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Der passende Finger für das Reputationsmarketing ist der in der Mitte

gepostet von PolitikBasisam 25 - Januar - 2011 -2 KOMMENTARE-  Share/Bookmark

PolitikBasis | der passende Finger für das Reputationsmarketing

Die Begriffe Reputationsmarketing, oder auch Reputationsmangement ist in vieler Munde. Doch worum geht es dabei eigentlich?

Gerade junge Menschen haben es heutzutage wahrlich nicht leicht: Neben ihrem Reallife fordert der Umgang mit, und das Leben im Internet, als virtuelle Persönlichkeit, anscheinend ganz besondere Qualitäten. So jedenfalls stellen es sich die Marketingabteilungen von Personen-Suchmaschinen gerne vor und erzählen uns von der Wichtigkeit der eigenen Onlinereputation. Sie aggregieren, was von Google und anderen Suchmaschinen seit Jahren, oder gar Jahrzehnten, über Personen herumgeistert und befriedigen – durch gebündelte Zurschaustellung dieser Informationen, die pathologische Neugier von Hobbydetektiven, Personalern und Stakern und avancieren damit eher zum kleinen Machtspiel mit Geschäftsmodell, als das sie einen echten Nutzen bringen würden.


Den Personen-Suchmaschinen angeschlossen sind meist Dienstleistungen, die helfen sollen, den eigenen, angeblich so schlechten Ruf im Netz zu verbessern. Selbstlos ist das natürlich nicht. Sogenannte Ruflotsen oder Reputationsmanger sollen aktiv werden, wenn das vermeintliche Opfer, ein oder mehrere Einträge über sich entdeckt. Als Drohkulisse dienen die immer wieder durch die Medien aufgebauschten Meldungen, zum angeblichen “Karrierekiller Internet”. Demnach droht, bei nicht Beachtung vorgegebener Verhaltenskodize, das Versäumen einer Karriere, die Erfolglosigkeit bei Frauen, oder gar die komplette Ächtung einer Person. Dabei stellt sich das bei objektiver Betrachtung eher als rein scheinheiliges Getue heraus, gerade so, als ob wir alle Heilige wären.


Bei manchen dieser Personen-Suchmaschinen, Yasni z.B., lässt sich zusätzlich eine sogenannte “Premium-Überwachung” aktivieren, mit der sich jeder der es “braucht”, alle Änderungen und Informationen zu einer Personen, bequem per E-Mail – flexibel täglich bis monatlich zuschicken lassen kann. Verbuchen lässt sich das wohl am ehesten unter einer armseligen Effekthascherei um Accountanmeldungen zu generieren.


Die von jungen Menschen erwarteten Onlineprofile, werden zukünftig geprägt sein von einer überzogenen Anpassung, von nicht haltbaren Normen und Maskeraden, die bis hin zur Selbstverleumdung und Unkenntlichkeit der eigenen Person reichen. Nicht gerade realistische Persönlichkeiten also, und so dürfte die Enttäuschung vorprogrammiert sein, wenn die frisierten Onlineidentitäten sich so gar nicht mit denen in der Realität decken.
Das Online-Dasein beginnt für viele also mit der Lüge um die eigene Person: Stromlinienförmig, keine Parties, keine schrägen Scherze und Fotos und möglichst 24/7 im Dienste von Wirtschaft und Unternehmen? Das ist der Stoff aus denen Finanzblasen erwachsen, weil die Täuschung bereits im Kleinen, nämlich bei der eigenen Person beginnt.


Einen Klick weiter erleben wir, wie die Eliten der Länder in Schmiergeldaffären verwickelt, ausschweifende Sexparties feiern und Betrugsskandale begehen und zwei Klicks weiter, wie eine riesige (Erotik-)Branche von und mit dem ganzen Schmuddel, mit dem angeblich ja nie jemand irgendetwas zu tun hat, gigantische Umsätze generiert. Scheinheilige Heuchelei eben. Verhindern konnten das diese Personenverzeichnisse zumindest nicht und werden es auch zukünftig nicht. So stellt sich der eigene Ruf im Internet als nichts anderes als ein perfides Geschäftsmodell heraus, dass mit Ängsten arbeitet.


Mit der passenden Grundhaltung jedoch, lässt sich sehr gut auch mit weniger schmeichelhaften Einträgen leben. Einen Mittelweg gibt es dabei jedoch nicht:
Entweder verweigert man sich dem Machtspielchen und begegnet der unterschwelligen Bedrohung mit einer gehörigen Portion Respektlosigkeit, oder, um es mit einem Zitat zu sagen: “Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen.” (Dritter Aufzug – Mitte), oder mit der kompletten und konsequenten Geheimhaltung der eigenen Identität.


Aber egal für welchen Weg man sich entscheiden, als das beste Ego-Marketing stellt sich wie immer die eigene Authentizität heraus und ein gesundes Selbstbewusstsein – im realen Leben wie auch im Internet. Daran sollte viel eher gearbeitet werden, als an der Frisierung von Onlineprofilen.


28.10.2011 – Einen interessanten Artikel zu Yasni gibt es auf Netzpolitik.org zu lesen: Wie Yasni mit Drohungen gegen Kritik vorgeht »


Alles Gute und bis zum nächsten Mal!
Ihre PolitikBasis

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2 Kommentare zu “Der passende Finger für das Reputationsmarketing ist der in der Mitte”

  1. fschuetz sagt:

    Hallo Herr Dischleit,

    interessanter Artikel mit einer noch interessanteren Sichtweise zum Thema Reputation und Selbstmarketing. ;-)

    Vielleicht eines vorweg:

    Selbstmarketing ist kein Sympathie-Wettbewerb. Ob der Handwerker ein “netter” Mensch ist, ist mir erst mal egal, Hauptsache, er ist ein Experte auf seinem Gebiet und macht seinen Job gut. Daher also eher die Denkweise Online Repuation = Sichtbarkeit im Netz. Und zwar als Experte zu bestimmten Themen.

    In Ihrem Fall z.B. bei der Suche nach einem kompetenten “Fachinformatiker”:

    http://www.yasni.de/fachinformatiker/person+suche

    Es macht sowohl für Selbstständige als auch Freelancer und Bewerber Sinn, sich mit einem kostenlosen (!) Exposé bei Yasni internetweit entsprechend zu präsentieren.

    Oder? ;-)

    • PolitikBasis sagt:

      Hallo Herr Schütz,

      m.M. nach machen die Personen-Suchmaschinen nichts anderes, als die Leute mit (teils alten) Datensätzen zu erpressen, die zum großen Teil aus einer Zeit stammen, in denen die Suchalgorithmen und Vernetzungen der Suchmaschinen untereinander, weniger Informationen hervorbrachten, als sie es jetzt tun. Nun sind die Leute selbst schuld, dass die Entwicklung vorangeschritten ist und sollen dafür zahlen – Aber doch nur, weil man ihnen einreden möchte, dass ihre Onlinereputation in Gefahr ist oder bereits geschädigt ist. ;-)
      Der Großteil der Menschen wird weder heilig, noch wird die Arbeit besser, wenn sein Profil schick aussieht. Der Anbieter bzw. Dienstleister gehört damit eher in passenden Branchenportale, als in zweifelhafte Stalkernetzwerke und seine Identität im Web komplett anonymisiert. Das sehe ich ohnehin mit als ein Hauptgrund, der das Geschäft mit der Online-Reputation in Zukunft wieder obsolet werden lässt.

      Freundliche Grüße ;-)

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