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Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Warum es jetzt nur konsequent wäre “den Staat” aufzulösen

gepostet von PolitikBasisam 16 - Februar - 2010 -1 KOMMENTAR-  Share/Bookmark

reichstagWenn es in der Gesellschaft darum geht ein allgemeines, diffuses Gefühl von Unzufriedenheit auf ein Objekt zu übertragen, ist “der Staat” immer wieder ein beliebtes Ziel.
Dass es sich dabei aber eher um ein völlig abstrahiertes (Gedanken)Gebilde handelt, geht bei den ganzen Schuldzuweisungen nur leider immer gerne unter. Denn wen sollen sie damit wirklich treffen?
Der Zusammenschluss von Menschen – mit seinen sozialen Komponenten, der erst dadurch zum “Staat” wird, kann weder aufgekündigt, noch in irgendeiner Weise bezahlt, bestraft, oder gebremst werden. Der neoliberale Kapitalismus der derzeitigen Art, stößt hier an seine Grenzen, weswegen die angeschlagenen Töne, die aus den Mündern seiner Anhänger und Mitläufer kommen, auch so schrill sind. Nicht gegen den Staat wird also gewettert, sondern höchstens gegen das, was innerhalb des immer währenden und sozial unkündbaren Gebildes geschieht.
Dementsprechend leicht auszuhebeln sind die vielfältigen Argumente die gegen “den Staat” gehen. Zu eng sind die Verquickungen jedes Einzelnen zu ihm. Als Sündenbock funktioniert er so auch nicht recht, denn zu sehr profitierte in der Vergangenheit ein jeder von diesem Staatsgebilde, und die meisten werden es auch noch tun, bis zum Ende ihrer Tage.
Doch was geschieht, wenn permanent verbal und mit Gesetzen gegen “den Staat” vorgegangen wird? Er zerbricht an den an ihn gestellten Forderungen, denn die Gemeinschaft löst die Komponente auf, die sie erst zum Staat werden ließ: die Soziale.
Doch wenn das das Ziel ist, dann müssen wir das auch konsequent tun:

Und so werden viele quengelnd und nöhlend, und auf ewig unzufrieden ob des “bösen Staates”, ihr Leben bis jenseits der 70 fristen. Doch das muss nicht zwingend so sein, denn ein erfülltes Leben im Wohlstand, gibt es auch bei einer Lebenserwartung von nur 60 Jahren, 50 oder gar nur 40 Jahren. Auch braucht es keine 500 Euro im Monat um üppig über die Runden zu kommen, und so zu Ende gedacht, bedarf es noch nicht einmal eines Staates, um ordentlich zu leben!
Mit diesen gedanklichen Rüstzeug im Gepäck, ist es nun auch durchaus möglichen diesen Staat gänzlich den Rücken zu kehren bzw. ihn aufzulösen. Konsequent wäre es allemal, denn ein Leben auf der Basis eines echten, eigenverantwortlichen Handelns winkt verheißungsvoll. Die ganze Thematik und das Lamentieren hätte ein Ende, und der Ballast auf die Interessen anderer Personenkreise Rücksicht nehmen zu müssen ebenso, und das sogar ohne auf Wohlstand zu verzichten, denn der ist ohnehin immer nur subjektiv.

Keine Subventionen, keine Rettungsschirme, keine Vergünstigungen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Pensionäre oder Beamte, keine Lobbyarbeit, und kein HartzIV oder ähnliche Umverteilungsmechanismen. Es würde ganz natürlich funktionieren, denn solange Vergleichbares noch besteht, wird für andere immer auf höchstem Niveau gejammert, oder es kann Dekadenz vorgeworfen werden.
Das ist aber gar nicht nötig, wenn jeder einfach soziales Handeln weitestgehend seinlassen würde.

