PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die Februar, 2010

District 9 (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 26 - Februar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | District 9

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Betrachtet man sich District 9 etwas genauer und lässt einfach mal die ganzen technischen Effekte bei Seite, bleibt eine sozialkritische Beschreibung von typisch gesellschaftlichen Verhaltensweisen.
Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint, und so lassen sich mit District 9 doch durchaus Parallelen zu realen politischen Zuständen ziehen. Angesprochen werden mit diesem Film sowohl Gutmenschen jeglicher Coloer, wie auch vermeintlich Konservative. Nur “die Mitte” ist, sofern sie überhaupt auszumachen ist, in Gestalt der Ehefrau des Hauptdarstellers Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley) zu finden – unschuldig, leichtgläubig und in einem Mitläufertum gefangen.
Doch worum geht es hier überhaupt?
Irgendwo zwischen Insekten und Predatoren sind die Prawns anzusiedeln. Unglücklicherweise auf der Erde gestrandet, in Johannisburg um genau zu sein, wurde ihnen dort ein Refugium gewährt. Sie fristen ihr Leben in Slums und sind gesellschaftlich weder in irgendeiner Weise angesehen, noch integriert. Ein typischer Fall von Ausgrenzung. Ob gewollt oder nicht gewollt, für bestimmte (menschliche) Kreise sind solche Verwerfungen immer nützlich,…und tatsächlich, auch hier ließe sich der fast schon geflügelte Satz, unlängst geäußert von Dorothea Siems, anwenden: “Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, [...]“. Wir von der PolitikBasis sprachen nicht umsonst von einem Universalsatz. Das sei aber nur nebenbei bemerkt.

Besonders am Anfang des Films neigt der Zuschauer doch eher dazu mit der Spezies Mensch zu sympathisieren. Diese nehmen die halb verhungerten und gestrandeten Prawns auf, gewähren ihnen Unterschlupf und Bleibe. Das Verhalten der Prawns jedoch ist nicht das was zu einem friedlichen Miteinander beiträgt, denn es ist schlicht zu wenig angepasst und nicht einer allgemein akzeptierten gesellschaftlichen Norm entsprechend. Wer einen Bezug zu realen polititischen Vorkommnissen sehen möchte kann dieses ruhig tun, denn der ist zweifewlos vorhanden.

Die Sympathie des Zuschauers dürfte sich aber schnell ändern, denn im Zuge der der geplanten Umsiedlung der rund 1.2 Mio. Prawns, die bereits seit 20 Jahren dort hausen, kommt es schnell zu gewalttätigen Übergriffen seitens der internationalen Organisation MNU (Multi-National United) unter der Führung des leicht bräsigen Wikus Van De Merwe. Keine Frage, die Aliens sind ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Sie legen typisch menschliche Verhaltensweisen an den Tag. Drogengebrauch gehört ebenso zum Tagesgeschäft wie Hehlerei und anderes mehr. Doch wer würde einer armen diskriminierten Minderheit den Beistand absprechen? Genau, die Wenigsten, und wenn es eins gibt was der Film versteht, dann ist es Ressentiments zu schüren. Zwischen Machtmissbrauch auf der einen Seite, dem moralischen Fehlverhalten auf der anderen, und dem Zwang letztendlich doch immer zu einem sozialen Verhalten zurückkehren zu müssen, weil es Umstände gibt, die Zusammenarbeit erfordern.

So wird Wikus Van De Merwe selbst zum Gejagten und muß im Verlauf feststellen, dass diese Prawns gar nicht viel anders sind als wir Menschen und sie auch Mitleid verdienen. So wird auch beim Zuschauer kräftig auf die Tränendrüse gedrückt: wenn Papa Prawn mit Sohnemann den Häschern entkommen will, und dabei immer wieder in deren Fänge gerät, ist es zum verzweifeln, aber auch überaus spannend inszeniert! Es geht also richtig zu Sache, und je weiter der Film voranschreitet, desto mehr wird in die (3D) Effektkiste gegriffen und man kommt sich streckenweise vor, wie beim Terminator, oder bei MechWarrior.

Sharlto Copley spielt die Rolle des Wikus Van De Merwe wirklich sehr gut. Ist er Anfangs noch ein schmieriger Schreibtischtäter, der besoffen durch die ihm erst kürzlich zugeteilte Macht nach unten, auf die vermeindlich schwächere Gruppierung der Prawns tritt, wird er im Verlauf des Films fast schon geläutert. Bemerkenswert, denn schauspielerische Erfahrung hat er noch gar nicht sammeln können. Seine Besetzung verdankt er der engen Freundschaft zum Regisseure Neill Blomkamp.
Fast schon als überspitzt, aber durchaus glaubwürdig in ihren Handlungen sind die verschiedenen anderen Charaktere. Der “schnöde Mammon” in dieser skizzierten, degenerierten Gesellschaft schwebt bedrohlich über allen Taten und liefert die Vorlagen für jeden gezeigten Schusswechsel. Der Zuschauer bleibt zurück mit befriedigenden Gefühl, dass es auch diesmal wieder den Richtigen getroffen hat. Denn zum Ende hin ist dieser Film ganz hollywoodlike und macht keine Experimente. Sicherlich auch, weil der 2.Teil ist bereits angedacht ist.


Was bleibt?

District 9 ist schon eine kleine Überraschung. Don’t believe the hype ist das, was einen eventuell bisher davon abhielt den Film anzuschauen. Unbegründet, weder gibt es eine moralinsaure Gesellschaftskritik noch allzu überdrehte Effekte. Der Handlungsstrang mag nicht immer, für jeden 100% nachvollziehbar sein, aber das macht diesen Film aus: Es gibt für jeden einen Platz auf einer imaginären, Sozial-Skala. Die einen werden den derben Umgang mit der Minderheit – zum Zwecke der Gewinnoptimierung gutheißen, und wieder andere werden sich auf die Seite der Schwächeren schlagen. Wie in Echt eben :). Und das Ganze in einem äußerst spannend Grundgerüst.

