PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die Januar, 2010

Zugegeben, nicht ganz ohne Schadenfreude wurde die Nachricht aufgenommen, nach der ein Informant für 2,5 Mio EUR, Schäuble Daten über Steuerbetrug in der Schweiz zukommen lassen möchte:

Nach der Liechtenstein-Affäre vor zwei Jahren bahnt sich ein neuer Skandal an: Laut Medienberichten sind Finanzminister Wolfgang Schäuble Daten von 1500 Steuersündern angeboten worden. 2,5 Millionen Euro wolle der Informant haben. Die Unterlagen könnten sehr viel mehr Geld in die Staatskasse spülen.

Welt Online: Informant bietet Schäuble Steuersünder-Daten an. »

Gift und Galle spucken, ist natürlich die erste Reaktion der vermeintlich Betroffenen. Doch die ist nicht mehr als eine Kurzschlußreaktion, denn sie ist zu kurz gedacht, und mit ihr zeigt sich einmal mehr, wie degeneriert ein Unrechtsbewusstsein sein kann. Würden diese Schreihälse so etwas wie Selbstreflektion betreiben, und ihr Handeln kritischer betrachten, kämen sie eventuell zu dem Schluss, dass zunächst ihr Vergehen zu einem Interesse an diesen Daten führt.

Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant” – klingt gut, aber verwischt nur die Ursache und Wirkung, denn wer A sagt muss nun mal auch B sagen, und so brauchen wir uns nichts vor zu machen:
Dass Vorgehen ist frei von jeglicher Moral und Ethik zu bewerten und somit ein ganz normaler Handel an einem Markt. Angebot (Adressdaten) und Nachfrage (Interesse Schäubles). Wer nicht schlau genug ist, oder über die Verbindungen verfügt selbst so vorzugehen, hat das Nachsehen.

Aber kommen wir nochmal zurück zur Schadenfreude: Ist es Neid was bei vielen als Emotion hervortritt, oder Rache? Nein eher nichts von beidem. Es ist das Gefühl der Genugtuung, wenn das permanente Geschwafel von selbsternannten Eliten & Leistungsträgern entlarvt wird als das was es ist: Heiße Luft. Denn heruntergebrochen auf das Wesentliche ist das Vorgehen, welches so harmlos als “Steuersünde” bezeichnet wird, nicht mehr als die Hinterziehung von Sozialhilfe, oder schlicht: Betrug. Die Ausfälle muss wieder die gesamte Gesellschaft bis ganz runter zu den Obdachlosen schultern, auf die dann wieder, im Umkehrschluss, vorwurfsvoll mit dem Finger gezeigt wird.

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Bewertung: 6.3/10 (8 x bewertet)

Paranormal Activity (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 28 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Paranormal Activity

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 7.0/10 (1 x bewertet)
Wer mal einen eher unkonventionellen Vertreter des Grusel-Thriller Genres sucht, sollte einen Blick auf Paranormal Activity werfen. Es ist einer der Filme, die zeigen, dass Spannung und Gänsehaut nicht etwas mit Blut und Gemetzel zu tun haben muss, und schon gar nicht mit einem großen finanziellen Budget. Ganze 15.000 Dollar hat dieser Streifen nur gekostet, aber die wurden vom israelischen Regisseuren Oren Peli ordentlich eingesetzt. So blieben wohl auch die Kosten für die Schauspieler in überschaubaren Rahmen, denn um die abzuzählen, braucht man noch nicht mal alle Finger einer Hand.

Ähnlich wie bei Blair Witch Project kommt hier wieder eine wackelnde Kamera zum Einsatz, die so dem gesamte Film einen authentischen, amateurhaften Charakter nach Art einer Dokumentation verleiht. Das kann man von den beiden Hautdarstellern nicht behaupten, denn die spielen ihre Rolle durchaus überzeugend.
Die Studentin Katie (Katie Featherstone) und ihr Freund Micah (Micah Sloat) wohnen zusammen in San Diego, und werden laut Katies Überzeugung von einer Art Poltergeist heimgesucht. Ihr Freund ist davon weniger überzeugt, und startet eine Videodokumentation der Geschehnisse im ihrem Haus. Doch damit tut er den beiden keinen Gefallen, sondern verstärkt die paranormalen Aktivitäten nur noch. Mehr an Story braucht es nun auch nicht mehr, um den Zuschauer erwartungsvoll die nächsten spannungsvollen Nächte des sympathischen Pärchens herbeizusehnen. Denn die werden, durch immer stärke Übergriffe eines mysteriösen “Etwas”, zu einer wachsenden Bedrohung. Und so steigert sich der Film auch langsam aber sicher.

