PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die März, 2010

Ausgegraben: The Smith – Hatful of Hollow (CD)

gepostet von PolitikBasis am 31 - März - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | The Smith - Hatful of Hollow

Vor ein paar Tagen war es, in einem dieser einschlägigen Elektrofachmärkten, als sich mir, wie von einem Blitz getroffen, die wohlbekannten Klänge einer speziellen CD diffuse Erinnerung aus meinem Bewusstsein schälten.Omg, das kenn ich doch!” war mein erster überraschter Gedanke.

Sicherlich an die 5 Jahre werde ich nicht mehr an sie gedacht haben und gute 15 sie schon nicht mehr gehört haben:

The Smith – Hatful of Hollow hat mich 1988 begleitet. Die passende Untermalung für eine bewegte Zeit – an jenem Tag, als sie aus diesen Boxen drang, war sie wieder da: Die Musik und ihre Erinnerungen.

Frisch klingt sie wie eh und je. Eingebüßt hat sie über die Jahre nichts. Frontmann Morrissey at its best, klagt auf dieser Scheibe textlich wunderbar sarkastisch über das Leben. Stimmlich schafft er die einzigartigen Schlenker die ihm seine Karriere möglich machten. Doch neben Morrissey ist die #2 von The Smith auf dieser CD noch allgegenwärtig: Johnny Marrs Gitarrenspiel dominiert hier streckenweise sehr stark und sorgt dabei für jene unterschwellige Aggressivität die diese Musik auch zum Post-Punk werden lässt. 1984 erschienen klingt Hatful of Hollow auch dementsprechend (very) british. Die flockig-federnde Basslinie haben wir Andy Rourke zu verdanken, und die begleitet besonders prägnant in Stücken wie “This Charming Man”, “Handsome Devil” und “This Night has opend my Eyes”. 1987 verließ Marr, der eigentlich Maher heißt, die Band und sorgte damit für ihre Auflösung.

Hatful of Hollow ist ein besonders Teil ihres Vermächtnisses und dem glücklichen Umstand zu verdanken eine Mischung aus BBC-Radio-Sessions und Studioaufnahmen zu sein. Auf diesem Wege schaffte es auch unveröffentlichtes Material auf die Scheibe, und die B-Seiten (Platten) der ersten Singles der Band wurde die verdiente Ehre zu Teil es auf eine, diese, Art Compilation zu schaffen.

Gepaart mit Morrisseys homoerotischen und provokanten Texten, in denen es einmal mehr um Sex, Crime & Love geht, blickt man mit Hatful of Hollow durch ein buntes Kaleidoskop in die Zeit Englands der 1980er Jahre. Viel Raum für Spekulationen gab und gibt es um den bis dato höchst verehrten Morrissey, der nach der Band-Auflösung eine bis heute andauernde Solokarriere hinlegte, die seinesgleichen sucht, und musikalische Perlen, wie z.B. You Are the Quarry hervorbrachte.

Hatful of Hollow ist sehr gemischt. Eingängige Melodien wechseln sich mit sperrig-rauhen ab. Ich könnte mir vorstellen dass ein leichter Zugang durch die 3-4 Stücke erschwert wird die, für meinen Geschmack, etwas zu klagend ausgefallen sind. Aber Gott sei Dank gibt es ja insgesamt 16, und Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters, bzw. in diesem Fall des Ohres.
Sie ist eine der CDs, die immer besser wird je näher man sie kennt, denn ihre ganz eigene Sprache gilt es zunächst zu erlernen. Ist das geschehen, was nicht allzu schwer sein dürfte (anhören reicht schon :D ), eröffnet sich sich eine brillante und abwechslungsreiche Reise in die musikalisch prägende Zeit des Indi-Rocks, Britpops, oder wie gesagt Post-Punks.

Wertung: 8.0/10



The Smith – Hatful of Hollow
Artist: The Smith
Titel: Hatful of Hollow
Label: Wea International (Warner)


Preis: EUR 12,50 EUR
Neu ab: EUR 5,08 Auf Lager
gebraucht ab: EUR 4,63 Auf Lager
Erscheinungstermin:13.11.1993
 


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Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)

Völlig unbrauchbar: die SPD als politischer Gegner

gepostet von PolitikBasis am 29 - März - 2010- KOMMENTAR+

Wenn die Medien bestimmter Verlagsgruppen ein Interview abdrucken, in der sich die SPD ordentlich über andere Parteien auslässt, ist das weniger ein echter Informationsgewinn, als vielmehr “Wahlkampf”:

Sigmar Gabriel ist sauer auf die „Lumpen-Elite” in Deutschland: Der SPD-Chef wettert auf WELT ONLINE gegen Steuerhinterzieher, Banker und Spekulanten. Die Bundesregierung interessiert sich laut Gabriel zu wenig für das Gemeinwohl. Die SPD brenne daher vor Zorn – den Bürgern gehe es ähnlich.

WeltOnline: Gabriel wettert gegen die “neuen Asozialen” »

Gesagt wird er das haben, die Intention der Springerpresse aber, es in der Form zu publizieren, folgt eher dem Hintergedanken dem Leser seine Wahlalternativen (in NRW z.B.) mit dem Prädikat “unwählbar” wieder etwas einzuschränken.