Wertung: 8.0/10


District 9
Darsteller: Sharlto Copley, David James, Jason Cope, Nathalie Boltt, Sylvaine Strike, John Sumner u.a.
Regie: Neill Blomkamp – Drehbuch: Neill Blomkamp, Terri Tatchell – Kamera: Trent Opaloch
Musik: Clinton Shorter
USA / 2009 – circa 111 Minuten

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Frau Käßmann unter Pharisäern

gepostet von PolitikBasis am 24 - Februar - 2010- KOMMENTAR+

Frau Käßmanns Alkoholfahrt schlägt hohe Wellen. So hoch, dass sie schon gar nicht mehr als angemessen gelten können:

Mit Spannung wird auf das Ergebnis der nächtlichen Krisenberatung der Evangelischen Kirche in Deutschland gewartet. Ein Nachfolger stünde bereit, doch bisher will Käßmann nur die rechtlichen Konsequenzen tragen. Unklar ist auch, wer ihr männlicher Beifahrer war und somit nichts gegen die Alkoholfahrt unternahm.

Kirchenrat entscheidet über Käßmanns Zukunft »

Denn wer ist schon Frau Käßmann? Nicht mehr als ein unparteiisches Bauernopfer um von Rüttgers und Westerwelle abzulenken. Der Mob will Köpfe rollen sehen, und so bietet sich diese Frau halt an, um den Drang nachzugeben.

Wenn alle die so laut aufschreien mal mit sich selbst ähnlich kritisch und hart vorgehen würden wenn es um Steuerbetrügereien geht, sähe die Republik tatsächlich anders aus.
Aber so entsteht letztendlich wieder nur der Eindruck einer pharisäerhaften Gesellschaft, die sich vor lauter Dekadenz selbst nicht aus dem eigenen Sumpf ziehen wird, und somit den Kelch ihres eigenen Niedergangs bis zur bitteren Neige austrinken wird.

Ihre PolitikBasis.

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Orphan – Das Waisenkind (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 20 - Februar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Orphan - Das Waisenkind

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Jaja, das kennt man schon: kleine Satansbraten die mit ihren boshaften Intrigen andere schier in den Wahnsinn treiben können. Das Omen, Joshua und Kinder des Zorns heißen die Filme und stehen für eine üble, fleischgewordene Art pädagogischer Fehltritte, bei denen Hopfen und Malz einfach verloren ist.

Genau dort ist auch Orphan – Das Waisenkind vom Regisseur Jaume Collet-Serra anzusiedeln. Mehr Thriller als Horror, obwohl der Film zu Beginn recht heftig anfängt, bezieht er seine Spannung nicht durch Metzelorgien, sondern durch die Verwirrspiele einer adoptierten Neunjährigen namens Esther (Isabelle Fuhrman), welche sie immer wieder zwischen dem Ehepaar Coleman, genauer gesagt Kate (Vera Farmiga) und John Coleman (Peter Sarsgaard), anzuzetteln vermag.

Dabei hätte alles so schön werden können. Endlich sind die Beiden bereit ein Kind zu adoptieren, nachdem Kates letzte Schwangerschaft schief ging, und sie ihr Kind bei der Geburt verlor. Beruflich erfolgreich zwar steht das Pärchen im Leben, ein paar dunkle Schatten in der Vergangenheit jedoch verdüstern die Idylle, und sorgen im Verlauf des Films, als Nebenplot, auch noch zusätzlich für das eine oder anderer Haareraufen beim Zuschauer. Das Waisenkind Esther versteht es nämlich ganz vorzüglich Personen gegeneinander auszuspielen.

Ganz angetan sind Kate und John an jenem Tag im Waisenhaus. Intelligent und feinsinnig kommt Esther daher und schleicht sich in die Herzen ihrer zukünftigen Eltern. In ihrem neuen Zuhause angekommen, vereinnahmte sie schnell noch die kleine taubstumme Tochter Maxine, genannt Max (Aryana Engineer), und hat ab diesem Zeitpunkt die Zügel fest in der Hand. Beeindruckend ist die schauspielerische Leistung der achtjährigen Aryana Engineer. Ist sie der heimliche Star des Films? Egal, ihre wichtige Rolle trägt sie zumindest mit Bravour.
Zur unfreiwilligen Komik kommt es bei Esthers ersten Schultag, beim Betreten der Klasse: ihre Andersartigkeit wird Ziel des Spottes, und ihr anschließend strafender Blick ist so bemerkenswert, dass ihr tatsächlich Verständnis für ihren Groll gegenüber der Schulkameradin entgegengebracht wird. Da verzeiht man ihr schon eher das rüde Vorgehen wenn es um die anschließende Rache geht :).
Ihren neuen Bruder (James Bennett) wickelt Esther jedoch nicht so leicht um den Finger. Ihm wird schnell klar, dass mit seiner Schwester etwas nicht stimmt, zumal die negativen Ereignisse sich anfangen zu häufen. Er gehört also “anders” auf Esthers Linie gebracht, als einfach durch gutes Zureden. Und so verdichten sich im Verlauf des Films die Intrigen, denn die Verschleierung der Wahrheit ihrer Herkunft, muss Esther durch immer extremere Handlungen aufrecht erhalten.
Und so steuert nach rund 120 min. alles auf einen in Gewaltexzessen mündenden Showdown hinaus.
Ja wer hätte das gedacht? :)

Der Film zieht seine Spannung überwiegend aus der Zutat, dass einer der Hauptdarsteller weiß, dass etwas nicht mit rechten Dingen zu geht, und mit ihm der Zuschauer. Eine andere Fraktion, in diesem Fall Kates Ehemann, wird andererseits in Unkenntnis gelassen, und zweifelt immer wieder die Richtigkeit des scheinbar Offensichtlichen an. Schlimmer noch, die wissenden Personen werden als psychisch labil oder Ähnliches dargestellt. Und damit beginnt der eigentliche Kampf, nämlich der um die Überzeugung. Dass es dabei zu Kollateralschäden kommt ist unabdingbar, was Peter Sarsgaard alias John Coleman (als Kates Ehemann) auch im späteren Verlauf am eigenen Leib zu spüren bekommt. Doch bevor wir zuviel erzählen kommen wir lieber schon zum Fazit.