Spärlich eingesetzt sind die Schockmomente, die zum Ende hin aber in ihrer Intensität massiv zunehmen.
Der Reiz des Films ist seine Atmosphäre. Die vermeintlich harmlose Normalität ist es, was Paranormal Activity auszeichnet. Das Bett, der Flur, die Dunkelheit sind die Zutaten aus dem der gepflegte Grusel entsteht. Banale Sachen, die jedem normalen Menschen zum Abend hin zur Verfügung stehen, und somit auch ein “Könnte …” vor dem eigenen geistigen Auge entstehen lassen, und die Frage aufwirft: Was passiert eigentlich um mich herum, wenn ich schlafe?

Für den Film gibt es 3 verschiedene Enden. Steven Spielberg hatte seine ganz eigene Vorstellungen, und lies diese kurzerhand in seiner eigene Fassung mit einfließen. Ebenso eine Screenerfassung, die Journalisten und Kritikern gezeigt wurde, und die original Kinofassung. Alle 3 hinterlassen jedenfalls einen bleibenden Eindruck. Der Erfolg des Films, der auch auf kräftiges Marketing zurückzuführen ist, ist Garant für einen 2. Teil. der bereits in Arbeit ist. Voraussichtlich übernimmt Kevin Greutert, verantwortlich für Saw VI, diesmal die Regie. Der US-Kinostart ist mit dem 22. Oktober 2010 sinnigerweise auf kurz vor Halloween gelegt worden.
Ob das Sequel das bekannte Schicksal des undankbaren “2.Teils” erleidet, weil es einfach nicht an die Qualität des 1.Teils anknüpfen kann, werden die deutschen Kinogänger vielleicht noch dieses Jahr in Erfahrung bringen können.
Das Budget für Paranormal Activity 2 wurde jedenfalls bereits kräftig erhöht. Fast schon abzusehen ist dabei, dass darunter die bisherige Atmosphäre leidet, und die Gefahr wächst, dass die einfachen aber wirkungsvollen Zutaten des Films in einer überkandidelten Pompösität untergehen.
Aber wir wollen das Beste hoffen!

Fazit:
Paranormal Activity spaltet die Gemüter. Für manche ist er in seiner Einfachheit zu schlicht, andere werden ihn gerade deswegen lieben. Zumindest aber sticht er wohltuend aus der Masse hervor. Sehenswert ist er aber auf jeden Fall, und bekommt somit eine ordentliche 7+ .

Wertung: 7.0/10

Paranormal Activity
Darsteller: Katie Featherston, Micah Sloat, Amber Armstrong, Mark Fredrichs
Regie: Oren Peli – Drehbuch: Oren Peli
USA / 2007 – circa 87 Minuten

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Bewertung: 7.0/10 (1 x bewertet)

G.I. JOE – Geheimauftrag Cobra (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 24 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | G.I. JOE - Geheimauftrag Cobra

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 8.0/10 (1 x bewertet)
2009 wird ein teures Jahr für Hasbro gewesen sein: Neben Transformers 2 ging die Comicverfilmung G.I. JOE an den Start, die schon vorab viel Kritik einstecken musste.
Ungerechtfertigter Weise wie wir meinen, so hat uns das temporeiche 175 Millionen Dollar Aktion-Spektakel sogar noch einen Deut besser gefallen als Transformers 2.

Gelegen hat das vor allem an der Heldentruppe, in der jeder Einzelne noch eine, seine, Hintergrundstory erhält. Zugegeben die sind zwar nicht allzu komplex, doch für den Flair des Filmes sind sie eine Bereicherung. Die Fehde zwischen Snake Eyes und Storm Shadow z.B., die sich schon seit ihren Jugendzeiten hinzieht, und die durch sporadisch auftretenden Rückblenden erzählt wird, lässt deren Motivation noch etwas glaubwürdiger erscheinen. Ebenso die familiären und partnerschaftlichen Verstrickungen der einzelnen Kontrahenten, in denen es einmal mehr um Liebe und Enttäuschung und den Dingen dazwischen geht. Schon klar das mal wieder die Welt von ihrer drohenden Zerstörung durch machthungrige Agitatoren gesäubert werden muss, von daher wurde von Regisseur Stephen Sommers nichts neu erfunden, und so fackelt auch dieser Film nicht lange, und bietet dem Zuschauer das was er erwarte: Bombast-Aktion und kurzweilige Unterhaltung.

