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Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Die Botschaft: “Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit” ist ein klassisches Eigentor

gepostet von PolitikBasisam 9 - Februar - 2010 -3 KOMMENTARE-  Share/Bookmark

fussballEs ist ziemlich offensichtlich: der gesellschaftliche Verfall schreitet immer weiter voran. Die jüngste Affäre rund um den Schweizer Steuerbetrug offenbart die Dekadenz der Gesellschaft, und die Doppelmoral der selbsternannten Eliten und Leistungsträger. Reinwaschen möchten man sich mittels unter das Volk gestreuten Botschaften, und den mehr als zweifelhaften Erklärungsversuchen warum Verständnis für das Vorgehen aufgebracht werden sollte. Dabei wirkt es alles nur noch an den Haaren herbeigezogen, und niemand tut sich damit einen Gefallen, sondern schürt damit weiter den Unmut.

Bei der Jagd auf Steuersünder scheint jedes Mittel erlaubt zu sein. Wahr ist, Steuerhinterziehung kann niemand gutheißen. Wahr ist aber auch: Niemand zahlt gerne Steuern, denn die Besteuerung in Deutschland ist zu hoch, zu kompliziert und alles andere als gerecht.

WeltOnline: Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit »

Eine lächerliche Aussage, die damit mehr ein Scheunentor als eine Hintertür offen lässt, um die breite Palette von Finanzbetrügereien zu rechtfertigen. Es sind auch die Personen die der Gesellschaft ohne mit der Wimper zu zucken eintrichtern möchten, auf welch hohem Niveau das untere Ende der Gesellschaft angeblich am Jammern sei. Nur erklären können sie nicht, warum die Betrüger der Steuern nicht damit zufrieden sein können, was ihnen nach Abzug der Steuern in Deutschland bleibt. Der verzweifelte Versuch mit: “aber die Finanzen sind global” ist mehr eine Erklärung dem Diebstahl nicht Einhalt gebieten zu wollen, als das es eine Rechtfertigung wäre.

Zwar fehlt das gestohlene Geld im Land, und dementsprechend ist die hiesige Berichterstattung, doch der passende Schluss ist auf Grund zu starker kognitiver Dissonanzen zu viel verlangt. Die Gier ist einfach stärker, und dort wo Rationalität angebracht wäre, weicht sie Emotionalität. Es bleibt ihnen offensichtlich nicht mehr als der alte Reflex mit dem Finger auf andere zu zeigen, um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Da muss dann schon mal die Überzahlung der HartzIV-Empfängers herhalten, um die Betrügereien zu rechtfertigen. Auch die “Schaffung von Arbeitsplätzen” als Quintessenz von Steuerhinterziehung, oder der angeblichen 15% die alles hier bezahlen, ist banal. Sicherlich haben die wenigsten der arbeitenden Bevölkerung etwas dagegen, wenn aus den 15 Prozent 75 Prozent werden. Offenbart sich damit doch nur das Ungleichverhältnis der Einkommensverteilung. Und wer erzählt, dass ohne diese Steuerhinterziehung die Lohnarbeit wegfallen würde, outet sich höchstens als angepasster Experte, eines systemtreuen Instituts, oder als Professor mit gekauftem Doktortiteln – ein Thema, welches auffallend schnell fallen gelassen wurde. So stellen Professoren und Experten das dar, was früher Pfaffen und Kirchenoberhäupter waren. Sie sind schlicht nützlich.
Ursache und Wirkung wird hier bis aufs Letzte verzerrt. Denn wenn es Kriminalität und Betrug bedarf, um anderen Menschen ein auskömmliches Leben zu ermöglichen, wird die Systemfrage gestellt werden müssen, und die Erkenntnis wird sein, dass es auch ohne Steuerbetrug gehen wird.

Natürlich ist Schwarzarbeit und andere Betrügerei nur schwer zu rechtfertigen, doch irgendwo muss die Gesellschaft anfangen dem gegenseitigen Zuspiel der Vorwürfe Einhalt zu gebieten.

Erschwerend ist nun das, was daraus geschlussfolgert werden kann: dort wo eine moralische Instanz fehlt, kann nur stärkere Kontrolle und Überwachung für eine gewisse Ordnung sorgen. Was wir alle verlieren ist letztendlich die Freiheit dort, wo Spinndoktoren von Liberalität sprechen. Ihre Fortsetzung findet sich z.B. in ELENA wider, der Datensammlung von Arbeitnehmern, und frisst sich weiter bis zum Schweizer Bankgeheimnis, das dem steigenden Druck nicht länger gewachsen sein wird.

