Es herrschst Krieg in Europa. Ein Krieg jedoch der anders ist als die, die wir noch aus dem letzten Jahrhundert kennen. Es ist ein Wirtschaftskrieg, dessen Waffen Spekulationsgeschäfte sind, dessen Verletzungen Niedriglöhne, 1 EURO-Job, Altersarmut und gesellschaftlicher Verfall heißen und dessen Artillerie Zinsen, Schulden und Inflation verschießen. Die Frontlinie findet man nicht zwischen Staaten, sondern zwischen gesellschaftlichen Schichten und ihre Soldaten werden Mob und (Lumpen-)Eliten genannt, aber nur, wenn die Berichterstattungen weniger populistisch erscheinen soll, ansonsten heißen sie Unterschicht, Hartzer, Linke, Mittelschicht und Neo-Liberale.
In Griechenland bahnte sich jüngst der Unmut seinen Weg auf die Straßen in Form von gewalttätigen Ausschreitungen. Drei Opfer gibt es bereits zu beklagen, Angestellte einer Bank, gefallen im Kampf für ihre Vorstellungen von Freiheit aber in Systemzwängen gefangen und auch gefallen als gemeine Soldaten einer globalen Hochfinanz. Kanonenfutter, rekrutiert durch das was eine allgemeine, gesellschaftliche Norm für erstrebenswerte Ziele hält und zu einem vermeintlich gutem Leben gehört. Ihr eifriges Streben lässt sie zu vermeintlich guten Bürgern werden. Mittelschicht lässt sie sich nennen, und ein Hauch von Elite umweht ihr Dasein. Das diese Angepasstheit fast schon an Selbstaufgabe grenzt, wird geflissentlich verdrängt.
Diese und weitere ähnlich gewalttätige Ausschreitungen waren und sind abzusehen, jedoch werde sie billigend in Kauf genommen, denn eine Abkehr, oder zumindest eine Veränderung des Wirtschaftssystems, welches dem Einzelnen mit seinem Zins exorbitante Schuld aufbürdet, ist nicht zu erkennen.
Die verfehlte Wirtschaftspolitik führt ihre Marktteilnehmer mit den Glaubensätzen von “freien Märkten” und des “Glückes Schmied” in die Irre, sie sind für Dekaden obsolet geworden.
Wann wird zu Guttenberg (bzw. Westerwelle) seine Beileidsrede für die drei griechischen, im Wirtschaftskrieg gefallenen, “Soldaten” halten, auch wenn das anschließende Vergießen von Krokodilstränen dann niemanden mehr reinwäscht?
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Und die neueste Reaktion der EU-Länder behandelt auch nur symptome – wie auch während und nach der Bankenkrise.