Doch zunächst zum Inhalt:

Captain „Duke“ Hauser (Channing Tatum) und seine Einheit haben die Aufgabe neu entwickelte Sprengköpfe – dank neuester Nanotechnologie mit alles vernichtender Zerstörungskraft aus einem Lager in Kirgistan zu eskortieren. Das dieses Unterfangen nicht reibungslos vonstatten geht, dürfte fast schon klar sein, denn solcherlei Kriegsgerät weckt doch hin und wieder Begehrlichkeiten. An dieser Stelle nun betritt The Baroness (Sienna Miller) das Geschehen, um für ein heilloses Durcheinander in den Reihen der sonst so disziplinierten Soldaten zu sorgen. Natürlich haben sie und ihre Leute es auf die Sprengköpfe abgesehen. Nebenbei bemerkt weist diese Dame eine starke Ähnlichkeit mit Segas Bayonetta auf, so daß wir uns schon fragen, wer da von wem abgeschaut haben mag?

Aber nun gut, während diese Überfalls bekommt Captain „Duke“ Hauser Unterstützung einer bis dato unbekannten Einheit, die trotz allerlei HiTech-Kriegsgerät und beeindruckenden Kampftechniken den Raub nicht verhindern kann. Angeführt wird diese kleine schlagkräftige Stoßtruppe von Shana ‘Scarlett’ O’Hara (Rachel Nichols), die mit Snake Eyes einen kampferprobten Kompagnon an ihrer Seite hat. Doch alles Metzeln hilft nichts, die Sprengköpfe kommen in den Besitz der Organisation COBRA.
Um die Sprengköpfe wiederzuerlangen machen sich Captain „Duke“ Hauser und sein Partner Ripcord (Marlon Wayans) kurzerhand auf dem Weg sich dem Eliteteam G.I. JOE anzuschließen, dessen Stützpunkt in der ägyptischen Wüste liegt, und von General Hawk (Dennis Quaid) angeführt wird. Nach ihrer Ausbildung werden die Beiden zunächst unter Vorbehalt in das Team aufgenommen, und bekommen somit Zugang zu den neuesten technische Spielereien – Gadgets, die die USA zu bieten hat.
Die sind auch bitter nötig, weil das Zurückholen der Sprengköpfe kein leichtes Unterfangen ist, wie allein die opulent in Szene gesetzte Verfolgungsjagd, durch Paris, in der Mitte des Films zeigt, bei der die halbe Stadt in Schutt und Asche gelegt wird. So traurig das auch klingen mag, so unterhaltsam ist sie dem Regisseure und seinem Team an Rechnern und Sets doch gelungen. Die zahlreichen und teilweise überdrehten Gerätschaften bieten einiges an interessanten Möglichkeiten der Inszenierung.
Das ganze Tohuwabohu, das sich von Europa, bis zu den Polarmeeren zieht, zu Land, zu Wasser und in der Luft, entgeht natürlich auch nicht dem amerikanischen Präsidenten, der mal wieder von Jonathan Pryce gespielt wird – der Rolle seines Lebens :D. Ihm ist in seinem Plot auch die Rolle zugedacht auf den 2.Teil hinzuweisen.
Bis zum Showdown jedoch, der sogar einer der leiseren Töne ist, vergehen äußerst lebhafte Kinostunden, denn wie zu erwarten ist der Erzählstil durchweg rasant, größenwahnsinnig in der technischen Umsetzung, sowie farbenfroh und bildgewaltig in den Effekten. :D Besonders nett anzusehen sind die Kampfszenen im asiatischen Stil. Wie schon erwähnt lebt G.I. JOE gerade von den kleinen Nebenstorys, die sogar ein recht feines Netz um die Hauptstory herumspinnen, und immer noch eins drauf setzen in dem Gerangel zwischen den Guten und den Bösen.

Fazit:

Star Wars meets James Bond, meets The Avengers (Mit Schirm, Charme und Melone) ist es, was G.I. JOE vielleicht am ehesten umschreibt. Von allem etwas und anschließend kräftig geschüttelt und gerührt. Die teilweise recht spaßigen, trockenen Dialoge und die überzogenen Charaktere zeigen einmal mehr, dass sich dieser Film nicht allzu ernst nimmt. Bemängeln kann man natürlich die flache Hauptstory, aber falsche Erwartungen sind wie immer der Zement im Rückgrat einer geschmeidigen Zufriedenheit :).

