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District 9 (Movie)

gepostet von PolitikBasisam 26 - Februar - 2010 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

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Betrachtet man sich District 9 etwas genauer und lässt einfach mal die ganzen technischen Effekte bei Seite, bleibt eine sozialkritische Beschreibung von typisch gesellschaftlichen Verhaltensweisen.
Das Gegenteil von Gut ist nicht Böse, sondern gut gemeint, und so lassen sich mit District 9 doch durchaus Parallelen zu realen politischen Zuständen ziehen. Angesprochen werden mit diesem Film sowohl Gutmenschen jeglicher Coloer, wie auch vermeintlich Konservative. Nur “die Mitte” ist, sofern sie überhaupt auszumachen ist, in Gestalt der Ehefrau des Hauptdarstellers Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley) zu finden – unschuldig, leichtgläubig und in einem Mitläufertum gefangen.
Doch worum geht es hier überhaupt?
Irgendwo zwischen Insekten und Predatoren sind die Prawns anzusiedeln. Unglücklicherweise auf der Erde gestrandet, in Johannisburg um genau zu sein, wurde ihnen dort ein Refugium gewährt. Sie fristen ihr Leben in Slums und sind gesellschaftlich weder in irgendeiner Weise angesehen, noch integriert. Ein typischer Fall von Ausgrenzung. Ob gewollt oder nicht gewollt, für bestimmte (menschliche) Kreise sind solche Verwerfungen immer nützlich,…und tatsächlich, auch hier ließe sich der fast schon geflügelte Satz, unlängst geäußert von Dorothea Siems, anwenden: “Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, [...]“. Wir von der PolitikBasis sprachen nicht umsonst von einem Universalsatz. Das sei aber nur nebenbei bemerkt.

Besonders am Anfang des Films neigt der Zuschauer doch eher dazu mit der Spezies Mensch zu sympathisieren. Diese nehmen die halb verhungerten und gestrandeten Prawns auf, gewähren ihnen Unterschlupf und Bleibe. Das Verhalten der Prawns jedoch ist nicht das was zu einem friedlichen Miteinander beiträgt, denn es ist schlicht zu wenig angepasst und nicht einer allgemein akzeptierten gesellschaftlichen Norm entsprechend. Wer einen Bezug zu realen polititischen Vorkommnissen sehen möchte kann dieses ruhig tun, denn der ist zweifewlos vorhanden.

Die Sympathie des Zuschauers dürfte sich aber schnell ändern, denn im Zuge der der geplanten Umsiedlung der rund 1.2 Mio. Prawns, die bereits seit 20 Jahren dort hausen, kommt es schnell zu gewalttätigen Übergriffen seitens der internationalen Organisation MNU (Multi-National United) unter der Führung des leicht bräsigen Wikus Van De Merwe. Keine Frage, die Aliens sind ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Sie legen typisch menschliche Verhaltensweisen an den Tag. Drogengebrauch gehört ebenso zum Tagesgeschäft wie Hehlerei und anderes mehr. Doch wer würde einer armen diskriminierten Minderheit den Beistand absprechen? Genau, die Wenigsten, und wenn es eins gibt was der Film versteht, dann ist es Ressentiments zu schüren. Zwischen Machtmissbrauch auf der einen Seite, dem moralischen Fehlverhalten auf der anderen, und dem Zwang letztendlich doch immer zu einem sozialen Verhalten zurückkehren zu müssen, weil es Umstände gibt, die Zusammenarbeit erfordern.

So wird Wikus Van De Merwe selbst zum Gejagten und muß im Verlauf feststellen, dass diese Prawns gar nicht viel anders sind als wir Menschen und sie auch Mitleid verdienen. So wird auch beim Zuschauer kräftig auf die Tränendrüse gedrückt: wenn Papa Prawn mit Sohnemann den Häschern entkommen will, und dabei immer wieder in deren Fänge gerät, ist es zum verzweifeln, aber auch überaus spannend inszeniert! Es geht also richtig zu Sache, und je weiter der Film voranschreitet, desto mehr wird in die (3D) Effektkiste gegriffen und man kommt sich streckenweise vor, wie beim Terminator, oder bei MechWarrior.

Sharlto Copley spielt die Rolle des Wikus Van De Merwe wirklich sehr gut. Ist er Anfangs noch ein schmieriger Schreibtischtäter, der besoffen durch die ihm erst kürzlich zugeteilte Macht nach unten, auf die vermeindlich schwächere Gruppierung der Prawns tritt, wird er im Verlauf des Films fast schon geläutert. Bemerkenswert, denn schauspielerische Erfahrung hat er noch gar nicht sammeln können. Seine Besetzung verdankt er der engen Freundschaft zum Regisseure Neill Blomkamp.
Fast schon als überspitzt, aber durchaus glaubwürdig in ihren Handlungen sind die verschiedenen anderen Charaktere. Der “schnöde Mammon” in dieser skizzierten, degenerierten Gesellschaft schwebt bedrohlich über allen Taten und liefert die Vorlagen für jeden gezeigten Schusswechsel. Der Zuschauer bleibt zurück mit befriedigenden Gefühl, dass es auch diesmal wieder den Richtigen getroffen hat. Denn zum Ende hin ist dieser Film ganz hollywoodlike und macht keine Experimente. Sicherlich auch, weil der 2.Teil ist bereits angedacht ist.


Was bleibt?

District 9 ist schon eine kleine Überraschung. Don’t believe the hype ist das, was einen eventuell bisher davon abhielt den Film anzuschauen. Unbegründet, weder gibt es eine moralinsaure Gesellschaftskritik noch allzu überdrehte Effekte. Der Handlungsstrang mag nicht immer, für jeden 100% nachvollziehbar sein, aber das macht diesen Film aus: Es gibt für jeden einen Platz auf einer imaginären, Sozial-Skala. Die einen werden den derben Umgang mit der Minderheit – zum Zwecke der Gewinnoptimierung gutheißen, und wieder andere werden sich auf die Seite der Schwächeren schlagen. Wie in Echt eben :). Und das Ganze in einem äußerst spannend Grundgerüst.

Wertung: 8.0/10


District 9
Darsteller: Sharlto Copley, David James, Jason Cope, Nathalie Boltt, Sylvaine Strike, John Sumner u.a.
Regie: Neill Blomkamp – Drehbuch: Neill Blomkamp, Terri Tatchell – Kamera: Trent Opaloch
Musik: Clinton Shorter
USA / 2009 – circa 111 Minuten


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