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Klarnamen voran! – Ein Plädoyer

gepostet von PolitikBasisam 28 - August - 2011 -2 KOMMENTARE-  Share/Bookmark

Google+ will sie nicht, für viele gilt sie schon lange nicht mehr und mindestens genauso viele brauchen sie: Die Anonymität im Web. Segen und Fluch zugleich, ließ sie das Internet zu einem Hort des freien Meinungsaustauschs werden. Auf der anderen Seite jedoch, wurden all jene, die mit ihrem Klarnamen für ihr Tun geradestehen und standen, einer besonderen Gefahr ausgesetzt: Sie waren und sind in besonderem Maße Zielscheibe anonymer Missliebigkeiten. Aber: Es zeichnet sich eine Trendwende ab.


Die Frage, ob sich die Anonymität im Web auch in Zukunft wird halten können, beschäftigt gerade derzeit wieder eine ganze Reihe kluger Köpfe:

Manche Meinungen sind schwer erträglich, trotzdem müssen wir sie sagen und lesen dürfen – im Netz genauso wie auf der Straße. Anonymität beschränken zu wollen, ist falsch.

Zeit online: Anonymität ist ein Schutz, keine Gefahr »

Ich jedenfalls sagen dazu ein klares Nein. Nein, viel mehr ist davon auszugehen, dass das Internet verstärkt zu einem Raum konstruktiven, demokratischen Schaffens wird und es dort immer weniger Platz für dumpfes Herumgeunke unter Pseudonym gibt. Nein, wer etwas auf sich hält, wird zukünftig unter seinem Klarnamen seine Meinung vertreten. Denn erst dann ist das Recht auf freie Meinungsäusserung konsistent. Anonym wird es gar nicht erst wahrgenommen, sondern ist nicht mehr als das muffige Versteck von Stalkern und anderen pathologischen Nachstellern.


Isharegossip – Sargnagel der Anonymität

Es war der schleichende Verlust der redlichen Intention, der mit der Anonymität im Laufe der Zeit einherging. Zu oft ist ihre Freiheit missbraucht worden. Isharegossip, das Portal, dass das böswillige Lästern in das breite öffentliche Bewusstsein brachte, ist das derzeit prominenteste Beispiel und bisheriger Höhepunkt des anonym betriebenen Schindluders. Und so wird es nicht weitergehen. Zu sehr hat die Glaubwürdigkeit anonym bereitgestellter Informationen, die in trojanischer Manier in Meinungen verpackt sind, gelitten. Sie sind schlicht nicht mehr vertrauenswürdig. Auch wenn sie noch so gut belegbar sind und vehement auf deren Echtheit gepocht wird, es ist es der fade Beigeschmack – die Möglichkeit aus niederen Beweggründen zu handeln, der das Interesse an den Information schmälert. Geht es darum jemanden – einen Konkurrenten zum Beispiel, eins auszuwischen, oder ist es ein ehrliches Anliegen öffentlich zu informieren? Das ist die Frage, die noch stärker über dem eigentlichen Inhalt steht.


Aufklärungen und Meinungen sehen anders aus. Zumindest seriöser, denn dafür braucht es reale Personen, deren Beweggründe nachvollziehbar bleiben. Und so bleibt von den ganzen, unter der Prämisse von Meinungsfreiheit getätigten Aussagen, nicht viel mehr als “Behauptungen”. Der Zweck Informationen preiszugeben, ist mindestens genauso interessant, wie die Informationen an sich. Unter Anonymität verbreitet, werfen die aber, in Zukunft noch mehr, kein allzu positives Licht auf ihre Verfasser.


Bis zum nächsten Mal!
Ihr Björn Dischleit von der PolitikBasis

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2 Kommentare zu “Klarnamen voran! – Ein Plädoyer”

  1. Karlsruher sagt:

    nja ich finde zuviel anonymität sollte das netz auch nicht bieten guter artikel danke

  2. black lope sagt:

    Wie naiv bist Du?
    Der Verfassungsschutz wird’s danken, wenn alles mit Klarnamen versehen ist. Muss er nur googeln, was man so geschrieben hat sein Leben lang.
    Nur weil wir heute noch nicht gleich erschossen werden für eine Meinung im Web, heißt das nicht, dass das immer so sein wird. Das Web vergißt nicht. (“Beweisen Sie, dass nicht SIE das unter Ihrem Namen geschrieben haben!”) Wohl dem, der “Peter Müller” oder so heißt.
    Vielleicht freut sich auch Arbeitgeber oder Jobcenter über die Ansichten zu Hartz4 u.ä. Und die Musikindustrie liebt Postings in Downloadforen.
    Ich jedenfalls habe mehrere Pseudonyme und ich nutze auch gern Proxys.
    Zwar weiß ich, dass, wer es wirklich drauf anlegt, mich vermutlich über IP und Vorratsdaten doch finden kann, wenn er will – oder über meine diversen E-Mail-Adressen, aber es macht deutlich mehr Arbeit.

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