In diesem Sinne:

Wertung: 8.0/10



G.I. JOE – Geheimauftrag Cobra
Darsteller: Dennis Quaid, Sienna Miller, Joseph Gordon-Levitt, Shana ‘Scarlett’ O’Hara, Rachel Nichols, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Ray Park, Saïd Taghmaoui, Byung-hun Lee u.a.
Regie: Stephen Sommers – Drehbuch: Skip Woods, Stuart Beattie – Kamera: Mitchell Amundsen – Bildschnitt: Jim May – Musik: Alan Silvestri
USA / 2009 – circa 118 Minuten

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Bewertung: 8.0/10 (1 x bewertet)

Griechenland – Europas Schmuddelkind

gepostet von PolitikBasis am 21 - Januar - 2010- 1 KOMMENTAR

Der neueste Sündenbock der EU der, dem deutschen Bürger aufgetischt wird, lautet Griechenland.
Auf einmal stößt selbsternannten Wirtschaftswissenschaftlern und Experten, die riesige Staatsverschuldung sauer auf. Nur vorher hat es sie nicht interessiert. Durchaus im Sinne aller EU-Partner, und sogar mit den selben Werkzeugen wie sie auch andere Staaten benutzen, hat sich Griechenland vor dieser Finanzkrise verhalten: Staatsausgaben auf Pump, Umverteilung von unten nach oben, Tricksereien in Statistiken, Beschönigungen, und eine Propagandamaschinerie, die berechtigte Kritik am Vorgehen der griechischen Regierung nicht zuließ. Und wenn, dann wurde sie in einem politischen Pseudokampf, irgendwo zwischen Links/Rechts und einer Mitte versenkt:

Die riesige Staatsverschuldung Griechenlands, aber auch die großen Defizite in Italien und Portugal setzen den Euro unter Druck. Noch nie gab es innerhalb einer gemeinsamen Währungszone solch krasse Unterschiede. Experten beginnen, an der Konstruktion der Gemeinschaftswährung zu zweifeln.

WeltOnline: Euro im Abwärtssog der griechischen Tragödie »

Die Verantwortung wird auch beim Thema der Staatsverschuldung Griechenlands plötzlich auf alle Bürger abgewälzt, doch dabei sind die schon lange mindestens genauso angep**st bezüglich ihre Entscheidungsträger, wie die Leute hier von ihren. Käuflich sind sie hüben wie drüben. Wenn es gut läuft und die erzeugten Blasen nicht sofort platzen, erzählt eine kleine Gruppe über ihre Massenmedien vom Sieg des Kapitalismus, und einem Neoliberalismus als die geistige Voraussetzung dafür. Doch ist das Kind in den Brunnen gefallen, sind plötzlich alle gefangen in einer Art solidarischem Sozialismus, der mit dem simplen Wort z.B. “Griechenland” alle in Haftung nimmt.

Jetzt mit dem Finger auf EU-Partner zu zeigen, offenbart nur die charakterliche Defizite dieser Personenkreise und ist mehr als verlogen.

Schuld trifft mit Sicherheit da nicht den Bürger, sondern wieder eine kleine Gruppe politisch/wirtschaftlicher Entscheidungsträger, die sich nur wieder hinter dem, was gemeinhin als Gesellschaft verstanden wird, versteckt.
Auf den selben tönernen Füßen steht auch die Berichterstattung hier, die den Menschen zum Zwecke des “Teilen und Herrschens” von einer Schuld der Gemeinschaft Griechenlands überzeugen will.

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Bewertung: 5.0/10 (3 x bewertet)

Gamer (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 20 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Gamer

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)
Erzählte uns Running Man mit Schwarzenegger, und Matrix seinerzeit noch wenigstens originell etwas über unsere mögliche HiTech-Zukunft, ist mit Gamer ein cineastischer Tiefpunkt erreicht. Allein die dröhnende Soundkulisse und die hektischen Schnitte, inklusive der verwackelten Kameras, mögen den Zuschauer wach halten.

