PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Griechenland – Wenn „Sparen” Armut und Hunger heißt

gepostet von PolitikBasisam 13 - Mai - 2012 -3 KOMMENTARE-  Share/Bookmark

Es klingt so einfach und plausibel: Sparen und den Gürtel enger schnallen. Das ist es, was von Griechenland jetzt gefordert wird, um endlich den Weg zu Wohlstand und Frieden in Europa zu ebnen. Denn wer jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat, hat es eben nicht anders verdient! So klingt es vielerorts, am Stammtisch und in der BILD-Zeitung.


Dabei ist nicht jenes „Sparen” gemeint, das wir meinen uns, aus unserer vergleichsweise luxuriösen Position heraus vorzustellen. Hier geht es nicht um den nächsten Supermarkteinkauf, der nur etwas preisbewusster ausfallen sollte, oder dem Shopping, welches den Gelüsten des Konsums einfach zu widerstehen braucht. Nein, im Falle Griechenlands, wie übrigens in alle Staaten, die unmittelbar von den Auswirkungen der Finanzmarktkrise betroffenen sind, geht es schlicht um die existenziellen Grundlagen. Näher erklärt wird das in den Systemmedien wohl wissend nicht. Dort wird weiterhin das Bild der üblen Griechen gezeichnet, die sich vorsätzlich und im Kalkül betrügerischer Absicht in die Staatengemeinschaft eingeschlichen haben.

Laut einer offiziellen Statistik der Statistikbehörde ELSTAT haben 27,8 Prozent der nicht als arm geltenden Haushalte ernsthafte Probleme, die Kosten für ihre Wohnung zu bestreiten. Bei den Armen sind es mehr als die Hälfte. Insgesamt 4,3 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang mehr zu regelmäßigen Mahlzeiten.

Heise Online: Ein Viertel der Griechen lebt bereits unter der Armutsgrenze »

Nun ist es nicht so, dass Griechenland vor dem Beitritt in die EU nicht funktioniert hätte. Griechenland war ein Land, das mehr als über-lebensfähig war. Ohne große Exportwirtschaft zwar, aber mit einer durchaus potenten Binnenwirtschaft und einem florierenden Tourismus. Die Wenigsten störten sich am südländischen Temperament und Laissez faire. Ganz im Gegenteil: Diese Eigenschaften stellten einen erfrischenden Gegenpol zur deutschen Gründlich- und Ernsthaftigkeit.


Seit Beginn der Finanzkrise ist das alles anders. Die nationale Souveränität soll geopfert werden. Das, was ein Land ausmacht, seine kulturell Identität, soll eingegliedert werden in den stromlinienförmigen Gleichlang eines leicht steuerbaren Konstruktes namens EU.
Dass die griechische Linke für den Normalbürger nun eine Option ist, ist nicht verwunderlich. Denn die haben nur die Wahl von den alten Parteien weiterhin über den Tisch gezogen zu werden und ihre Enteignung mit anschließender Armutsfalle in einer leuchtenden EU zu erleben, oder souverän zu bleiben und arm und hungrig. So zumindest, würde ihnen wenigstens noch der Stolz bleiben.


Bis zum nächsten mal!
Ihre PolitikBasis

VN:F [1.9.6_1107]
Artikel bewerten:
Rating: 7.0/10 (2 votes cast)
Griechenland - Wenn „Sparen" Armut und Hunger heißt, 7.0 out of 10 based on 2 ratings

Related posts:

  1. Gastbeitrag von Almabu – Möglicherweise erleben wir in Griechenland..
  2. Griechenland – Europas Schmuddelkind
  3. Wenn Finanzkrisen keine sind
  4. Dollar-Tschankies und Planetenkiller – von Wolfgang Bergmann
  5. Der Rettungsgsschirm heißt jetzt Stabilitätsmechanismus

3 Kommentare zu “Griechenland – Wenn „Sparen” Armut und Hunger heißt”

  1. Detlef Haase sagt:

    Griechenland ist doch nicht mehr und nicht weniger als ein supranationaler, europäischer Systemsprengsatz, vielleicht sogar mit globalen Dimensionen, an dem längst die Lunte brennt.
    Und er zündet wahrscheinlich, wenn bei Neuwahlen die Radikale Linke siegt, denn den selbsternannten europäischen Eliten wird es nicht gelingen, diese Lunte auszutreten.
    Wie auch, versucht man doch in Griechenland ein marodes System zu verarzten, während die Hausapotheke leer ist und das Verbands- und Stützmaterial längst aufgebraucht ist.
    Fliegt aber Griechenland in die Luft, könnte auch Europa implodieren, in sich zusammenfallen. Dann droht aber der neue rechte Nationaltotalitarismus.

  2. Julia sagt:

    So wie es aussieht gibt es keine Lösung für Griechenland. Dadurch gibt es auch keine Lösung für die EU. In Folge davon wird die EU auseinanderbrechen.

  3. Ulf sagt:

    Auch, wenn der Artikel schon etwas älter ist, zeigt es doch sehr gut, dass sich trotz dem Sparen, bei den Griechen keinerlei Besserung eingestellt hat. Ich bin wirklich mal gespannt, wo das hinführen soll.

Kommentieren

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

  • Entertainment


      zum Artikel »
  • Aktuell

    • zum Artikel » zum Artikel » zum Artikel »
  • Potzblitz!

    • Keine Ereignisse vorhanden
  • PolitikBasis - Wissen

      zum Artikel »
  • Kolumnen

      zum Artikel » zum Artikel »
  • Anzeige

  • Meta

Blog Top Liste - by TopBlogs.de Add to Technorati Favorites Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blogverzeichnis RSS Verzeichnis Political Blogs - BlogCatalog Blog Directory Blog Verzeichnis und Webkatalog Blogverzeichnis Blogverzeichnis Blogverzeichnis kostenloser Counter