Fazit:
Orphan – Das Waisenkind hat eine dichte Story die spannend inszeniert ist. Es ist keine Low-Budget Produktion, sondern gehobene Mittelklasse, die eine interessante und logische Aufklärung der Vorgänge in Petto hat. Das Setting ist durchweg düster, ebenso die dazu passende Filmmusik. Gute Schauspieler, allen vorweg Isabelle Fuhrman als Horrorkid wissen zu überzeugen. Sehenswert!

Wertung: 7.0/10


Orphan – Das Waisenkind
Darsteller: Vera Farmiga, Peter Sarsgaard, Isabelle Fuhrman, CCH Pounder, Jimmy Bennett, Margo Martindale, Karel Roden, Aryana Engineer
Regie: Jaume Collet-Serra – Drehbuch: David Leslie Johnson – Kamera: Jeff Cutter
Musik: John Ottman – Schnitt: Tim Alverson
USA / 2009 – circa 122 Minuten

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Warum es jetzt nur konsequent wäre “den Staat” aufzulösen

gepostet von PolitikBasis am 16 - Februar - 2010- 1 KOMMENTAR

reichstagWenn es in der Gesellschaft darum geht ein allgemeines, diffuses Gefühl von Unzufriedenheit auf ein Objekt zu übertragen, ist “der Staat” immer wieder ein beliebtes Ziel.
Dass es sich dabei aber eher um ein völlig abstrahiertes (Gedanken)Gebilde handelt, geht bei den ganzen Schuldzuweisungen nur leider immer gerne unter. Denn wen sollen sie damit wirklich treffen?
Der Zusammenschluss von Menschen – mit seinen sozialen Komponenten, der erst dadurch zum “Staat” wird, kann weder aufgekündigt, noch in irgendeiner Weise bezahlt, bestraft, oder gebremst werden. Der neoliberale Kapitalismus der derzeitigen Art, stößt hier an seine Grenzen, weswegen die angeschlagenen Töne, die aus den Mündern seiner Anhänger und Mitläufer kommen, auch so schrill sind. Nicht gegen den Staat wird also gewettert, sondern höchstens gegen das, was innerhalb des immer währenden und sozial unkündbaren Gebildes geschieht.
Dementsprechend leicht auszuhebeln sind die vielfältigen Argumente die gegen “den Staat” gehen. Zu eng sind die Verquickungen jedes Einzelnen zu ihm. Als Sündenbock funktioniert er so auch nicht recht, denn zu sehr profitierte in der Vergangenheit ein jeder von diesem Staatsgebilde, und die meisten werden es auch noch tun, bis zum Ende ihrer Tage.
Doch was geschieht, wenn permanent verbal und mit Gesetzen gegen “den Staat” vorgegangen wird? Er zerbricht an den an ihn gestellten Forderungen, denn die Gemeinschaft löst die Komponente auf, die sie erst zum Staat werden ließ: die Soziale.
Doch wenn das das Ziel ist, dann müssen wir das auch konsequent tun:

Und so werden viele quengelnd und nöhlend, und auf ewig unzufrieden ob des “bösen Staates”, ihr Leben bis jenseits der 70 fristen. Doch das muss nicht zwingend so sein, denn ein erfülltes Leben im Wohlstand, gibt es auch bei einer Lebenserwartung von nur 60 Jahren, 50 oder gar nur 40 Jahren. Auch braucht es keine 500 Euro im Monat um üppig über die Runden zu kommen, und so zu Ende gedacht, bedarf es noch nicht einmal eines Staates, um ordentlich zu leben!
Mit diesen gedanklichen Rüstzeug im Gepäck, ist es nun auch durchaus möglichen diesen Staat gänzlich den Rücken zu kehren bzw. ihn aufzulösen. Konsequent wäre es allemal, denn ein Leben auf der Basis eines echten, eigenverantwortlichen Handelns winkt verheißungsvoll. Die ganze Thematik und das Lamentieren hätte ein Ende, und der Ballast auf die Interessen anderer Personenkreise Rücksicht nehmen zu müssen ebenso, und das sogar ohne auf Wohlstand zu verzichten, denn der ist ohnehin immer nur subjektiv.

Keine Subventionen, keine Rettungsschirme, keine Vergünstigungen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Pensionäre oder Beamte, keine Lobbyarbeit, und kein HartzIV oder ähnliche Umverteilungsmechanismen. Es würde ganz natürlich funktionieren, denn solange Vergleichbares noch besteht, wird für andere immer auf höchstem Niveau gejammert, oder es kann Dekadenz vorgeworfen werden.
Das ist aber gar nicht nötig, wenn jeder einfach soziales Handeln weitestgehend seinlassen würde.

finanzkriseWas ohne dieses Staatsgebilde heraus käme, wäre auch nur “Markt”, und der ist mindestens genauso lebenswert wie das, was wir derzeit aufzuweisen haben. Auf eine andere Art zwar, aber auch der kann durchaus “Wohlstand” generieren, und als solcher auch bezeichnet werden. Es ist nur, wie so vieles, eine Frage der Wahrnehmung und des Blickwinkels. Schwerer würden die Lebensbedingungen nur eher subjektiv. Höchstens in der gesellschaftlichen Umbruchphase, am Anfang, würde es zu ein paar Problemen kommen, die aber wiederum nur dem subjektiven Empfinden geschuldet sind. Der Verlust von liebgewonnenen Bequemlichkeiten hinterlässt eventuell eine Leere, die neu gefüllt werden will. Nichts Anderes passiert ja jetzt gerade, weil viele merken, wie sich der Wohlstand, so wie wir ihn noch kennen, langsam aber sich in Luft auflöst. So werden 1-Euro-Jobs zu 1-Euro-Märkten, was aber unerheblich ist, denn: Wohlstand hat auch in der kleinsten Hütte Platz!