Gamer greift das aktuelle Thema der Killerspiele auf, ist dabei aber weder gesellschaftskritisch noch in irgendeiner Weise aufklärerisch. So hätte dieser Titel eigentlich korrekterweise Shooter heißen müssen, denn darum geht es vornehmlich. Kable, gespielt von Gerard Butler, bekannt aus 300, steht mit 27 von 30 gewonnen Turnierspielen kurz vor seiner Entlassung, oder besser gesagt Begnadigung. Als neuzeitlicher Gladiator kämpft er, fremdgesteuert durch einen jugendlichen Online-Spieler mittels in das Gehirn injizierter Nanotechnologie, gegen andere Mitstreiter. In extra angelegten, abgegrenzten Territorien, ähnlich Arenen, kämpfen sie in Gruppen gegeneinander. Granaten, Mg’s und diverse andere Schießprügel stehen ihnen dabei als Ausrüstung zur Verfügung.
Der Level der Gewaltdarstellung
ist im gesamten Filmverlauf relativ hoch, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass es dabei eher darum geht dem jüngeren, ausgeschlossenen Publikum den Film schmackhaft machen zu wollen, als das es wirklich dramaturgisch notwendig gewesen wäre.

Aber zurück zum Inhalt:
Veranstalter des ganzen Spektakels ist der Milliardär Ken Castle (Michael C.Hall), der damit auch die Rolle des Fieslings im Streifen übernimmt. Erfolgreich wurde der mit einer Art Sims der nächsten Generation: In Society generieren nicht mehr Bits und Pixel den Avatar, sondern echte Menschen lassen sich zu Marionetten manchen. Gesteuert von echten Personen kommt es dabei natürlich zu allerlei Perversionen, was aber nur am Rande thematisiert wird. In dieser zerfallenden Gesellschaft trachtet die Opposition “Humanz” in Form von Hackern danach, dem ganzen Treiben rund um Ken Castle Einhalt zu gebieten. Der lässt sich das natürlich nicht ohne weiteres gefallen, und schmiedet so den einen und anderen perfiden Plan. Kables Frau (Amber Valletta) wird dabei ebenso involviert, wie dessen kleine Tochter.
Die Schauspieler sind durchweg etwas fad, keine Persönlichkeiten mit denen man mitfiebern könnte und die länger im Gedächtnis bleiben. Verstärkt wird diese Seelenlosigkeit durch steril wirkende Settings überwiegend in Grau. Die Kampfszenen sind durch die hecktischen Kamerawackler und schnellen Schnitte nervtötend. Und auch so manche Szene übt eher eine ungewollte Komik aus, als das sie eine drohende Gefahr beschreibt. Wenn z.B. ein stark motorisiertes Vehikel mit ein paar Spritzern eines hochprotzentigen Mageninahltes zur Höchstleistung aufläuft, dann ist das soweit von jeglicher Realität entfernt, dass damit schon im Ansatz jede Ernsthaftigkeit zerstört wird. Der Rapper Ludacris als Anführer der Rebellen rettet da auch nichts mehr.

Was bleibt?
Ein Film für den Pausenhof, auf dem so manche gezeigte “Frag”-Szenen als “cool” oder “krass” gilt. Die Zielgruppe dürfte dementsprechend zwischen 16 und 25 anzusiedeln sein, aber nur, wenn die wirklich nichts besseres zu tun haben, wie eine ordentliche Runde Counter Strike mit Freunden z.B.. Die Anderen machen doch lieber einen Bogen um den Film.

Wertung: 5/10

Gamer
Darsteller: Gerard Butler, Alison Lohman, Michael C. Hall, Zoe Bell, John Leguizamo u.a.
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor – Drehbuch: Mark Neveldine, Brian Taylor
USA 2009 – circa 94 Minuten

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Omnipräsenz: Jack Wolfskin & The North Face

gepostet von PolitikBasis am 18 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

wolfskin_logoJa, ich bekenne mich zur Ablehnung von Jack Wolfskin und The North Face!

- Werft mich in Ketten, werft mich in den Kerker! -

Ich weiß, Freunde werde ich mir damit nicht machen, doch der Drang mich nicht einreihen lassen zu wollen ist stärker. Anscheinend widerstehe ich damit einem Trend, der große Teile der Bevölkerung erfasst hat. Wie fremdgesteuert scheinen diese armen verwirrten Menschen, und in in Massen treten sie auf: In der U-Bahn, auf der Straße, im Café. Keinen Blick kann man wenden, kein Auge riskieren, ohne an dem Logo eines Jack Wolfskin oder eines North Face hängenzubleiben. Furchtbar. Frei nach dem Motto: Wir sind zwar alles totale Individualisten, erkennen uns aber an unseren Uniformen, präsentieren die Träger stolz, dass sie einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppierung angehören – wollen?
Doch zeigen sie damit nicht noch mehr?