finanzkriseWas ohne dieses Staatsgebilde heraus käme, wäre auch nur “Markt”, und der ist mindestens genauso lebenswert wie das, was wir derzeit aufzuweisen haben. Auf eine andere Art zwar, aber auch der kann durchaus “Wohlstand” generieren, und als solcher auch bezeichnet werden. Es ist nur, wie so vieles, eine Frage der Wahrnehmung und des Blickwinkels. Schwerer würden die Lebensbedingungen nur eher subjektiv. Höchstens in der gesellschaftlichen Umbruchphase, am Anfang, würde es zu ein paar Problemen kommen, die aber wiederum nur dem subjektiven Empfinden geschuldet sind. Der Verlust von liebgewonnenen Bequemlichkeiten hinterlässt eventuell eine Leere, die neu gefüllt werden will. Nichts Anderes passiert ja jetzt gerade, weil viele merken, wie sich der Wohlstand, so wie wir ihn noch kennen, langsam aber sich in Luft auflöst. So werden 1-Euro-Jobs zu 1-Euro-Märkten, was aber unerheblich ist, denn: Wohlstand hat auch in der kleinsten Hütte Platz!

Der Markt, bzw. die sich verändernde Bedürfnisse und ihre Befriedigung, würden sich nach der Auflösung des Staates neu ausrichten. Die Familie würde einen höheren Stellenwert bekommen, weil es natürlich auch keine Alterssicherung im herkömmlichen Sinne mehr gäbe. Die medizinische Versorgung kann man sich dann aber auch nicht mehr so vorstellen wie sie jetzt ist, sie wäre aber wahrscheinlich günstiger, in der Qualität aber auch nicht mit der 1.Klasse unseres mittlerweile 3 Klassensystems zu vergleichen. Der familiäre Zusammenhalt jedoch würde andererseits wieder stärker zum Tragen kommen. Die Versorgung mit Lebensmitteln müsste man sich auch anders vorstellen als heute, und sie wäre anderes organisiert.
Eventuell wird früher verstorben, was aber nicht unbedingt negativ sein muss. Demut und Dankbarkeit für die Zeit hier, würde wieder verstärkt im Vordergrund stehen.

Sie sehen also: ob Staat oder nicht- letztendlich kommt es ja doch nur auf einen selbst an, was man aus der Situation macht. Ob die Leute nun das Beste aus HartzIV machen sollen, ihrer Altersarmut, dem leidvollen Leben als Steuerhinterzieher in der Schweiz, oder einfach das Beste aus einem nicht existenten Staatsgebilde – “Jeder ist seines Glückes Schmied” gilt halt immer. Denn Lebensqualität, Wohlstand und gar “Reichtum” ist nicht zwingend an einen Staat gebunden, sondern eine innere Haltung! Warum sich also weiter herumquälen?

Die Vorstellung der Auflösung der BRD bietet alles: Freiheit, Eigenverantwortung, Leistungsanreize, Arbeit, vielleicht auch wieder ein Stück weit die nötige Demut dem Leben gegenüber, und damit das Aufkeimen längst verloren geglaubter Werte. Wer braucht also noch diesen Staat? Seine Auflösung wäre für viele ein Befreiungsschlag, und nicht etwa für die, die am oberen Ende der Hierarchie stehen.
Nein, sogar ganz im Gegenteil!
Die Besitzstandswahrer, die zwar immer wieder auf den Staat und seine Mitbürger schimpfen, die sich aber so fest eingebettet haben, dass sie ohne ihn höchstens als Hanswürste dastehen, sind es jedenfalls nicht.

Kein Staat – ein unvorstellbarer Gedanke? Höchstens in Ihrem Kopf. Es wäre vielleicht ein Schrecken, aber sicher nicht das Ende.
Dabei sind wir auf dem Weg schon ein Stück weit. Sind Sie also endlich bereit sich loszusagen, und konsequenten den endgültigen Schritt zu wagen, in eine eigenverantwortliche und liberale Zukunft – oder verkriechen sich lieber weiterhin, aus reiner Bequemlichkeit, unter dem Rockzipfel eines angeblich so verhassten Staates, mit einer auf Verlautbarungen reduzierten Politik? Schreiben Sie uns!

Ihre PolitikBasis.

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Ein Kommentar zu “Warum es jetzt nur konsequent wäre “den Staat” aufzulösen”

  1. PolitikBasis sagt:

    Der Text wurde überarbeitet. Der Gedanke der transportiert werden sollte, ist im ersten Anlauf nicht klar zum Ausdruck gekommen. Manchmal ist es so, dass sich das was ausgedrückt werden soll, noch nicht recht ausgeformt hat. Wir lassen ihn aber trotzdem drin.

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