Der Markt, bzw. die sich verändernde Bedürfnisse und ihre Befriedigung, würden sich nach der Auflösung des Staates neu ausrichten. Die Familie würde einen höheren Stellenwert bekommen, weil es natürlich auch keine Alterssicherung im herkömmlichen Sinne mehr gäbe. Die medizinische Versorgung kann man sich dann aber auch nicht mehr so vorstellen wie sie jetzt ist, sie wäre aber wahrscheinlich günstiger, in der Qualität aber auch nicht mit der 1.Klasse unseres mittlerweile 3 Klassensystems zu vergleichen. Der familiäre Zusammenhalt jedoch würde andererseits wieder stärker zum Tragen kommen. Die Versorgung mit Lebensmitteln müsste man sich auch anders vorstellen als heute, und sie wäre anderes organisiert.
Eventuell wird früher verstorben, was aber nicht unbedingt negativ sein muss. Demut und Dankbarkeit für die Zeit hier, würde wieder verstärkt im Vordergrund stehen.

Sie sehen also: ob Staat oder nicht- letztendlich kommt es ja doch nur auf einen selbst an, was man aus der Situation macht. Ob die Leute nun das Beste aus HartzIV machen sollen, ihrer Altersarmut, dem leidvollen Leben als Steuerhinterzieher in der Schweiz, oder einfach das Beste aus einem nicht existenten Staatsgebilde – “Jeder ist seines Glückes Schmied” gilt halt immer. Denn Lebensqualität, Wohlstand und gar “Reichtum” ist nicht zwingend an einen Staat gebunden, sondern eine innere Haltung! Warum sich also weiter herumquälen?

Die Vorstellung der Auflösung der BRD bietet alles: Freiheit, Eigenverantwortung, Leistungsanreize, Arbeit, vielleicht auch wieder ein Stück weit die nötige Demut dem Leben gegenüber, und damit das Aufkeimen längst verloren geglaubter Werte. Wer braucht also noch diesen Staat? Seine Auflösung wäre für viele ein Befreiungsschlag, und nicht etwa für die, die am oberen Ende der Hierarchie stehen.
Nein, sogar ganz im Gegenteil!
Die Besitzstandswahrer, die zwar immer wieder auf den Staat und seine Mitbürger schimpfen, die sich aber so fest eingebettet haben, dass sie ohne ihn höchstens als Hanswürste dastehen, sind es jedenfalls nicht.

Kein Staat – ein unvorstellbarer Gedanke? Höchstens in Ihrem Kopf. Es wäre vielleicht ein Schrecken, aber sicher nicht das Ende.
Dabei sind wir auf dem Weg schon ein Stück weit. Sind Sie also endlich bereit sich loszusagen, und konsequenten den endgültigen Schritt zu wagen, in eine eigenverantwortliche und liberale Zukunft – oder verkriechen sich lieber weiterhin, aus reiner Bequemlichkeit, unter dem Rockzipfel eines angeblich so verhassten Staates, mit einer auf Verlautbarungen reduzierten Politik? Schreiben Sie uns!

Ihre PolitikBasis.

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haengematteDie Mär vom Mittelstand im Wohlstand durch weniger Sozialstaat scheint sich genauso hartnäckig in Deutschland zu halten wie das Märchen, dass Wachstum zu Wohlstand wird. Dieses Dogma aus längst vergangenen Tagen wird zwar noch gerne von den Medien transportieren, ist aber eher dem Zweck geschuldet eine präferierte politische Konstellation zu bewerben, als das echte Substanz dahinter stecken würde.

Folgt man der relativ gängigen, öffentlichen Meinungen, bezüglich dem was Sozialstaat und Mittelschicht genannt wird, könnte man meinen, dass die Lösung der wirtschaftlichen Probleme ganz einfach ist: HartzIV lautet der Übeltäter und ist zugleich Ausdruck und Pseudonym für den überbordenden Sozialstaat, der einfach mit den Werkzeugen Druck, Repressalien und Zwang in Schach gehalten werden muss.

Fast schon verzweifelt zu nennen, ist da der Versuch des Außenministers Westerwelle, den scheinbar unabänderlichen Niedergang der Staates der BRD mittels eines Brandkommentares aufzuhalten. Ziel ist natürlich mal wieder sein verhasster Sozialstaat (im Grunde meint er HartzIV), der ihm und Seinesgleichen zwar gerade erst mittels Milliarden für Banken- und Finanzsystem den Hintern gerettet hat, der aber ansonsten eigentlich abgeschafft gehört. Höchstens noch zu gebrauchen ist er zur Bedienung von Pensionsansprüchen, für diverse Lobbygruppen, für den Schweizer Steuerbetrug, und nicht zu vergessen natürlich: für die eigenen Diäten.

Herr Guido Westerwelle schrieb in seinem Gastkommentar:

Die Hartz-IV-Diskussion trägt sozialistische Züge. Gerufen wird nach dem Staat, die Rechnung begleicht der Steuerzahler. Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung.

Welt Online: An die deutsche Mittelschicht denkt niemand »

Herr Westerwelle, jede Umschichtung von Kapital, ob von Oben nach Unten, oder von Unten nach Oben, für z.B. die Bankenrettung, oder Unternehmensentlastungen durch Niedriglöhne(r), oder für die Senkung der Mehrwertsteuer für die Hotellerie, sind Sozialleistungen aus Steuergeldern, und tragen damit sozialistische Züge.
Und an die deutsche Mittelschicht denkt niemand? Aber nicht doch Herr Westerwelle. Für wen meinen Sie denn sind die HartzIV Gesetze im Grunde gemacht worden. Die Mittelschicht lebt nun mal nicht in einem luftleeren Raum, sondern landet entweder dort drin, oder ihre Löhne werden damit gedrückt. Das hat der Mittelschicht natürlich niemand so direkt gesagt, was nun verständlicher Weise zu Irritationen führt.

Doch kommen wir zum Punkt:

Weniger Sozialstaat heißt nicht automatisch mehr Arbeit für Andere, und steigenden oder zumindest gleichbleibenden Wohlstand für einen Selber. Weniger Sozialstaat heißt: die breite Absenkung von liebgewonnenen Bequemlichkeiten, bei gleichzeitiger Umorientierung und der Erschließung von neuen Einnahmequellen. Das nennt man “Markt”.
Es werden also nicht auf einmal alle unglaublich fleißig, und rackern 10 oder 12 h am Tag, sondern eher werden die Ansprüche aller sinken und der Verlust von sicheren, gut bezahlten Arbeitsplätzen wird durch eine wachsende (Klein)Kriminalität wie Schmiergelder, Schwarzarbeit, Schutzgelderderpressungen und anderes mehr kompensiert werden. Man arrangiert sich eben mit den Widrigkeiten.