Ist diese schiere Überpräsenz nicht eher schon ein Grund von diesen Herstellern nicht zu kaufen.
Denn: möchte ich so sein wie die anderen, das selbe tragen, mich kategorisieren lassen in eine bestimmte Konsumentenschicht? Definitiv nicht!
Mag sein das die Qualität gut ist, aber muss ich mich deswegen zur wandelnden Litfaßsäule machen, und mit dem Erwerb allen anderen zeigen, dass ich ein Lappen bin, der einem simplen Gruppenzwang, bzw. einer Gruppendynamik erlegen ist, und auch ansonsten leicht manipulierbar? Das ist ja fast schon gefährlich! (des nächtens. z.B., oder wenn es um eine politische Entscheidungsfähigkeit geht.)

Ich sage NEIN!
Geht dieser Hype anderen ähnlich gegen den Strich, oder bin ich nur ein einsamer Rufer in der Wüste!?

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Bewertung: 5.4/10 (5 x bewertet)

Das Kabinett des Dr. Parnassus (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 16 - Januar - 2010- 1 KOMMENTAR

PolitikBasis | Das Kabinett des Dr. Parnassus

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 8.0/10 (1 x bewertet)
Zwischen dem Baron v. Münchhausen und Alice im Wunderland ist noch reichlich Platz für den einen oder anderen Fantasy-Film. So z.B. für das Das Kabinett des Dr. Parnassus von Terry Gilliam. Skurril und ziemlich verspielt, ein modernes Märchen möchte man meinen, dabei ist seine Story doch tatsächlich an Goethes Faust angelehnt.

Zum Inhalt: Der alte, klapprige Schaustellerwagen, von Pferden gezogen, der wie aus einer anderen Zeit scheint, ist Dreh und Angelpunkt eines altes Zwistes zwischen Mephisto, respektive dem Teufel, und dem Magier Parnassus (Christopher Plummer), der seine Unsterblichkeit durch einen Pakt von ihm erhielt. Doch der Preis dafür ist hoch, denn das liebreizende Töchterchen Valentina (Lily Cole) ist das Preisgeld, welches mit ihrem 16. Geburtstag zur Auszahlung fällig wird. Die einzige Möglichkeit das drohende Unheil noch abzuwenden ist es, sich auf eine Wette einzulassen: Valentina geht nicht in des Teufels Besitz über, wenn 5 Seelen schneller von der illustren, 4 köpfigen Schaustellertruppe eingefangen werden können, als der Teufel es selbst kann. Verstärkung erhält die kleine Gruppe, im Laufe des Films vom jungen Tony (Heath Ledger), den sie kurzerhand vor dem Tod durch den Strick retten.
Damit bahnt sich auch eine zarte Liebesgeschichte zwischen Valentina und Tony an, natürlich unter den eifersüchtigen Blicken Antons (Andrew Garfield), der dem ganzen Treiben nichts abgewinnen kann.

Leider verläuft auch irgendwann dieser Plot im Sand, und es schleicht sich langsam der Eindruck ein, daß vieles in diesem bunten und durchaus unterhaltsamen Treiben nur schmückendes Beiwerk einer ansonsten dünnen Story ist. Die zahlreichen interessanten Charaktere bleiben diffus und ohne Tiefe.
Ein Manko, denn die zahlreichen Erzählstränge werden meist nur hastig angeschnitten, ohne das dabei unbedingt für Klarheit gesorgt wird, sondern sie eher zur einer allgemeinen Verwirrung beitragen. So wird auf den wichtigen Spiegel, der das Tor in eine phantasievolle Gedankenwelten ist, nicht weiter eingegangen. Ebenso wie auf Parnassus Fähigkeiten selbst. Ein typischer Film zum mindestens 2 x anschauen, wie sich letztendlich herausstellt.
Gerade der Anfang wirkt etwas holprig, so wird der Zuschauer ins kalte Wasser geworfen, und die Spannung durch schlichtes Weglassen aufgebaut. Niemand fragt nach einem Warum oder Wieso. Die Fakten sind geschaffen, und damit hat der Zuschauer, für 122 min. zu leben. Aber Gott sei Dank bleibt nicht alles im Dunklen, und so erschließt sich vieles mit der Zeit dann doch, nur leider ist die Erzählung nicht so elegant gelöst wie bei Franklyn, wo sich das Ganze zum Ende hin, in ein logisch nachvollziehbares Konstrukt zusammenfügt.
Langweilig wird es nicht. Ständig passiert etwas, denn genügend Sets gibt es ja, und mit der Phantasiewelt des Dr. Parnassus hat der Regisseure ein buntes Werkzeug in der Hand, um mit zahlreichen CGI-Effekte dem Zuschauer ein wohlwollendes AHH und Ohh zu entlocken.
Daß es Heath Ledgers letzter Film ist, bleibt auch hier nicht unerwähnt. Der Hype darum ist aber etwas überzogen. Gut, er spielt solide, von Profis sollte aber nichts anderes zu erwarten sein. Völlig unauffällig reihen sich auch sein 3 Stellvertreter (Johnny Depp, Colin Farrell, Jude Law) ein. Der Story tut das ohnehin keinen Abbruch, denn die ist so schräg, dass das “Gesichtwechseln” beim Durchschreiten des Spiegels ebenso gut fester Bestandteil des Drehbuches hätte sein können. Ungewöhnlich, aber eben nicht Aussergewöhnlich.

