John Turturro), den hochrangigen Agenten der Regierungsorganisation “Sector Seven”, der nach Auflösung seiner Abteilung augenscheinlich in der Metzgerei seiner Mutter tätig wurde. Auch der Humor im Film kommt nicht zu kurz, wenn er auch manches mal etwas arg aufgesetzt und verkrampft wirkt, was sich aber eher der (deutschen) Synchronisation bzw. Übersetzung ankreiden lässt.
Mit ‘Transformers – Die Rache’ hat Paramount Pictures den Rekord der teuersten Produktion hingelegt. Steven Spielberg ist bei der Regie mit von der Partie, wenn er sich auch nur durch eine kleine Beratertätigkeit dezent im Hintergrund hält. Sein Name dürfte allein schon aus marketingtechnischen Gründen für den einen oder anderen Besucher relevant sein, und auch den Erfolg an den Kinokassen erklären, denn der kann sich sehen lassen: mit 590 Millionen Dollar wurde er zum bisher erfolgreichsten Film des Jahres 2010, und daran dürfte sich den Rest des Jahres nichts ändern.
Ganz interessant sind auch noch die Verquickungen zu diesem Streifen:
So wurde die Produktion erneut vom Spielzeughersteller Hasbro unterstützt, den Streitkräften der USA sowie zahlreichen Unternehmen, die im Gegenzug ihre Produkte mittels Product Placement im Film unterbringen konnten, darunter der Fahrzeugfabrikant General Motors.
Was bleibt?
Wer ein unterhaltsames, bombastisches Feuerwerk sucht kann bedenkenlos zugreifen. Wer neben Spannung etwas Tiefgang, Thrill, und eine anspruchsvolle Story sucht lässt die Finger davon. Ich habe mich an diesem Abend für das erste entschieden und wurde nicht enttäuscht.
Wertung: 8.0/10
Transformers: Revenge of the Fallen
Darsteller: Shia LaBeouf, Megan Fox, Tyrese Gibson, John Turturro, Josh Duhamel, Kevin Dunn, Julie White u.a. – mit den amerikanischen Stimmen von Hugo Weaving, Peter Cullen, Mark Ryan, Robert Foxworth, Anthony Anderson, Tony Todd
Regie: Michael Bay – Drehbuch: Ehren Kruger, Roberto Orci, Alex Kurtzman – Kamera: Ben Seresin – Bildschnitt: Roger Barton, Thomas Muldoon, Joel Negron, Paul Rubell – Musik: Steve Jablonsky – Visuelle Effekte: Richard Kidd
USA / 2009 – circa 150 Minuten
| Preis: | EUR 31,99 EUR |
| Neu ab: | EUR 23,89 Auf Lager |
| gebraucht ab: | EUR 18,98 Auf Lager |
| Erscheinungstermin: | 09.11.2009 |
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