Am Ende stehen Ghettos, Slums, und eine breite Unterschicht. Das ist nun mal der bequemste Weg für den Menschen der wenig Perspektiven hat. Schauen sie in andere Länder, und sehen sie was dort passiert. Es wird also richtig schmutzig in der BRD.

Solange Deutschlands Bürger sich aber permanent in die Hose machen wenn sie mit Trillerpfeifchen auf eine Demo gehen, und nicht die Skrupellosigkeit russischer Mafiosi oder wenigstens rumänischer (Klein)Krimineller besitzen, sind die Menschen in diesem Land noch nicht einmal ansatzweise fähig an “weniger Sozialstaat” zu denken. Hier muss erst mal der Geist einer ordentlichen Portion Respektlosigkeit und Autoritätsverdammnis wehen, damit die Leute wirklich eigenverantwortlich handeln können.

Schreien tun schon viele zustimmend, wenn Herr Westerwelle lautstark den Abbau des Sozialstaates propagiert, doch die wirklichen Konsequenzen sind nur die Wenigsten bereit zu übernehmen. Denn im Endeffekt ist ihre Zustimmung und der Jubel, wenn es gegen HartzIV (aka: den Sozialstaat) geht, nur Ausdruck von Hoffnung vom immer kleiner werdenden Kuchen wenigstens noch etwas abzubekommen. Das soll den eigenen Niedergang bremsen, oder man möchte ihm ganz entgehen.

Und in diesem Sinne tönen viele von Eigenverantwortung. Nur, bei den meisten dieser Personen kann man nicht allzu sicher sein, ob sie sich wirklich vorstellen können in einem Land zu leben, dessen Menschen tatsächlich eigenverantwortlich handeln. Das gestaltet sich nämlich eventuell nicht immer so kuschelig als wie es jetzt ist, und so kann man annehmen, dass nicht wenige dieser Krakeeler selbst unter die Räder ihrer vielgepriesenen Eigenverantwortung kommen.

Machen sie das Beste daraus. ;)
Ihre Mittelschicht. (aka PolitikBasis)

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fussballEs ist ziemlich offensichtlich: der gesellschaftliche Verfall schreitet immer weiter voran. Die jüngste Affäre rund um den Schweizer Steuerbetrug offenbart die Dekadenz der Gesellschaft, und die Doppelmoral der selbsternannten Eliten und Leistungsträger. Reinwaschen möchten man sich mittels unter das Volk gestreuten Botschaften, und den mehr als zweifelhaften Erklärungsversuchen warum Verständnis für das Vorgehen aufgebracht werden sollte. Dabei wirkt es alles nur noch an den Haaren herbeigezogen, und niemand tut sich damit einen Gefallen, sondern schürt damit weiter den Unmut.

Bei der Jagd auf Steuersünder scheint jedes Mittel erlaubt zu sein. Wahr ist, Steuerhinterziehung kann niemand gutheißen. Wahr ist aber auch: Niemand zahlt gerne Steuern, denn die Besteuerung in Deutschland ist zu hoch, zu kompliziert und alles andere als gerecht.

WeltOnline: Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit »

Eine lächerliche Aussage, die damit mehr ein Scheunentor als eine Hintertür offen lässt, um die breite Palette von Finanzbetrügereien zu rechtfertigen. Es sind auch die Personen die der Gesellschaft ohne mit der Wimper zu zucken eintrichtern möchten, auf welch hohem Niveau das untere Ende der Gesellschaft angeblich am Jammern sei. Nur erklären können sie nicht, warum die Betrüger der Steuern nicht damit zufrieden sein können, was ihnen nach Abzug der Steuern in Deutschland bleibt. Der verzweifelte Versuch mit: “aber die Finanzen sind global” ist mehr eine Erklärung dem Diebstahl nicht Einhalt gebieten zu wollen, als das es eine Rechtfertigung wäre.

Zwar fehlt das gestohlene Geld im Land, und dementsprechend ist die hiesige Berichterstattung, doch der passende Schluss ist auf Grund zu starker kognitiver Dissonanzen zu viel verlangt. Die Gier ist einfach stärker, und dort wo Rationalität angebracht wäre, weicht sie Emotionalität. Es bleibt ihnen offensichtlich nicht mehr als der alte Reflex mit dem Finger auf andere zu zeigen, um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Da muss dann schon mal die Überzahlung der HartzIV-Empfängers herhalten, um die Betrügereien zu rechtfertigen. Auch die “Schaffung von Arbeitsplätzen” als Quintessenz von Steuerhinterziehung, oder der angeblichen 15% die alles hier bezahlen, ist banal. Sicherlich haben die wenigsten der arbeitenden Bevölkerung etwas dagegen, wenn aus den 15 Prozent 75 Prozent werden. Offenbart sich damit doch nur das Ungleichverhältnis der Einkommensverteilung. Und wer erzählt, dass ohne diese Steuerhinterziehung die Lohnarbeit wegfallen würde, outet sich höchstens als angepasster Experte, eines systemtreuen Instituts, oder als Professor mit gekauftem Doktortiteln – ein Thema, welches auffallend schnell fallen gelassen wurde. So stellen Professoren und Experten das dar, was früher Pfaffen und Kirchenoberhäupter waren. Sie sind schlicht nützlich.
Ursache und Wirkung wird hier bis aufs Letzte verzerrt. Denn wenn es Kriminalität und Betrug bedarf, um anderen Menschen ein auskömmliches Leben zu ermöglichen, wird die Systemfrage gestellt werden müssen, und die Erkenntnis wird sein, dass es auch ohne Steuerbetrug gehen wird.

Natürlich ist Schwarzarbeit und andere Betrügerei nur schwer zu rechtfertigen, doch irgendwo muss die Gesellschaft anfangen dem gegenseitigen Zuspiel der Vorwürfe Einhalt zu gebieten.