Tom Waits als der diabolische Mr. Nick, ist neben Christopher Plummer, einer der Highlights des Films. Ironisch-witzig mimt er den (nicht wirklich) bösen Part, und hat mit dem ständig lallende, weil betrunkenen Plummer alias Parnassus das passende Gegenstück.

Fazit:
Das Kabinett des Dr. Parnassus ist ein quietschbuntes Fantasy-Spektakel mit eigenem Charme. Alles in allem ist es aber etwas zu hastig erzählt, und zu sehr auf Effekthascherei fixiert. Dennoch: die Schauspieler kommen allesamt sympathisch rüber, und wie schon gesagt: wer beim ersten Durchlauf manches nicht mitbekommt kann auch noch, ohne das Langeweile aufkommt, mittels der DVD aus der Videothek für Klarheit sorgen.

Wertung: 7/10



Das Kabinett des Dr. Parnassus
Darsteller: Heath Ledger, Christopher Plummer, Lily Cole, Tom Waits, Johnny Depp, Colin Farrell, Jude Law u.a.
Regie: Terry Gilliam – Drehbuch: Charles McKeown, Terry Gilliam
USA/GB 2009 – circa 122 Minuten

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Nur echte Sozialromantiker schreien “Krise”

gepostet von PolitikBasis am 11 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

Die Medien verdrehen mal wieder die Wahrnehmung, und erklären in so manchem neuen Artikel alles zur “Sozialromantik”, nur nicht das soziale und solidarische Einstehen aller, für die Finanzmarktkrise. Diese merkwürdige Logik offenbart sich immer wieder bei solchen oder ähnlichen Artikeln:

WeltOnline: Die Hartz-IV-Sozialromantiker sind gefährlich »

Der Satz, wer länger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, soll mehr bekommen, klingt überzeugend. Auch Verbesserungen für Kinder und Alleinerziehende sind populär. Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es die Arbeitslosen ruhigstellt, anstatt sie zu aktivieren.

Was aber ist die exorbitante Stützung der Finanzmärkte anderes, als der Wunsch eines weiterhin möglichst friedlichen, gesellschaftlichen Zusammenlebens? Sozialromantik!

Das, was der Finanzwirtschaft widerfahren ist, hätte demnach gar nicht das Prädikat Krise bekommen brauchen, sondern könnte ebensogut “Herausforderung” oder “Justierung” heißen. Wem nutzt es also, von “Krise” zu sprechen:

Den Begriff Krise nehmen doch vornehmlich diejenigen in den Mund, die ahnen, dass die Chance auf ein süßes, luxuriöses Leben ohne Arbeit, auf Kosten anderer, für sie nicht mehr unbedingt gewährleistet ist.
Allgemein von (Welt)Krise zu sprechen aktiviert nun mal ganz nebenbei den sozialen Kern des Einzelnen. Auf einmal sollen alle mitverantwortlich sein, um aus der “Krise” herauszukommen.

Nur: Niedriglöhner, Arbeitslose, und auch der normale Mensch von der Strasse, kommt doch nur auf die Idee von Krise zu sprechen, weil Medien und Politik sie im Gleichklang zu dem erklären.

Sie könnten auch ohne Banken leben, ohne diese Regierung, und sogar ohne diesen Staat. Das Schreckgespenst, dass alles um die Ohren fliegen könnte, wenn dieses Finanzsystem nicht gestützt werden würde, kommt doch gerade von unflexiblen “Sozialromantikern”, die es sich eingerichtet haben im Sozialgefüge der einzelnen Staaten und auf Kosten derer leben. Damit sich das nicht ändert schreien sie Krise, um an die Mittel zu kommen weiterzumachen.

