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Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Welt Online – Den Lesern droht die Verunterschichtung

gepostet von PolitikBasisam 7 - Februar - 2011 -1 KOMMENTAR-  Share/Bookmark

Was macht ein Nachrichtenportal, wenn ihre Themen vom Publikum immer wieder als tendenziös und manipulativ entlarvt werden? Und was macht dieses Portal, wenn die Lesermeinungen im Kommentarbereich so weit von den Artikeln abweichen, dass ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem besteht?
Nun, es lässt entweder keine Lesermeinungen mehr zu, filtert diese, oder lässt nur noch zu unverfänglichen Themen Meinungen zu: Der Sandsack, an denen sich die Leserschaft abzuarbeiten hat, besteht dann aus Dschungelcamp, Anne Wills Late Night und der Islamisierung. Es droht die Verunterschichtung der Leserschaft.


Welt Online, vom Axel Springer Verlag, war 2006 angetreten, die Marke “Welt” im Internet zu stärken und den Nutzern die Nachrichten “in Echtzeit” zur Verfügung zu stellen. Dass diese besonders von CDU und FDP zu Wahlkampfzwecken genutzt werden, war abzusehen. Parteiisch dementsprechend die Berichterstattung. Abzusehen war anscheinend nicht der Wandel der politische Haltung in der Gesellschaft. Konnten Online-Redaktionen im Jahre 2000 noch mit Themen wie Agenda 2010, Mittelschicht und Neidgesellschaft die Leserschaft in alte, vorhersagbare Richtungen lenken, ist jetzt, rund 10 Jahre später klar, dass die Zerwürfnisse zwischen Politik und Bürgern tiefer gehen als angenommen.


Ein paar Jahre schien es so, als ob Welt Online meinte, gegen den Wandel anschreiben zu können. Dass sie nur die richtigen Themen platzieren bräuchte, um die Leserkommentare wieder in das Jahr 2000 zu befördern. Damals, als das Regieren noch einfacher war und die Wähler berechenbarer. Die Leserkommentare zu ihren Artikeln sprachen jedoch eine andere Sprache. Besonders in den letzten Jahren wurde deutlich, wie gegensätzlich die öffentliche Meinung zu der der medialen Stimmungsmache ist. Keine Chance mehr für etablierte Parteien an Boden zu gewinnen, kein Artikel, der nicht von wütenden Lesern zerrissen wird.
Die Konsequenz die das Nachrichtenportal jetzt daraus zieht, ist etwas, was wir aus dem Fernsehkonsum kennen: Die Verdammnis des Lesers zur Passivität.
Ein Anachronismus in Zeiten des Internets. Gegessen was auf den Tisch kommt – war einmal. Dem Nutzer wird die Stimme geraubt und die noch vorhandene Popularität der Seite benutzt, um Botschaften über Überschriften und Bilder zu transportieren. Denn sie sind es, auf die der Leser anspringt.
Und plötzlich steigt die Zustimmung für Schwarz-Gelb wieder und sogar die FDP schafft wieder die Fünf-Prozent-Hürde. Dass 2011 ein Schicksalsjahr dieser Parteien ist, ist in diesem Zusammenhang nicht wirklich verwunderlich. Die wenigen, verbliebenen Leserkommentare dazu – gefilter und sortiert. Einen Beweis, dass die Presse unabhängig ist, braucht ohnehin niemand mehr anzutreten. Auch kein Axel Springer Verlag.

Bis zum nächsten Mal!
Ihre PolitikBasis

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Ein Kommentar zu “Welt Online – Den Lesern droht die Verunterschichtung”

  1. Widersprecher sagt:

    Dass das nicht der Realität entspricht, davon kann man sich bei einem Blick auf die Mehrzahl der jederzeit von WO gerade online gestellten Artikel resp. der dazugehörigen Leserkommentare überzeugen. Nach wie vor finden allerorten Leserdebatten statt. Aber was für welche? Die Leserkommentare auf WO gehören zu den schlechtesten aller mir bekannten Internetmedien. Der Fehler von WO liegt m.E. nicht darin, dass Kommentare zu einigen Artikeln gesperrt werden, sondern darin, dass jeder Spinner seinen Kommentar loslassen darf (der dann u.U. im Nachhinein zensiert wird, wenn WO meint, das gehöre sich nicht).
    Besser wäre es z.B. wie bei faz.net, wenn Kommentaren sich registrieren müssen, bevor geschrieben wird. Das könnte zumindest den einen oder anderen digitalen Furz verhindern.

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