Erschwerend ist nun das, was daraus geschlussfolgert werden kann: dort wo eine moralische Instanz fehlt, kann nur stärkere Kontrolle und Überwachung für eine gewisse Ordnung sorgen. Was wir alle verlieren ist letztendlich die Freiheit dort, wo Spinndoktoren von Liberalität sprechen. Ihre Fortsetzung findet sich z.B. in ELENA wider, der Datensammlung von Arbeitnehmern, und frisst sich weiter bis zum Schweizer Bankgeheimnis, das dem steigenden Druck nicht länger gewachsen sein wird.

Die Biegung des Grundgesetzes ist neben der Kontrolle eine weitere zweifelhafte Möglichkeit sich dem gesellschaftlichen Verfall zu widersetzen. Nur ist das GG verfasst worden, weil gerade die Vergangenheit die menschlichen Schwächen aufgezeigt hat, die, wenn sie nicht mittels Gesetze ihre Grenzen aufgezeigt bekommt, blutig im Chaos enden. Habgier, Machthunger, Neid, Lüge, usw. Die ganze Palette gilt es mittels GG im Zaum zu halten. Daran herumzuschrauben ist das Spiel mit dem Feuer, und das Aufkündigen eines friedlichen Miteinanders.

Verwunderlich nicht, dass in diesem Zusammenhang eine weiterer “Ausdruck der Unzufriedenheit” sich bahn bricht:

hr-Online: Bewegung Morgenlicht/Kommando Makeda »

Seit einigen Monaten verübt in Frankfurt eine “Bewegung Morgenlicht” Anschläge auf Unternehmen. Auch der jüngste Brandanschlag auf eine Drogerie soll auf ihr Konto gehen. Hat sich im Rhein-Main-Gebiet eine neue linksextreme Terrorgruppe gebildet?

Bewegung Morgenlicht kommt zwar noch eher wenig in den Systemmedien vor, hat aber Potential. Sie wird natürlich bis zum Geht-nicht-mehr verteufelt, und medienwirksam einer linksextremen Szene zugeordnet werden, doch trifft ihr Tun bereits auf breite Verständnis, denn sie ist ein logischer Schritt, denkt man an das Statement: “Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit”. Machen wir daraus ein: Bewegung Morgenlicht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit ist alles soweit gerechtfertigt und auch zukünftig alles mit “Unzufriedenheit” zu rechtfertigen.

Diese Aussage ist also das, was man ein klassisches Eigentor bezeichnet, ein Blankoscheck, denn den Konsequenzen wird man sich auch zukünftig mit Geld nicht entziehen können. Eher zieht sich die Schlinge weiter um den eigenen Hals. Soviel zu “Liberalität”. Wir sind weiter auf dem Weg in eine gewalttätige Zukunft und es wird auf lange Sicht kein Zurück geben.

Guten Morgen!
Ihre PolitikBasis.

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Sade – Soldier of Love (CD)

gepostet von PolitikBasis am 7 - Februar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Sade - Soldier of Love (CD)Ganze 10 Jahre ist es her, dass die Fans eine neues Album (Lovers Rock) von Sade Adu in den Händen halten konnten. Irgendwo, vor einiger Zeit schnappte ich auf, dass sie keine Konzerte mehr geben würde, und sie sich schon vor einigen Jahren in ihr Privatleben zurückgezogen hätte. Schade dachte ich, aber ihr außergewöhnliches Vermächtnis ist der Nachwelt erhalten geblieben. Mit 6 Alben und diversen Live DVDs kann man jederzeit auf ihr Schaffen zurückgreifen. Klar das da auch etwas überstrapazierte Titel im Gedächtnis bleiben wie der “Smooth Operator” oder das “The Sweetest Taboo“, aber daran sollte man sich nicht festhalten.
Um so überraschter war ich doch die Tage, als ich ihre neue CD im Regal stehen sah. Sofort waren die sanften Erinnerungen da, die diese Ausnahmekünstlerin mit ihrer Stimme zu wecken vermag. Eine ganze Generation hat sie mit ihren bittersüssen Balladen eingelullt und so den Schmerz den jeder einzelne auf dem Schlachtfeld der großen Gefühle erlitten hat, noch um einige weitere, wehmütige und schmachtende Komponenten bereichert.

Und in diesem Kontext betrachtet passt auch ihr aktuelle Album “Soldier of Love“. Um das Feuer der Liebe geht es natürlich wieder, und um die Männern und Frauen die sich als Glücksritter immer wieder darin verzehren. 10 Songs sind auf ihrer CD, eingespielt mit ihren alten Weggefährten (Denman/Matthewman/Hale), die einen gewohnt souveränen Klangteppich zaubern, getragen von der samtweichen Stimme Sade Adus.
Ein ganz leiser Hauch Rauheit hat sich bei ihr eingeschlichen. Mehr eine Bereicherung als Makel, gewinnt sie dadurch noch zusätzlich an Authentizität, so dass man der nun 51 jährigen vorbehaltlos abnimmt, dass sie genau weiß worüber sie singt.
Abwechslungsreich sind die Stücke, die immer wieder ganz dezente Anleihen an verschiedenste Stile nehmen. Einen Hauch Reggea, gar eine Countrygitarre bei “Be that easy” ist herauszuhören, eine spanische Guitarre bei “Long Hard Road“, und das puristische Klavier bei “Morning Bird“, nehmen einen mit auf die Reise.

Du willst Sade – du bekommst Sade. Diese CD reiht sich nahtlos in die hochwertigen Vorgänger ihrer Alben. Und das Schöne ist, dass wir alle irgendwann in der Stimmung für diese CD sind, ob Hardrocker oder HipHopper: spätestens wenn das Licht gedimmt, oder der letzte Trennungsschmerz aufgearbeitet werden will, ist dieses Album die erste Wahl, wenn es darum geht die passende Untermalung zu zaubern.