Die Schwarz-Gelbe Konstellation ist wahrlich fern von dem was gemeinhin als “Politik für das Volk” bezeichnet wird, da kommt eine schwächelnde und mindestens ebenso unbeliebte SPD also gerade recht. Lenkt sie doch von den jüngsten politischen Patzern der Regierungsparteien ab, obwohl davon zu sprechen eigentlich noch viel zu harmlos ist. Wahlbetrug ist auch jetzt eines der Wörter, dessen Verwendung im Zusammenhang mit diesen Regierungsparteien durchaus angebracht wäre – wäre die Form der Vertuschung nicht eine effizientere. Von ihren Steuersenkungsversprechen hat sich die FDP klammheimlich wieder verabschiedet. Darauf angesprochen dürfte höchstens sinngemäß etwas ähnliches wie: “In der jetzigen Situation ist es nicht möglich….”, “Wer soll das bezahlen…”, oder ein sinnfreies Gebrabbel von: “Leistung muß sich wieder lohnen” zu hören sein. Wer hätte das gedacht. Der Wähler der FDP – 2009 sicherlich nicht, also: Mal wieder reingefallen!

Jetzt die SPD schlecht dastehen zulassen und ihre politischen Verfehlungen der letzten Jahre in den Fokus zu rücken, lässt CDU/FDP zwar nicht besser aussehen, aber ein Stück weit besser dastehen. Als Wahlalternative nämlich dient dem Michel die angeblich so rote und sozialistische SPD in vielen Fällen noch weniger, jedenfalls weniger als die jetzigen Regierungsparteien und so wird, nur um dem angeblichen politischen Gegner eins auszuwischen, der eine oder andere Wähler sein Kreuz wieder an die Parteien verschwenden, die angeblich eine “andere” Politik machen. Dass er dabei auch nur wieder den Kürzeren zieht, wird überlagert durch ein wohliges, aber nicht lang anhaltendes Gefühl der Genugtuung es dem verhassten politischen Gegner mal wieder so richtig gezeigt zu haben.

Dabei hat die SPD die letzten Jahre bewiesen, dass sie so stark in den bestehenden Filz eingebunden ist, dass selbst sie keine andere politische Richtung einschlagen wird. Die Wahl der SPD in NRW wäre also für das Konglomerat aus Presse, Wirtschaft und Politik auch weiterhin, und wieder, die 1.Wahl wenn es darum geht ihren Status Quo zu halten. Die angebliche Abneigung ist daher nicht mehr als ein Scheingefecht für den Wähler, um ihn linientreu zu halten und die Abweichler an der Urne zahlenmäßig möglichst gering. Dabei wäre selbst die Linkspartei keine allzu große Gefahr für die oben genannten, aber teurer und aufwendiger zu kaufen und würde eine anderer Strategie der Unterwanderung erfordern. Netzwerke in die Parteien hinein aufzubauen erfordert nun mal Zeit und Geld, so dass bestehende Strukturen präferiert werden.

Bis zum nächsten mal.
Ihre PolitikBasis.

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Der seltsame Fall des Benjamin Button (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 25 - März - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Der seltsame Fall des Benjamin Button

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 8.0/10 (1 x bewertet)
Es gibt nur sehr wenige Filme bei denen ich mir vornehme sie ein zweites mal anzuschauen. Meistens ist die Luft beim ersten Durchgang schon heraus, und dabei ist es egal wie gut oder wie schlecht sie auch gewesen sein mögen. Es besteht meistens einfach kein Grund mehr.
David Finchers Der seltsame Fall des Benjamin Button gehört aber nicht dazu. Mit seinem melancholischen Erzählstil schaffte er es den Zuschauer unaufhaltsam in seinen Bann zu ziehen und webt noch zusätzlich eine dichte mystische Sphere um ihn herum.

Erzählt wird die wirklich wundersame Geschichte des Benjamin Buttons (Brad Pitt), der als Greis zur Welt kommt und den entgegengesetzten Weg des Alterns nimmt, er nämlich wird immer jünger. Wundern tut sich im Film darüber aber eigentlich niemand. Die Aufklärung einer, seiner biologischen Anomalie ist auch nicht das Thema des Films, sondern viel mehr ist es ein ungewöhnliches Mittel sich mit den schicksalhaften Verquickungen des Lebens und der Vergänglichkeit des Seins auseinanderzusetzen.