Die Biegung des Grundgesetzes ist neben der Kontrolle eine weitere zweifelhafte Möglichkeit sich dem gesellschaftlichen Verfall zu widersetzen. Nur ist das GG verfasst worden, weil gerade die Vergangenheit die menschlichen Schwächen aufgezeigt hat, die, wenn sie nicht mittels Gesetze ihre Grenzen aufgezeigt bekommt, blutig im Chaos enden. Habgier, Machthunger, Neid, Lüge, usw. Die ganze Palette gilt es mittels GG im Zaum zu halten. Daran herumzuschrauben ist das Spiel mit dem Feuer, und das Aufkündigen eines friedlichen Miteinanders.

Verwunderlich nicht, dass in diesem Zusammenhang eine weiterer “Ausdruck der Unzufriedenheit” sich bahn bricht:

hr-Online: Bewegung Morgenlicht/Kommando Makeda »

Seit einigen Monaten verübt in Frankfurt eine “Bewegung Morgenlicht” Anschläge auf Unternehmen. Auch der jüngste Brandanschlag auf eine Drogerie soll auf ihr Konto gehen. Hat sich im Rhein-Main-Gebiet eine neue linksextreme Terrorgruppe gebildet?

Bewegung Morgenlicht kommt zwar noch eher wenig in den Systemmedien vor, hat aber Potential. Sie wird natürlich bis zum Geht-nicht-mehr verteufelt, und medienwirksam einer linksextremen Szene zugeordnet werden, doch trifft ihr Tun bereits auf breite Verständnis, denn sie ist ein logischer Schritt, denkt man an das Statement: “Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit”. Machen wir daraus ein: Bewegung Morgenlicht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit ist alles soweit gerechtfertigt und auch zukünftig alles mit “Unzufriedenheit” zu rechtfertigen.

Diese Aussage ist also das, was man ein klassisches Eigentor bezeichnet, ein Blankoscheck, denn den Konsequenzen wird man sich auch zukünftig mit Geld nicht entziehen können. Eher zieht sich die Schlinge weiter um den eigenen Hals. Soviel zu “Liberalität”. Wir sind weiter auf dem Weg in eine gewalttätige Zukunft und es wird auf lange Sicht kein Zurück geben.

Guten Morgen!
Ihre PolitikBasis.

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Die Botschaft: "Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit" ist ein klassisches Eigentor, 6.3 out of 10 based on 4 ratings

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3 Kommentare zu “Die Botschaft: “Steuerflucht ist der Ausdruck tiefer Unzufriedenheit” ist ein klassisches Eigentor”

  1. Tamara Bunke sagt:

    die Bewegung Morgenlicht scheint auch eine eigene webpage zu haben:

    http://dawn-movement.weebly.com

    @doch trifft ihr Tun bereits auf breite Verständnis@
    den Eindruck hab ich auch, und deren Denken und Handeln ist was völlig anderes als das von früheren militanten Gruppen. Ich sehe Bewegung Morgenlicht weder links (sie sind erklärterweise keine Marxisten) noch rechts, noch linke-rechte Aussenmitte oder sonstwas. Das sind einfach Leute, die sagen “wir haben die Schn…. voll von den vielen erlebten Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz und von dem menschenunwürdigen Leben im Kapitalismus”. Das hat wirklich nichts mit Terrorismus anderer Gruppen zu tun, eigentlich ist fast jeder der mit dem Kapitalismus unzufrieden ist ein potentielles Mitglied der Bewegung Morgenlicht oder ner ähnlichen Organisation. Jüngste Bürger-Umfragen haben sowohl der Regierung schwarz-gelb wie dem Kapitalismus als Wirtschaftssystem ihre Unzufriedenheit offiziell bekundet, weit mehr als die Hälfte fühlen sich nicht wohl darin und lehnen ihn ab.

    Hoffentlich weitet sich diese konsequente wie sympathische Morgenlicht-Mentalität auf möglichst viele Städte aus. Weiter so

  2. PolitikBasis sagt:

    Interessanter Link Frau Bunke, danke dass Sie uns davon wissen lassen. Wir werden uns hier sicherlich auch thematisch mit der Bewegung Morgenlicht auseinandersetzen.

  3. [...] letztendlich wieder nur der Eindruck einer pharisäerhaften Gesellschaft, die sich vor lauter Dekadenz selbst nicht aus dem eigenen Sumpf ziehen wird, und somit den Kelch ihres eigenen Niedergangs bis [...]

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