Wertung: 9.0/10



Sade – Soldier of love
Artist: Sade
Titel: Soldier of love
Label: SONY MUSIC

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M.A.G – Kurztest/Ersteindruck (PS3)

gepostet von PolitikBasis am 4 - Februar - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | M.A.G - Massive Action GameDie Suche nach einem taktiklastigen Shooter für die PS3 kann schon recht frustrierend werden. Nun steht eventuell, mit dem neuesten Streich von Zipper Interactive, eine ordentliche Alternative bereit: M.A.G nennt sich der Ableger, und steht kurz für: Massive Action Game.
Vom Namen her erst einmal etwas sperrig und uninspiriert sollte man sich davon nicht abschrecken lassen, denn schaut man unter die Oberfläche, zeigt sich ein durchdachtes, stark teambasiertes Konzept, das wenig mit “Haudrauf” zu tun hat. Einzelkämpfer werden wenig Chancen haben das Beste aus dem Spiel zu ziehen, zumal M.A.G ein reiner Online Shooter ist, ohne Single Player Kampagne. Die Missionen sind nur in Squads von bis zu 8 Spielern zu gewinnen und ohne Teamwork läuft da nicht viel. Ungewohnt ist auch, dass Squad-Leader ihnen während des Gefechts Befehle erteilen, und sich der Aufenthalt in ihrer Nähe mittels Boni für Sie auszahlt. Doch vorher sind Sie ohnehin mit mit ganz existenziellen Dingen beschäftigt: denn zunächst einmal gilt es den Überblick zu behalten, und das ist gar nicht so einfach.
Ihre Karriere beginnen Sie als einfacher Soldat, mit wenig Erfahrungspunkten, die Sie sinnvoll in in weitere Spezialisierungen stecken können. Rekruten haben es also nicht gerade leicht mit dem Einstieg in M.A.G. Ihre Ausrüstung liegt zunächst weit hinter denen von erfahrenen Spielern, und der Levelaufstieg will recht hart erarbeitet werden. Doch die hohe Motivation bezieht das Spiel nicht zuletzt aus der Charakterentwicklung. Erfahrungspunkte, die Sie für das Gewinnen der Missionen und Befehlsdurchführung erhalten, fließen direkt auf ihr Punktekonto und können immer wieder in Upgrades gesteckt werden. So ertappt man sich doch dabei noch eine Runde mehr zu spielen, nur um das neueste Zielfernrohr zu erhalten, oder endlich den stabilisierenden Haltegriff für die leichte MG. Mit der Zeit spezialisieren Sie sich so zunehmend, und werden entweder zum Experten für schweres Kampfgerät, zum Scharfschützen oder zur Elite-Infanterieeinheit. Und ab Level 15, (von maximal 60) werden Sie zum Squad-Leader und können anderen Befehle geben und verbessern zusätzlich, allein durch Ihre Anwesenheit, die Kampfwerte ihrer nahen Verbündeten.
Die Karten sind groß, und bis man die Laufwege der Gegner näher kennt vergeht doch einiges an Zeit, zumal Hinterhalte oder Angriffe von Anhöhen eine extra Herausforderung darstellen. Allzu oft findet man sich hinterrücks “gemessert” im Schlamm wieder, und erlebt einen dieser Frustmomente, in denen man den Controller am Liebsten in die Ecke feuern möchte. Da heißt es ruhig durchatmen, und sich das für das nächste Mal eine Lehre sein lassen.
Sollten Sie ein gutes Team erwischen, werden Sie zwischendurch auch immer mal wieder wiederbelebt. Eine Fähigkeit von der Sie, sobald Sie sie erlernt haben, auch regen Gebrauch machen sollten, um ihre Teamkameraden nicht den langen Rückweg zum Einsatzort aufzubürden. Das wirkt sich nämlich stark auf den Missionsablauf aus, was die Chancen schmälert das Spiel zu gewinnen. Gute, hilfsbereite Spieler sind problemlos in jeder der 3 Fraktionen (Valor, Raven, Sver) zu finden. Die Masse an Neueinsteigern ist derzeit noch hoch, so dass Angriffe und Verteidigungen zum Teil noch etwas konfus und unkoordiniert wirken. Das dürfte sich aber mit der Zeit legen, und sich mit der wachsenden Erfahrung der bereits ziemlich großen Community ändern.


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Bis zu 256 Spieler gleichzeitig tummeln sich auf dem Schlachtfeld, dementsprechend ist für ordentlich Action gesorgt. Es gibt also viel zu tun, und bis sich einem das ganze Potential von M.A.G eröffnet, dürfte einiges an Zeit vergehen. Hilfreich ist dabei jedenfalls die durchweg präzise Steuerung mit dem PS3-Controller, deren Umgang, trotz Standardbelegung, doch etwas Zeit braucht, bis sie locker von der Hand geht. Ducken, Hinlegen, Medipack auswählen, Granate hervorkramen, die Karte im Auge behalten, und schauen was hinter einem passiert, das soll erst einmal alles flott koordiniert werden. :)

Grafisch gibt es nichts auszusetzen. Für ein Spiel, das neben 256 Spielern noch Headsets, und Kommandos verarbeiten muss läuft dieser Titel wunderbar flüssig. Die Auflösung beschränkt sich zwar auf “nur” 780p, ist aber trotzdem äußerst ansprechend.

Fazit/Ersteindruck:
Es dürfte die Einarbeitungszeit sein, die es M.A.G etwas schwieriger macht für die Masse anziehend zu sein. Es ist kein Killzone2 und kein Modern Warfare 2. Einzelkämpfer sind hier nicht gefragt. Und um die Sache noch etwas zu komplizierter zu machen hat Zipper Interactive es verpasst dem Spiel ein ordentliches Tutorial zu verpassen, was zu dem etwas zähen Einstieg beiträgt. Das dünne Handbuch mit gerade mal 10 kleinen Seiten ist für ein Spiel dieses Kalibers doch etwas mickrig. Ein Ingame-Tutorial ist zwar vorhanden, deckt aber gerade mal die Bewegungen: Springen, Ducken, Laufen usw. ab, vom Befehlsmenü und dem Durchführen der Missionseinsätzen ist leider nichts zu entdecken. Aber nun gut, in Zeiten des Internets kann hier auf die rege Beteiligung der Foren und zahlreichen Clans zurückgegriffen werden, die in der Regel sehr hilfsbereit und geduldig den Noobs zeigen wo es langgeht. Geduld ist ohnehin einer der Schlüssel für den Erfolg von M.A.G Ob der langfristig von einer nennenswert großen Community aufgebracht wird, entscheidet über den Erfolg des Spieles. Ein Grund warum es hier auch keine Wertung gibt, jedoch aber die Empfehlung sich M.A.G zumindest einmal näher anzuschauen, denn Potenzial ist reichlich vorhanden. Und so kann ich mir gut eine Koexistenz neben den Genregrößen wie Battelfield und MW2 vorstellen, da gerade mit diesem Titel auch ein etwas reiferes Publikum angesprochen wird.