Melancholisch kann man schon werden wenn man sieht wie Schönheit vergeht und Abschied ein ständiger Begleiter des Lebens ist. Und wenn es nur kurze Begegnungen sind, werden wir doch alle von ihrer Summe geprägt.
So beginnt Benjamins Leben als Findelkind in einer neuen Familie, in der die herzliche Queenie (Taraji P. Henson) das Familienoberhaupt und seine Bezugsperson ist. Sinnigerweise ist sein neues zu Hause ein Altersheim. Dort trifft er zum ersten mal auf die noch kindliche Daisy, gespielt von Elle Fanning. Er verliert sie aber zunächst wieder aus den Augen, denn er begibt sich als Matrose auf den Schlepper von Captain Mike (Jared Harris). Dort lernt er die Welt und das Leben in seinen zahlreichen Facetten kennen. Unter anderem wird das Verhältnis zu der Frau eines Spions (Tilda Swinton) feinfühlig erzählt und ist einer jener magischen Episoden aus denen der Film zu großen Teilen besteht.
Während all der Jahre lässt er den Kontakt zu Daisy nicht abbrechen und trifft sie, altersmäßig nun weiter angenähert, in Paris wieder. Es beginnt eine zarte Liebesgeschichte die Gott sei Dank nie schwülstig wird, sondern sich intensiv dem Thema Abschied und Trennung widmet. Schicksalsschläge zeichnen die Lebenswege der beiden Protagonisten: Der 2. Weltkrieg fordert ebenso seinen Tribut wie auch ganz einfache, banale Zufälle ihr weiteres Leben beeinflussen.
Just dort, wo sie sich altermäßig in der Mitte treffen, beginnt die besondere Tragik dieser Erzählung: Beide entfernen sich unaufhaltsam voneinander weg, und sie erreicht ihren aufwühlend Höhepunkt in dem Moment, in dem die dann ergraute Daisys ihre große Liebe als Baby in den Armen halten muß.

Der seltsame Fall des Benjamin Button ist eigentlich eine Kurzgeschichte aus dem Jahre 1921. Dass sie problemlos 166 Minuten füllen kann ist sicherlich neben David Finchers exquisiter Regiearbeit auch Eric Roth Verdienst, der das Drehbuch schrieb. Ähnlich wie bei Forrest Gump schafft es der Film eine sehr eigene Dynamik aufzubauen. Hecktisch geht es nie zu, eher zieht er sich wie ein ein langsamer ruhiger Fluß durch die rund 80 Jahre die erzählt werden, mitgetragen von der wunderbar stimmigen und dezenten Musik Alexandre Desplats (die Hörprobe ist wie immer am Ende der Rezension).

Cate Blanchett in der Rolle als Daisy ist schlicht zum Anbeten. Ihre grazile Silhouette allein ist mit das Beste was dem Film passieren konnte. Sie passt zu Brad Pitt, der die nicht ganz leichte Aufgabe bravourös meistert wachsende Lebenserfahrung in einer umgekehrten Zeitschiene darzustellen. Obwohl er immer jünger wird zerrinnt ihm quasi das Leben zwischen den Fingern. Doch es geht auch durchaus heiter zu, wenn Queenie (Benjamins Pflegemutter) z.B. die alten Herrschaften im Heim im Zaum hält, ist jene Fröhlichkeit zu spüren, die dem Zuschauer vermittelt, dass Benjamins Zuhause für ihn immer ein Hort von Geborgenheit sein wird. Und so versteht sich auch folgendes Zitat:

„It’s a funny thing about coming home. Looks the same. Smells the same. Feels the same. You’ll realize what has changed… is you.” – Benjamin Button

Nichtsdestotrotz: Der seltsame Fall des Benjamin Button ein außergewöhnlich emotionaler Film, der einen tief berührt, vorausgesetzt man ist in der Stimmung für ihn. Nach einem langen Arbeitstag ist er sicherlich unpassend, wenn einem der Sinn von vornherein eher nach anspruchsloser Unterhaltung steht. Auch können die fast 3 Stunden lang werden, aber nichts spricht dagegen den Film auf 2 Tage, mit mehreren Pausen, zu splitten.

Merkwürdigerweise denke ich, dass jeder der den Film zu Ende geschaut hat, ein Stückchen weiser und reifer geworden ist, denn tief drinnen wird einem etwas bewusst, dass nicht in Worte zu fassen ist.

Wertung: 9.0/10



Der seltsame Fall des Benjamin Button
Darsteller: Brad Pitt, Cate Blanchett, Julia Ormond, Taraji P. Henson, Tilda Swinton, Jared Harris, Elias Koteas, Donna DuPlantier u.a.
Regie: David Fincher – Drehbuch: Eric Roth – Kamera: Claudio Miranda
Schnitt: Kirk Baxter, Angus Wall – Musik: Alexandre Desplat
USA / 2009 – circa 166 Minuten


Preis: EUR 35,90 EUR
Neu ab: EUR 8,95 Auf Lager
gebraucht ab: EUR 7,77 Auf Lager
Erscheinungstermin:29.05.2009
 


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Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)

Shutter Island (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 22 - März - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Shutter Island

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)
Mit Shutter Island nimmt Martin Scorsese den Zuschauer mit auf eine schaurig-düstere Reise in das Ashecliffe Hospital. Abgelegen und stark bewacht wie eine Festung, liegt es inmitten des Atlantiks und bietet, da es nur mit der Fähre zu erreichen ist, den idealen Platz, um die Außenwelt vor geisteskranken Schwerverbrecher zu schützen.

Allein das Thema ist schon Garant für spannende Unterhaltung und so legt der Film auch ohne Umschweife los. Wenn sich in der ersten Szene die Fähre durch den dichten Nebel schiebt und ihr dumpfes Horn erklingen lässt, dürfte auch dem letzte Zuschauer klar werden, dass in diesem Thriller alle Register gezogen werden um ihn schaurig 138 Minuten zu unterhalten (eine Hörprobe ist am Ende der Rezension).

Wir schreiben das Jahr 1954 als U.S.-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) sich aufmachen, um die mysteriösen Geschehnisse rund um das Hospital aufzuklären.

