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(Teil 2) Reisebericht Procida – Die Entdeckung der Insel

gepostet von PolitikBasisam 17 - März - 2011 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

Willkommen zurück! Dies ist die Fortsetzung vom Reisebericht Procida – Die Ankunft und die ersten Tage.

PolitikBasis | Panorama auf Panogio

Unsere Insel Procida : Durch ihren ständig wechselnden Sonnen-Wolken-Mix, in ein schillerndes Farbenspiel getaucht, wurde Grit und mir zunehmend vertraut.
Untypisch für diese Jahreszeit waren die niedrigen Temperaturen. Die Nächte mit 5 – 8 Grad kühlten den großen Pallazo so weit herunter, dass die Menge unserer Schlafdecken mit jedem sinkenden Grad anstieg. Eine Heizung gab es zwar, die war aber nicht in Betrieb. Wahrscheinlich hatte hier einfach niemand mit solchen niedrigen Temperaturen gerechnet.
Die Morgen entschädigen uns oft mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Gegen 6.00 Uhr morgens zeichnete sich ein feiner Lichtsaum um die geschlossene Terrassentür. Die wartete nun darauf von uns aufgestoßen zu werden, um den herrlichen Blick auf Capri und die weite Ferne freizugeben. Wir taten ihr meistens schnell den Gefallen. Oft sah man schon um diese Zeit die ersten kleinen Fischerboote einsam ins Sonnenlicht fahren.
Der Kaffee wischte die letzte Müdigkeit von uns und wir starteten den Tag mit einem opulenten Frühstück. Die typisch regionalen Küche stand auf unserem Speiseplan. Grit, ganz kreativ, ging besonders experimentierfreudig in der großen Küche an ihre Kreationen. Leckerer Parmesan, Mortadella, Käsevariationen und Gemüse aller Art gab es vorrangig. Ja, so ließ es sich leben.
Kurz darauf packten wir unsere Sachen und brachen auf zu unseren weiteren Streifzügen. Jeden Tag in eine andere Richtungen – 50 Kirchen soll es auf Procida geben, eine beachtliche Zahl wenn man die Größe der Insel bedenkt. Wirklich entdeckt haben wir davon vielleicht 7 oder 8.
Ein Naturschutzgebiet, das leider bei unserem Besuch geschlossen war, beherbergt eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen. Dort soll es auch Ausgrabungsstätten geben, die die erste Besiedelung der Insel dokumentieren. Die soll auf die Griechen zurückgehen und bereits 1800 v.Chr. stattgefunden haben. Ein interessanter Ort also.
Einen anderen, fast mystischen Ort, fanden wir auf dem Santa Margherita. Einer der südlich gelegenen Ausläufer. Eine steiler, verschlungener Pfad führte bis ganz nach oben, wo ein altes Anwesen, offensichtlich schon vor langer Zeit, seinen Platz fand. Eine Bühne mit Gesichtsmasken, auf einem kleinen Feld hinter dem Gebäude, deutete auf rege und etwas seltsam anmutende Aktivitäten hin.

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Nur einmal wollten wir die Insel ernsthaft verlassen. Doch unser geplanter Kurztrip zu den Phlegräischen Feldern, mit anschließender Stippvisite Neapels, scheiterte kläglich am italienischen “Temperament”. Dieses zeichnete sich an jenem Tag durch besonders große Beschaulichkeit und einer gehörigen Portion Phlegmatik aus. Don Peppino hieß die Fähre, die einfach nicht kam, weil sie irgendwo im Golf von Neapel auf eine Sandbank lief. Wir warteten geduldig am Hafen und unsere Fragen nach der Fähre wurden nur mit einem freundlichen Lächeln und gleichmütigem Achselzucken beantwortet. Der Ticketschalter war geschlossen, Informationen waren nicht zu bekommen und der Ticketverkäufer hatte sich, wahrscheinlich gänzlich ohne schlechtes Gewissen zu bekommen, aus dem Staub gemacht. Aber nur ganz leicht verstimmt waren wir deswegen, an diesem sonnigen Frühlingstag. Wir disponierten flexibel um und machten uns auf den Weg zum Terra Murata. Der stand ohnehin schon die ganze Zeit auf unserer Besuchsliste. Es sollte sich lohnen: Der Ausblick den dieser 91 Meter hohe Berg bietet, auf dessen Gipfel ein verlassenes Gefängnis und eine alte Siedlung Platz findet, erstreckt sich bis weit nach Neapel hinein. Allein die Menge an Fotomotiven ließ uns mehrere Stunden dort verbringen. Das Geld für die nicht stattgefundene Überfahrt bekamen wir übrigens zurück. Im Ticketverkauf, nach zwei Tagen und völlig unbürokratisch.

Unsere ausgiebigen Streifzüge forderten ihren Tribut oft in Form einer frühen Nachtruhe. Die Auswertung der Fotos, die gänzlich ohne PC und Internet stattfand, und die Instandhaltung des Equipments lies bei uns auch abends keine Langeweile aufkommen. Für unser leibliches Wohl sorgte hingebungsvoll Grit, die ganz in der Rolle der Cuciniera Italiano aufging.

Nach acht Tagen verließen wir schweren Herzens Procida. Unsere Erwartungen an diese Reise wurden weit übertroffen. Und möchte man ein Resümee ziehen, lässt sich sagen, dass sich die Insel hervorragend für den Individualtouristen eignet. Eigeninitiative vorausgesetzt und den Schwerpunkt nicht aufs Nachtleben gelegt, kann man hier sehr viel Spaß haben und Italien von seiner intimen, urwüchsigen Seite kennenlernen.

Ciao a tutti!

Ihre PolitikBasis

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