M.A.G – Massive Action Game
Genre: Online Shooter
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe
Entwickler: Zipper Interactive

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Bewertung: 8.0/10 (1 x bewertet)

Das Hotelprivileg birgt einen höchst unsozialen CharakterDass das Hotelprivileg in einschlägigen Kreisen auf eine breite Zustimmung trifft, ist nicht verwunderlich. Doch wie es mit allen Subventionen, finanziellen Erleichterungen und Sozialhilfen ist, hat auch diese Steuererleichterung einen Pferdefuß. Und so birgt auch dieses Privileg einen höchst unsozialen Charakter.

Wie Frau Dorothea Siems in ihrem Kommentar schon ganz richtig anmerkte, ist wahrlich nicht alles was sozial anmutet auch wirklich als solches zu bezeichnen. Was die Dame bei dem HartzIV- Personenkreis anprangert, und damit auf eine recht breite Zustimmung trifft, wird bei dem Thema der Hotellerie nicht hinterfragt oder bedacht, oder es wird schlicht nicht angesprochen.

So hieß es für den erstgenannten Personenkreis:

Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es die Arbeitslosen ruhigstellt, anstatt sie zu aktivieren.

Aber dieser Satz ist nicht unbedingt durchdacht, denn er ist ein Universalsatz. In ihm müssen immer nur ein oder zwei Wörter ausgetauscht werden, und er behält, trotz vermeintlich anderem Kontext, seine Richtigkeit.

Verändern wir ihn z.B. in diese Richtung:

Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es die Hotellerie ruhigstellt, anstatt sie zu aktivieren.

Er ist immer noch gültig, wenn wir davon ausgehen, dass Unternehmen in einer Marktwirtschaft sich permanent in diesem Markt behaupten müssen, um ihre Daseinsberechtigung unter Beweis zu stellen, und Platz machen sollten, wenn ihre Leistung den Anforderungen nicht entspricht.


Doch woran liegt es, das dieser Satz in seinem Kern universell ist?

Es ist ein Satz, der schlicht das Leistungsprinzip fokussiert. Unternehmen unterliegen den selben Mechanismen wie jedes Individuum. Sie haben ebenso den Hang zur Bequemlichkeit wie jeder einzelne Mensch. Der Markt mit seinen Konkurrenten ist ein unbequemes Pflaster: ständig muss man sich verschiedensten Angriffen erwehren, Pakte schmieden und zusehen, dass man nicht der Unterlegene ist. Es ist ein Kampf und er ist auch teilweise mühsam, und nicht viel anders ist es am Arbeitsmarkt.
Fängt nun eine Gesellschaft an in die Mechanismen einzugreifen mit z.B. Sozialhilfen, Subventionen, Steuervergünstigungen oder Rettungspaketen – die ja auch immer von der Gemeinschaft getragen werden, greifen diese somit immer massiv in den Markt ein.
Selbstverständlich wird diese soziale “Hilfe” gerne von jeder möglichen Institution und Privatperson in Anspruch genommen, von Unternehmen, Banken, Familien, Pensionären, Vollzeitarbeitern, Firmen etc.pp., also allen möglichen erdenklichen Personenkreisen. Sie stellen jedoch eine Erleichterung dar, die einer Bequemlichkeit Vorschub leistet. Diese führt dazu, dass im nächsten Schritt keine Veränderung mehr angestrebt wird.
Am Status Quo soll sich dann nichts mehr ändern, ein Abbau von ehemals zugebilligten Privilegien kommt dem Untergang des Abendlandes gleich, und das Ergebnis ist ein völlig vermauerter und verfilzter Lobbyismus, anstatt ein wirklich “freier Markt”. Wir sind nun bereits an diesem Punkt.

Wir sehen also: jede Form von vermeintlicher “Hilfe” führt zu unsozialen Verwerfungen und greift direkt in eine Auslese ein, die nach einem darwinschen Prinzip funktioniert. Sie wird in der heutigen Zeit, etwas moderner, gemeinhin als “Markt” bezeichnet.

Und so kommt es nun auch, das die Herrschaften des Weltwirtschaftsgipfels in Davos völlig ratlos dasitzen, und nicht wissen was sie mache sollen um den nächsten Crash zu verhindern. So wirkt ihre Rettung mit Milliarden von Dollar und Euros zwar dringlich, aber nur wenig hilfreich:

Wie lässt sich die Welt gerechter gestalten, ohne dass alle ärmer werden? Muss die Marktwirtschaft neu erfunden werden, oder geht es nur um die gründliche Wartung eines Systems, das sich bewährt hat? Schlüssige Lösungsansätze gab es dazu in Davos kaum.

WeltOnline: Magere Ergebnisse in Davos »

Aber auch hier lässt sich mit diesem Satz zeigen, wo die Versäumnisse liegen. Würde man hier konsequent ansetzen, würde diese Krise überwunden, ebenso wie die Gefahr einer weiteren gesenkt:

Vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es das Banken-/Finanzsystem ruhigstellt, anstatt es zu aktivieren (zu verändern).

Man hat es ihnen wesentlich zu einfach gemacht. Fordern wurde gänzlich außer acht gelassen, so dass sie von einer Aktivierung, die nach echten Lösungen sucht, meilenweit entfernt sind. Von den Hartz-Funktionen lässt sich also auch einiges problemlos auf Unternehmen, Banken oder Wirtschaft generell übertragen, weil diese den selben Mechanismen der angeprangerten Bequemlichkeit und Starre unterliegen.
In diesem Sinne: Danke Frau Siems.

Ihre PolitikBasis.

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