Wenig herzlich werden sie empfangen und schnell scheint klar wer die bösen Buben sind. Der zwielichtige Dr. John Cawley z.B. (Sir Ben Kingsley) erfüllt wunderbar jene Klischees die Charaktere wie ihn, in solchen Filmen, immer wieder zum diabolischen Professor werden lassen: Eine vermeintlich intelligente Durchtriebenheit gepaart mit stechendem Blick und einem übertrieben freundlichen Zuvorkommen lassen keinen Zweifel daran: Mit dem stimmt etwas nicht!
Und so ziehen sich die Ermittlungen zunächst auch ohne nennenswerte Ergebnisse hin. Neben den Schwierigkeiten die dieser Fall mit sich bringt wird Teddy Daniels Leben zusätzlich von tragischen Vorgeschichte belastet: Zum einen verlor er seine Frau bei einem Wohnungsbrand und zum anderen hat ihn die Befreiung des KZs Dachau im 2. Weltkrieg psychisch arg mitgenommen. Immer wiederkehrende Albträume und Flashbacks kennzeichnen deshalb seinen Alltag. Im Film werden sie immer wieder eingestreut und an manchen Stellen, besonders am Anfang, könnte man glatt meinen, dass man sich in einem Mystik-Thriller befindet.

Nach und nach verdichten sich die Hinweise worum es tatsächlich geht und dem Zuschauer ist spätestens in der Mitte des Films klar, dass nicht alles die eine Realität ist, die er erzählt bekommt.

Die relativ frühe Auflösung tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Der Film schafft es sich innerhalb der 2 Stunden, dank der Thematik der bedrohlichen und damals verbreiteten Behandlungsmethode: der Lobotomie, vom Noir Krimi zum Survival-Thriller zu drehen. Im zweiten Drittel geht ihm jedoch kurzzeitig etwas die Puste aus, denn die Flashbacks ermüden den Zuschauer der recht konzentriert folgen muss, will er bei den Zusammenhängen nichts verpassen.

Shutter Island ist voller Metapher, beginnend mit der sich durch den Nebel schiebenden Fähre ganz am Anfang, bis hin zum Ende: dem Leuchtturm. So wird einem vieles auch erst später klar. Ein Film der nachwirkt, der auch noch beschäftigt nachdem man das Kino verlassen hat und es versteht durch seine düstere Atmosphäre bestens zu unterhalten. Gibt es einen besseren Indikator für hochwertiges Kino?
Leonardo DiCaprio spielt seine Rolle souverän, sein Partner Mark Ruffalo hält sich dezent im Hintergrund. Er ist mehr der Begleiter durch den Wahnsinn und spielt damit genauso wie es seine Funktion, in der selben Rolle, auch im realen Leben erfordern würde. Aber auch das ist eines jener Dinge die man erst im Nachhinein feststellt. Sir Ben Kingsleys zwielichtige Rolle als Professor ist mitverantwortliche für den Großteil der Spannung. Im Gespann mit Max von Sydow schaffen es die beiden, den Zuschauer bis zum Ende über ihre wahren Motive im Unklaren zu lassen.

Wertung: 8.0/10



Shutter Island
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Mark Ruffalo, Sir Ben Kingsley, Michelle Williams, Max von Sydow, Patricia Clarkson, Jackie Earle Haley u.a.
Regie: Martin Scorsese – Drehbuch: Laeta Kalogridis – Kamera: Robert Richardson
Schnitt: Thelma Schoonmaker
USA / 2010 – circa 138 Minuten

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Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)

flower_stone

Ja wer hätte das gedacht: Da wähnt sich der brave Bürger seit Jahrzehnten im Mittelstand, erfüllt Tag für Tag seine Pflicht und lässt sich unter anderem von der FDP zum stolzen Leistungsträger erklären, bekommt aber spätestens dann den Dolch in den Rücken beim Eintritt in sein Rentendasein.

“Ruhestand” wird das in der einschlägigen Presse auch gerne genannt, mit dem Hintergedanken, dass die Argumente für Nullrunden dann einfacher zu verkaufen sind: Wer Ruhe haben möchte, fällt halt aus dem Leistungsprinzip heraus und braucht damit auch nicht auf Geld zu hoffen:

Eine gute Nachricht für die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland: Die 2009 gesunkenen Löhne wirken sich nicht auf die Renten aus. Nach alter Gesetzgebung hätten die Renten rückwirkend gekürzt werden müssen. Doch das erspart ihnen ein kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode beschlossenes Gesetz.

WeltOnline: Arbeitsministerium verkündet Nullrunde für Rentner »

Ein gute Nachricht? Ähnlich klang es bereits 2002 als von einem guten Tag für die Arbeitslosen in Deutschland gesprochen wurde. Wo Deutschland jetzt, 8 Jahre danach steht, brauchen wir Ihnen wohl nicht mehr zu sagen.

Vielleicht haben sich auch schon viele in ihr Schicksal ergeben und sind mit ihren abgesenkten Löhnen und prekären Arbeitsverhältnissen dort angekommen wo das mediale Trommelfeuer einer “Neuen sozialen Marktwirtschaft” sie hin haben wollte.

