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Reisebericht Procida – Die Ankunft und die ersten Tage

gepostet von PolitikBasisam 13 - März - 2011 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

Rudi Schuricke besang schon Anfang der 1950er Jahre die Schönheit der kleinen, rauen Mittelmeerinseln. Der erfolgreiche Schlager, mit der Textzeile: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt…“ beschrieb ihren ganz besonderen Charme.
PolitikBasis | Panorama auf Panogio
Capri und die Schwesterinsel Ischia wurden zu Touristenmagneten. Leider muss ich sagen, denn so geht auch immer ein Stück einheimische Kultur verloren. Nur wenige Seemeilen vom Festland entfernt, liegen die beiden Inseln im Golf von Neapel.
Bisher erfolgreich dem Massentourismus entzogen, hat sich die kleine, nur etwa 4 km² große Insel Procida. Kein ausgeprägtes Nachtleben und Gassen so schmal, dass sich das Showfahren auf Flaniermeilen zum Hindernisparkour entwickelt. Da ist ohne böse Lackkratzer kaum etwas zu machen.
Das vorrangige Fortbewegungsmittel der Einheimischen stellt deswegen dort schon lange der Roller, der Ape (ital. Biene) oder diverse andere Arten von Kleinstwagen dar. Und keines davon werden Sie finden, ohne die deutlichen Spuren die zärtliche Häuserwände an den Seitenverkleidungen hinterlassen. Das Auto ist dort eben nicht mehr als ein Fortbewegungsmittel und kein Statussymbol so, wie es z.b. hier in Deutschland als solches gilt. Eine sehr gesunde Einstellung, wie meine Freundin und Reisebegleiterin Grit Werner nebenbei bemerkte. Ich nickte zustimmend.

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Verlassen Sie die Fähre und kommen Sie mit Ihrem Gepäck in den Händen am kleinen Hafen an, werden sie meist vom Vermieter ihrer Herberge abgeholt. So zumindest war es bei uns. Der heftige Regen, der uns jedoch bei der Ankunft empfing, trübte ein wenig meine Freude und ließ mir nicht viel Zeit einen Blick über die Schulter zu werfen, um der abfahrenden Tragetti hinterher zuschauen. Die Überfahrt war stürmisch und ich wollte doch wenigstens noch sehen, was uns so sicher und zielgerichtet durch die Wellen brachte. Dafür sollte aber noch später genug Zeit bleiben, wie sich herausstellte.
Nach einer freundlichen Begrüßung am Kai ging es fast wortlos per Auto Richtung Apartment. Die paar wenigen Sätze auf Englisch meinerseits und ein paar wenige Brocken auf italienisch von Francesco, unserem Vermieter, ließen uns beide stumm und in der der Gewissheit zurück, dass wir hier mit verbaler Kommunikation nicht allzu weit kommen würden.
Nach etwa 5 minütiger Fahrt, zeigte er in Richtung eines Hauses, das oben auf einem Hang thronte und das er kurz und knapp mit den Worten “Palazzo Guarracino” bezeichnete. Wie sich herausstellte sollte dies unser Domizil für die nächste Woche sein.
Das große Anwesen, welches während der Hauptsaison von mehreren Parteien bewohnt wird, ist ein Gebäude, das im 18. Jahrhundert der borbonischen Königsfamilie als Jagdhaus diente. Angemessen also.
Wir hatten die Wahl: Das kleinere Apartment, das eigentlich eine große 2 Zimmerwohnung war, oder den Palazzo, der einen fast schon pompösen Villa-Charakter hatte. Wir entschieden uns für die kleinere Variante und bezogen freudig die Räumlichkeiten. Francesco zeigte uns noch wo was zu finden ist und verschwand eilig mit unbekanntem Ziel. Zuvor lies er uns aber noch wissen, dass Donnerstags die Lebensmittelgeschäfte bereits um 13.00 Uhr schließen.
Ohne Zeit zu verlieren schauten Grit und ich uns um. Alte Möbelstücke fügten sich nahtlos in das herrschaftliche Ambiente ein. Die hohen Decken in Kuppelform ließen die 45 qm² großen Räume noch größer wirken und das Betreten der rund 20 Meter langen Terrasse, mit Blick auf eine breite, einladende Bucht, verhieß zahlreiche sinnliche Momente.


Nur kurz pausierten wir bei einem kräftigen Frühstück und machten uns sodann gespannt auf den Weg, das uns unbekannte Eiland mit ersten, noch etwas unsicheren Schritten, zu erkunden.
Hinauf ging es auf die Anhöhe, in die Richtung, in der wir das Zentrum vermuteten. Auf bürgersteiglosen Straßen fahren, dicht an uns vorbei, hier ganz selbstverständlich die unterschiedlichsten motorisierten Gefährte. Begleitet oft von einem kurzen Hupen heischen die Fahrer um Aufmerksamkeit und ich fragte mich das eine und andere Mal, ob sie das nicht eher aus purer Fröhlichkeit tun, oder tatsächlich um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.
Bei den einheimischen Fußgängern jedenfalls spürt man eine Gelassenheit, die einen Wissen lässt, dass die Unfallrate nicht überproportional hoch liegen dürfte – sie gingen unbeeindruckt ihres Weges. Wir versuchten es ihnen gleich zu tun, auch wenn es uns nicht immer ganz so leicht fiel.
Die schmalen Straßen, gesäumt vom üppigen Grün des mediterranen Klimas waren bepflanzt mit Zitronen- und Orangenbäumen. Grit hangelte sich flink ein, zwei Orangen aus dem nächsten Baum und erntete damit die gutherzige und lautstarke Belehrung einer Einheimischen, dass diese Orangen doch viel zu sauer wären.

Dankbar und ohne Orangen gingen wir weiter. Die Regenwolken verzogen sich zunehmend und die Zeit für weitreichende Inselerkundungen war gekommen. Hinunter ging es zum Hafen. Er ist Einer von Dreien die Procida besitzt. Porto Maria Grande ist Anfahrts- und Abfahrtshafen. Dort findet sich auch das einzige kleine Internetcafe auf der Insel – mit genau: einem PC. Procida ist somit auch ein erstklassiger Ort, wenn Sie eine Zeit lang komplett aussteigen möchten.

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So manches Mal ertappte ich mich wie ich versuchte einen westlichen geprägten Standard zu übertragen und zu fordern: “Hier müsste man dies…, hier müsste mal das…”. Die Straßen breiter, die Öffnungszeiten durchreglementiert und die Mittagsruhe aufgehoben. Doch gerät man damit, finde ich, auf den Holzweg: Die Kultur und das Flair ist nur zu erhalten, wenn das akzeptiert wird, was vorzufinden ist. Es gilt da tunlichst sich herauszuhalten und dagegen anzudenken.

An den folgenden Tagen wurden unsere Touren ausgiebiger. Procida ist prädestiniert dafür zu Fuß entdeckt zu werden. Die Ausläufer der Insel, die weit ins Meer hinein reichen, geben eine feine, weite Sicht auf Buchten und das Meer und bergen eine Menge schöner Motive für Fotos. Kleinen, verschlungene Pfaden kann ruhig mit Abenteuerlust begegnet werden. Das Begehen dieser Pfade wird oft mit interessanten Orten belohnt, die auf keiner Karte verzeichnet sind.
Lesen Sie hier weiter den 2. Teil des Reiseberichts Procida – Die Entdeckung der Insel ».

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