Die Aktivierung, wie es im Artikel so vollmundig heißt, stoppt anscheinend ganz plötzlich bei denjenigen, die nicht bereit sind ihren Anteil an Einschränkungen ihrer Lebensweise zu übernehmen, und auch damit ihren Teil der Verantwortung.

Denn auch ein verfilztes Finanzsystem gehört aktiviert und nicht mit Steuergeldern ruhig gestellt! Der größte Fehler war es, es zu stützen, denn die Folgen sind letztendlich noch unsozialer, als wenn man es hätte vor die Hunde gehen lassen.

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PolitikBasis | Amazon | Real Live RoadrunningSchlechten Tag gehabt? Miese Laune? Alles grau? Nichts läuft? Kennen wir, gar kein Problem, PolitikBasis sagt Ihnen wie Sie wieder auf den Damm kommen:
Im Grunde brauchts da nicht viel, eigentlich nur zwei Sachen – einen DVD Player, und das Live Album von Mark Knopfler and Emmylou Harris: Real Live Roadrunning.

Mark Knopfler, war das nicht….? Doch, der war’s. Aber wir wollen nicht so tun als sei er Jahre oder gar jahrzehntelang in einer Versenkung verschwunden gewesen. Neben einer Vielzahl von Singles und verschieden Alben, tourt er fleißig durch die Weltgeschichte und verzückt seine Hörerschaft und Fangemeinden weiterhin mit seinem brillantem und einzigartigen Gitarrenspiel.
2006 also war es, als Mark Knopfler and Emmylou Harris eines ihrer letzten Konzerte ihrer Tour auf DVD brachten. Herausgekommen ist ein erdiger, lässiger Livemitschnitt geprägt von starkem Countryeinschlag, was nicht verwundert, verstärkt Emmylou Harris den ohnehin vorbelasteten Knopfler noch zusätzlich. Störend? Keineswegs: selbst wer bisher nicht Country als seine Stilrichtung entdeckt hat, wird sich dem Zauber Knopflers Gitarrenspiel nicht entziehen können. Harmonisch ergänzt von Emmylou Harris, der ohnehin nachgesagt wird, jeden Interpreten ordentlich begleiten zu können.

Nur wenige Male wird es bei diesem 2 stündigen Konzert einen Ausflug in alte Dire Straits Zeiten geben: “Romeo and Juliet“, “Why Worry“, u.a. ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Doch schnell wendet man sich musikalisch wieder der näheren Vergangenheit zu, und bekommt schnell einen Eindruck, was die beiden die letzten Jahre eigentlich unter anderem so trieben. Sehr angenehm, wenn man, so wie ich, Knopfler/Harris musikalisches Schaffen eventuell nicht immer verfolgte. Zahlreiche Highlights erzeugen einen Spannungsbogen, der das Konzert eingängig und mit hohem Wiederhörwert versieht. Gerade in der 2. Hälfte des Konzerts erzeugen Stücke wie “This Is Us” und dem grandiosen “Speedway At Nazareth” ein emotionales Wohlgefühl. Die Band, in bester Spiellaune, begleitet souverän mit Fidel, Harmonika und erstklassigen Klaviereinlagen.

Visuell passt sich das Konzert der musikalischen Qualität an. Entspannte Kameraführungen mit vereinzelten Unschärfen, die den einen oder anderen stören könnten. Trüben tuen sie aber den positiven Gesamteindruck nicht wirklich. Wer es ohne visuelle Eindrücke mag, kann auch einfach auf die zusätzliche CD zurückgreifen, auf der aber aus Platzgründen nicht alle Title vorhanden sind.
Mit DTS 5.1. kommt auch soundtechnisch dieses Konzert druckvoll und sehr klar herüber.

Fazit:
Klare Kaufempfehlung. Nicht nur Countryfans kommen hier voll auf ihre Kosten, sondern alle, die echte Musiker live bei ihrem Handwerk erleben wollen. Ein Wohltat für alle vom musikalischen Einheitsbrei Geschädigten.

Wertung: 9.5/10



Real Live Roadrunning – Mark Knopfler & Emmylou Harris / Reinhören »
Darsteller: Mark Knopfler, Emmylou Harris
Regie: Martyn Atkins
Studio: Universal/Music/DVD
USA / 2006 – circa 158 Minuten

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Bewertung: 9.0/10 (1 x bewertet)
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