1. Der Trick:

Abgesenkter Lebensstandart ohne dem Gefühl das etwas fehlt oder etwas verloren wurde, ist der Trick, mit dem das Bedürfnis etwas Verlorenes zurück haben zu wollen gestoppt wurde und wird.

Oder glaubt jemand die Generation der heute 20 – 25 jährigen wüsste noch, dass sie noch vor 30 Jahren mit ihrer Hände Arbeit ein Eigenheim hätte erwerben können, eine Familie allein ernähren und ein nennenswerten Rentenanspruch hätte erwerben können.
Wer einmal geleckt der weiß wie’s schmeckt ist über die letzten Jahre erfolgreich aus den Köpfen der Menschen verbannt worden und ist die einzige Leistung, die sich die Parteien auf die Fahne schreiben dürfen. Es ist weder Ausdruck eines überlegenen Wirtschaftssystems, einer großartigen Leistung von Politik und Parteien oder einer sogenannten Demokratie geschuldet, sondern vielmehr der Sieg einer immer mehr perfektionierten Verkaufspsychologie und werbetechnischer Manipulation. Schulden gibt es genug, daraus eine Überlegenheit abzuleiten ist konstruiert.

Dass das alles bisher recht problemlos funktionierte ist für die Herrschenden nun Beweis genug anzunehmen auf dem richtigen Weg zu sein und so möchte diese Clique ihre Vorstellung von “Demokratie” in andere Länder exportieren: Irak, Iran, Afghanistan etc. wurden und werden sturmreif geschossen für die Etablierung des für sie bequemen Systems welches ihre Macht nicht so leicht in Frage stellt.

2. Das eigene Verhalten:

Natürlich darf sich jeder irgendwann fragen welchen Beitrag er dazu geleistet hat und wird vielleicht zu der bitteren Erkenntnis kommen, dass sein klagloses Funktionieren zu der Zementierung der Machtverhältnisse beigetragen hat und auch weiterhin beiträgt. Sein Leben immer wieder in die Obhut zweifelhafter Personen zu geben und ihnen die Entscheidung darüber, manifestiert sich mit jeder “Wahl” aufs Neue und stellt den Beweis dar entweder dekadent-bequem zu sein, oder jemanden zu brauchen der einen, entgegen der eigenen Prämisse von Freiheit und Eigenverantwortung, durchs Leben führt, oder Beides.

“Ja aber ich habe doch Familie und Kinder, wie soll ich die denn ernähren?” Das ist ein Argument das immer wieder auftaucht. Doch ist das nicht gerade rühmlich, denn 1. ist das ein Beweis wie weit man sich in eine Abhängigkeit hineinmanövriert hat und 2. wird das immer als Schwäche oder Dekadenz ausgelegt werden können. In diese Defensive geraten, werden Sie zum leichten Opfer.

Davon lebt eine gesamte Versicherungsbranche, wie eben auch diese gesetzliche Rentenversicherung, die dem Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket verkauft, welches es in Zukunft nie im Leben geben wird. In Zeiten wirtschaftlicher Rezession sowieso nicht, weil die Wirtschaft Ihr Geld verbraucht welches sie sich durch z.B. kalte, verschleierte Enteignung holt. Und nichts anderes sind diese Nullrunden, weil sie die Inflation nicht kompensieren können. Die Zahlungen in irgendwelche Rentenkassen können Sie also glatt einstellen, denn der vereinbarte Generationenvertrag ist einseitig aufgekündigt worden.

3. Was Sie brauchen:

Was Sie im Alter zukünftig brauchen ist demnach Geld und nicht “Rente”.
Fallen Sie also nicht weiter auf das dubiose Rentengerede von Versicherungsexperten, Ökonomen und Wissenschaftlern in Nachrichten herein. Von Politikern ganz zu schweigen.
Aber selbst dann kann niemand sicher sein, denn ein Währungsschnitt würde auch diese Vorsorge zunichte machen.

Alternativen? Nun, als besonders solide haben sich seit je her Sachwerte und ein funktionierendes Familiengefüge herausgestellt.

“Nachher ist man immer schlauer” Ja das ist man, aber unter der dicken Schicht einer verkleisterten Konsumwelt ist der Blick auf das Wesentliche fast zwangsläufig versperrt worden. Gewollt ist es, denn gut gelebt wurde davon und damit. Dass einige das nun als Dekadenz werten ist wahr aber platt wie so vieles, was aus diesen Reihen kommt. Als Vorwurf ist es schlicht nicht geeignet.

4. Was es zu verändern gilt:

Der erste Schritt zur Veränderung, hin zum Besseren, ist die innere Kündigung des Einzelnen mit diesem Staat, denn sie macht unabhängig und befreit den Geist von verkrusteten Vorstellung ebenso, wie sie den Nutznießern das Wasser abgräbt immer nur so weiter machen zu wollen wie bisher!

Ihnen alles Gute!

Ihre PolitikBasis.

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Guido…Wer?

gepostet von PolitikBasis am 14 - März - 2010- KOMMENTAR+

Guido...Wer?

