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Bei Facebook lockt die Unsterblichkeit

gepostet von PolitikBasisam 7 - Oktober - 2011 -3 KOMMENTARE-  Share/Bookmark

PolitikBasis | Bei Facebook lockt die Unsterblichkeit

Wer hätte je daran gezweifelt: Die virtuelle Welt ist zu wesentlich mehr zu gebrauchen als zum Verschicken von eMails, dem Schreiben in Foren und dem Lesen auf Nachrichtenportalen.


Facebooks Timeline
Facebooks jüngst veröffentlichte Nachricht zur Timeline, stellt einen Zukunftsplan dar, der im Grunde die konsequente Weiterentwicklung dessen ist, was die IT die letzten 40 Jahre ohnehin schon immer antrieb: Eine möglichst realitätsnahe Darstellung der wirklichen Welt. Ob künstliche Intelligenz oder grafische Aufbereitung – die Bemühungen zielten immer darauf ab. Und so ist auch die Aufzeichnung von Geschehnissen, Ereignissen und Vorgängen – gespeichert in Datenbanken, schon lange nicht mehr beschränkt auf trockene Datensätze, die vielleicht Finanzbeamte, Kripo und Krankenkassen interessieren.
Nicht weniger als das Leben selbst gilt es zu speichern, nachzubauen und auf diese Weise eventuell sogar wieder auferstehen zu lassen! Denn das wäre der nächste Schritt. Visionär ja, aber von logischer Konsequenz in ihrer Überlegung.

Mark Zuckerberg will alles: jedes Kochrezept, jeden gesehenen Film, jeden gehörten Song. Geburten, Hochzeiten, Zeugnisse. Facebook soll zentrales Lebensarchiv all seiner Nutzer werden und Angelpunkt allen Medienkonsums. Die Pläne sind atemberaubend – und für manche Branche furchteinflößend.

Spiegel Online: Facebook will Lebensarchiv werden »


Dem Menschen steht der Umzug in die virtuelle Welt bevor
Für diese Idee braucht es Daten und zwar möglichst viele. Das derzeit fast ausschließlich ökonomische Interessen dahinter stehen ist ein Januskopf, doch die Sammelwut, auf Grund der derzeitig kapitalistischen Verwertbarkeit, kann sich zu einem späteren Zeitpunkt noch als äußerst nützlich erweisen. Vorausgesetzt, dass der Zugang zu dieser Techniken auch weiterhin der breiten Masse zur Verfügung steht und nicht gerade durch eben diesen ökonomischen Interessen verschlossen wird – oder bleibt, wie es zum Beispiel mit den Armutsregionen dieser Welt geschieht.

Was man hat, hat man. Die Abbildung von Persönlichkeit mittels Datenbanken ist noch grob und vage und stößt gegenwärtig an technische Grenzen. Doch wir stehen erst am Anfang und in der Vorstellung nicht weniger Menschen, ist die Portierung der gesamten Persönlichkeit, inklusive des Bewusstseins, hinein in die Virtualität, bereits jetzt Realität.
Ein furchtbarer Gedanke ist das nicht. Viel eher ist davon auszugehen, dass wir gar nichts davon mit bekommen. So wie wir auch jetzt nicht merken würden, wenn unsere Leben bereits eine Simulation ist.


Die Matrix lässt grüßen
Warum Facebook und andere Netzwerke Erfolg haben werden liegt auf der Hand: Zum einen locken hohe Gewinne, zum anderen kann der alte Menschheitstraum des ewigen Lebens, zumindest zum Teil, Realität werden. Er wird mit dafür verantwortlich sein, dass die Benutzer der verführerischen Vorstellung erliegen, dass je mehr sie von sich preisgeben auch mehr von ihnen erhalten bleibt. Das wird sie dazu antreiben immer mehr persönliche Daten auf die Server zu schaufeln. Dort verbleiben sie, weitestgehend unauslöschlich, noch lange nachdem sie das Zeitliche gesegnet haben.
Ganz unrecht haben sie damit jedenfalls nicht: Für viele dürften die im Internet hinterlassenen Spuren weit mehr sein, als jene des realen Lebens. Wann aus diesen binären Hinterlassenschaften ein Dornröschenschlaf wird, ist die spannende Frage, die uns zukünftig beschäftigen wird.


Bis zum nächsten Mal!
Ihre PolitikBasis

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3 Kommentare zu “Bei Facebook lockt die Unsterblichkeit”

  1. Detlef Haase sagt:

    Ein interessanter Text am “The Day After Steve Jobs”.
    Kein Superlativ wird seit gestern früh gescheut, um den allzu früh Verstorbenen in den virtuellen Olymp zu erheben: “Erfindungen wichtiger als die Glühbirne”, “wirklicher Vater des Internets”, ” Schöpfer unverzichtbare Dinge unseres Lebens” (DIE WELT), “wichtigste Persönlichkeit des noch jungen 21. Jahrhunderts” (VEDOMOSTI)usw. usf.
    Bleibt nun noch hinzuzufügen;: Verantwortlich für die geschilderten Entwicklungen hin zu einer vollständigen Digitalisierung der Spezies?

    • PolitikBasis sagt:

      Hallo Herr Haase, spätestens wenn Ökonomen merken, dass ein Leben in der virtuellen Welt ressourcenschonend ist und die Technik soweit ist, steht einen Umzug nichts mehr im Wege.

  2. Der virtuelle Umzug wird auf jeden Fall kommen, Mensch hat sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt und neue Dinge erfunden, also warum sich gegen die virtuelle Welt stellen. Sie bietet vielfältigste Möglichkeiten und das für User als auch für Unternehmen.

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