Manch einer wird sich vielleicht fragen: Was ist mit der PolitikBasis los? Hat sie sich aus der Politik zurückgezogen oder ihr gar angewidert den Rücken gekehrt? Aber nicht doch – nichts dergleichen lieber Leser: wir sind immer noch ganz nah dran, aber nicht alles was derzeit geschieht braucht noch mahnende, aufklärerische Worte. Vieles erledigt sich von ganz alleine: Guido Westerwelles Verhalten z.B. möchten und müssen wir nicht auch noch weiter kommentieren, denn Selbstverständlichkeiten auszusprechen, oder anders gesagt: einer öffentlichen Meinung nach dem Mund zu reden würde höchstens einem “Fishing for Compliments” gleichkommen.

Nein, wir sind da auch anspruchsvoll und nicht jeder Clown schafft es uns einen guten Artikel zu entlocken. Angriffsfläche liefert er zwar reichlich, doch Stil hätte ein Nachtreten nicht. Ebenso wenig wie ein Ritt auf moralischen Gutmenscheleien, denn der würde immer in oberlehrerhaften Attitüden enden.

Das überlassen wir lieber ihm und seiner Partei, wenn es bei ihm mal wieder um die “Dekadenz” unter den verschiedenen Bevölkerungsgruppen geht. Einfach wunderbar wie er sich dabei selbst zerlegt und man fragt sich tatsächlich ob er keine “Berater” hat, oder ihm das Fingerspitzengefühl komplett abhanden gekommen ist.

Alles auf “das Aussprechen von unliebsamen Wahrheiten” zu reduzieren um den Niedergang durch flegelhaftes Verhalten zu erklären, ist auch nur ein Trick um vom eigenen Totalversagen abzulenken.
Thilo Sarrazin bedient sich der selben Methodik, hat damit aber auch nichts erreicht, außer dass er seine eigene Unfähig- und Machtlosigkeit noch weiter unterstreicht: wirtschaftlich liegt Deutschland weiterhin für lange Zeit am Boden, die Löhne sind weiter im Sinkflug und die Zukunft aller liegt allein schon mit der Rentenproblematik und den geschaffenen Niedriglöhnen weiter ganz stark im Argen. Was soll’s also?

Das Ding ist an die Wand gefahren, durch eben diese Parteien und ihre marktradikalen Glaubenssätze. Da können auch zweifelhafte Ökonomen, Experten und eben dubiose Berater nichts mehr reißen.
Ein “Hurra wir leben noch!” ist das was von jedem auch in Zukunft ausgesprochen werden kann und zeigt nur, wie wenig abhängig wir im Grunde von Parteien, Sozialsystemen und Staat sind. Was einem zwar permanent anders eingeredet wird befindet sich in schleichender Auflösung und spiegelt sich z.B. im Abbau von privaten und staatlichen Versicherungsleistungen wider, die immer mehr zu einem Selbstzweck verkommen, um die Arbeitsplätze nicht auch noch explosionsartig frei werden zu lassen.

So beobachten wir weiter die Stimmung im Land und bemerken wohlwollend, dass die Bevölkerung nicht komplett degeneriert wurde, sondern sie sich durchaus auch soziale Werte erhalten hat, und sich den Propagandalügen zu erwehren weiß. Das lässt hoffen, denn wenn es ganz dicke kommt, funktioniert ein kompletter Staat auch mit am Existenzminimum dahinvegetierenden Bürgern. Solange kann halt mit einer Dekadenzkeule ausgeteilt werden und Westerwelle von “Wahrheiten” sprechen. Nur die ganze Wahrheit erzählt er Ihnen sowieso nicht. Die lesen sie weiterhin hier und in anderen einschlägigen Blogs.

Oder haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt wer diese merkwürdigen Leistungsträger sind von denen Westerwelle und seine FDP immer fabulieren? Die Mittelschicht fühlt sich zwar immer angesprochen, oder sagen wie lieber: gebauchpinselt, wundert sich aber immer wieder aufs Neue wenn sie schon wieder abgezockt wurde. :D

Finden Sie das nicht auch merkwürdig?
Schon aus diesem Grund sagen wir: bleiben Sie uns erhalten!

Ihre PolitikBasis.

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Fahr-Info Berlin (IPhone App)

gepostet von PolitikBasis am 12 - März - 2010- 1 KOMMENTAR

PolitikBasis | ITunes | Fahr-Info Berlin

Wer viel mit Bus und Bahn in Berlin unterwegs ist wird viele gängigen Linien und Bahnhöfe im Kopf haben. Von Zeit zu Zeit aber stößt auch der erfahrenste Großstadtreisende an seine Grenzen. Oder weiß jemand auf Anhieb wie er von Bergfelde zum Thieleplatz kommt? Nein? Na, sehen Sie! :D.

Jetzt ist das aber alles kein Problem mehr: schnell das IPhone gezückt und die Fahr-Info vom VBB geöffnet, den Start und das gewüschte Ziel per Straßennamen angeben und sich die Route berechnen lassen.
Komfortabel wird dabei unteranderem angezeigt: die Gesamtdauer der Tour, die Abfahrtszeiten der einzelnen Bussen und Bahnen und auf Wunsch sogar die Routen der Fußwege per GPS und Google-Maps. Neben Berlin steht auch Potsdam und Brandenburg zur Verfügung. Insgesamt also ca. 13.000 Haltestellen mit ihren GPS-Koordinaten.


Läuft flott und tadellos und ist dabei ansehnlich – und das sogar kostenlos!

zum Download »


Betriebssystem: iPhone
Lizenz: Kostenlos
Sprache: Deutsch, Englisch
Aktualisiert: 4. März 2010
Hersteller: Jonas Witt

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Zombieland (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 10 - März - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | Amazon | Zombieland

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 4.0/10 (1 x bewertet)

Ein weiteres Mal müssen abgewrackte Zombies herhalten um den Zuschauern kalte Schauer über den Rücken laufen zu lassen. Gepaart mit einer Prise Roadmovie und einer Teenagerkomödie kommt dabei so etwas wie Zombieland heraus. Ob sich das Ganze lohnt? Na, lesen Sie weiter.

Zombies sind ein dankbares Thema: strunzdumm, wortkarg und ständig hungrig geben sie das perfektes Feindbild ab und dabei sind sie zahlreich und effektvoll zu “töten”. Einen Film kann man da schon drumherum bauen mag Ruben Fleischer bei dem Dreh zu Zombieland gedacht haben und schickt so Jesse Eisenberg alias Columbus als Hauptdarsteller ins Rennen.

In der Highschool ein eher schüchtern und ängstlicher Einzelgänger hat sich für ihn, auch nach Ausbruch einer Epidemie die alle Bewohner der USA in Zombies verwandelte, nicht viel verändert. Immer noch schüchtern und ängstlich, aber nun mit Schrotflinte bewaffnet erwehrt er sich (erfolgreich) seinen ehemaligen Mitbürgern. Nach Westen möchte er sich durchschlagen, dort hin, wo seine Eltern gewohnt haben. Das Risiko, dass diese nicht mehr am Leben sind ist zwar hoch, hält ihn aber nicht von seinem Vorhaben ab. Das klingt zwar hart, ist aber nicht weiter tragisch, denn das Ganze ist verpackt in teilweise recht alberne Comedy.

Bereits nach einer kurzen Einleitung betritt Woody Harrelson als Tallahassee die Bühne und sorgt von da an für die eine und andere haarsträubende Situation. Gemeinsam ziehen die Beiden nun gen Westen und es ist Tallahassees Appetit auf Twinkie-Kuchen der sie immer wieder dazu bringt Orte aufzusuchen,die verstärkt von Zombies heimgesucht werden.

Dass das nicht immer reibungslos abläuft dürfte klar sein: zwar machen sie sich einen Spaß aus den wilden Exekution der Zombies, doch ganz ungefährlich ist das trotz alledem nicht, wie sich spätestens beim ersten Treffen mit dem Schwesterpärchen Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) feststellen lässt. Eine der besten Szenen überhaupt im Film, birgt sie doch einen überraschenden Twist und so etwas wie einen Hauch Spannung in einem ansonsten ziemlich langweilig dahinplätschernden Film.
Das Treffen mit den jungen Damen ändert auch die Pläne von Columbus und Tallahassee, denn ab diesem Zeitpunkt sind sie zu viert unterwegs und ihr neues Ziel ist eine zombiefreie Zone in einem Vergnügungspark.

In diesem leider völlig überbewerteten und gehypten Film ist allein Woody Harrelson mit seiner draufgängerischen Art ein Lichtblick. Lässig und cool nimmt man ihm den durchgeknallten Typen ab. Jesse Eisenberg als Columbus langweilt den Zuschauer dafür aber um so mehr mit seinen uninteressanten Problemen eines pubertären Sexuallebens. Die beiden Nervensägen Wichita und Little Rock fügen sich schauspielerisch dabei ebenso nahtlos in die dünne Story wie der Rest und können somit letztendlich auch nichts mehr reißen.

Machen wirs kurz: Zombieland ist abgebrannt.. :|

Wertung: 5.0/10



Zombieland
Darsteller: Woody Harrelson, Abigail Breslin, Jesse Eisenberg, Emma Stone, Bill Murray u.a.
Regie: Ruben Fleischer – Drehbuch: Sheldon Turner, Rhett Reese, Paul Wernick – Kamera: Michael Bonvillain
Musik: David Sardy
USA / 2009 – circa 88 Minuten


Preis: EUR 26,99 EUR
Neu ab: EUR 15,41 Auf Lager
gebraucht ab: EUR 15,47 Auf Lager
Erscheinungstermin:20.05.2010
 


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Bewertung: 6.0/10 (1 x bewertet)

The Book of Eli (Movie)

gepostet von PolitikBasis am 3 - März - 2010- KOMMENTAR+

PolitikBasis | The Book of Eli

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Ihre Meinung zum Film:
Bewertung: 9.0/10 (1 x bewertet)

Denzel Washington wandelt als Racheengel im neuesten Streifen von Albert und Allen Hughes. The Book of Eli ist stilistisch gut gemacht, doch an Tiefe fehlt es etwas.
In der postapokalyptischen Welt des Jahres 2044 hat man es als einsamer Wanderer wahrlich nicht leicht. Ist man dann zusätzlich noch mit einer total wichtigen Mission beschäftigt ist aber richtig Schluss mit lustig!

Um so verständlicher ist es, dass der Held der Geschichte Eli absolut keinen Spaß versteht und das andere auch ungeniert am eigenen Leibe spüren lässt. Er hat nämlich nichts Geringeres als die Heilige Schrift im Rucksack und die gilt es nun mal vor den zahlreichen, grimmigen Zeitgenossen zu schützen.
An einen sicheren Ort möchte sie gebracht werden, was gar nicht so einfach ist, denn in der zerstörten Welt herrschen Anarchie und Gesetzlosigkeit. Speziell eine Gang trachtet nach Elis wertvollem Besitz: die, um den Schurken Carnegie (Gary Oldman).
Doch bevor das ganze Ungemach zwischen Eli und Carnegie richtig anfängt seinen Lauf zu nehmen, befreit Eli auf seinem Weg nach Westen die Welt von so manch bösen Buben und überzeugt den Zuschauer, dass er eins gelernt hat: das Überleben in Amerika, 30 Jahre nach dem 3.Weltkrieg.

Ein bisschen wirkt er schon schon als Heiliger wenn er schier unverletzlich und in bester Nahkampftradition nur mit einer Machete bewaffnet, Horden von Widersachern niederstreckt.
Die Kampfszenen sind dabei recht ordentlich ausgestattet. Sie lassen nicht alles weg, halten aber auch nicht auf Alles voll drauf. So entsteht eine ausgewogene Mischung zwischen der Notwendigkeit der Gewaltdarstellung und der glaubhaften Vermittlung, dass ein anderes Vorgehen in dieser bösen Welt nicht möglich wäre. Oder anders gesagt: sie sind nicht allzu überdreht.

Klar, dass auch die Damen der Schöpfung ihren Platz bekommen. Und so ist es einmal mehr die Versuchung der fleischlichen Lust, die Mila Kunis als Solara im weiteren Verlauf in den Plot bringt. Als Tochter der unter der Knute Carnegies gehaltenen Claudia (Jannifer Beals) soll sie Eli zur Herausgabe des Buches bringen. Dass Eli als treues Lamm Gottes dabei nicht so leicht umzustimmen ist, dürfte klar sein. Ärger ist also schon vorprogrammiert. So manche Szene wirkt dabei wie aus einem Western. Saloon, wilde Schießerei und das obligatorische Treffen High Noon, auf der Hauptstraße inklusive.

Die Damen sind es auch, die dann auch für den nötigen Stoff sorgen um die Geschichte voranzutreiben. Wer mag es schon geknechtet und gedemütigt dahinvegetieren? Richtig, niemand und so sorgt die Flucht mit dem weiterziehenden Eli folglich für den einen oder anderen Aufreger.

Das ist auch nötig, denn die Story, so wie sie erzählt wird, wirkt ein wenig banal. Dabei geht es doch um eine wahrhaft große Geschichte! Die Charaktere werden nicht entwickelt, ihr Hintergrund bleibt verborgen. Schade, denn es wäre interessant zu erfahren wie es zu dem ganzen Desaster gekommen ist, zumal die zerstörte Umwelt wirklich ordentlich düster und atmosphärisch dargestellt wird. Nun, zumindest die christliche Religion hat diese Welt nicht vor ihrem Untergang bewahren können. Weswegen deshalb ein so großes Aufsehen darum gemacht wird, sollte nicht allzu kritisch hinterfragt werden (und auch nicht wo Solana eigentlich Autofahren gelernt hat). ;-)

Fast schon surreal wirken, dank der exzessiven Einsätze von Farbfiltern, so manche Einstellungen und wer sich dabei an das Rollenspiel Fallout 3 (PC/PS3/XBox) erinnert fühlt liegt da eindeutig richtig. Auch Tom Waits ist wieder mit von der Partie: gerade erst zu sehen in der großen Rolle des diabolischen Mr. Nick im Kabinett des Dr. Parnassus liefert er hier seine schauspielerischen Fähigkeiten in einer Nebenrolle ab. Der Mann scheint gut im Geschäft.

Denzel Washington mag etwas ungewohnt in seiner Rolle als Eli erscheinen, doch er spielt souverän und ergänzt sich gut mit seinem Widersacher Gary Oldman. Das Ende des Films, welches in einer eher unerwarteten Überraschung mündet, kann man durchaus als gelungen bezeichnen, wenn auch hier wieder etwas mehr Hintergrundinformation als schmückendes Beiwerk gut getan hätte.


Fazit:

The Book of Eli hat zwar eine interessante Story driftet meiner Meinung nach aber streckenweise zu sehr ins Action-Genre ab. Das ist zwar spannend und unterhaltsam gemacht aber, bei der Fülle von Möglichkeiten die die Story liefert, eigentlich nicht nötig gewesen. Etwas mehr Mystik und dafür weniger Haudrauf hätte den Film gut getan und ihm noch eine höhere Wertung gebracht. So bleibt es bei einer guten 7.

Wertung: 7.0/10



The Book of Eli
Darsteller: Denzel Washington, Gary Oldman, Mila Kunis, Jennifer Beals, Ray Stevenson, Tom Waits u.a.
Regie: Albert Hughes, Allen Hughes – Drehbuch: Gary Whitta – Kamera: Don Burgess
Musik: Atticus Ross
USA / 2009 – circa 118 Minuten


Preis: EUR 19,99 EUR
Neu ab: EUR 16,99 Auf Lager
Artikel ist verfügbar ab:26.08.2010
 


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