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(Teil 1) Reisebericht Ostvorpommern – Das Tor zur Insel Usedom

gepostet von PolitikBasisam 18 - August - 2012 -KOMMENTAR+-  Share/Bookmark

Wolgast wird das Tor zur Insel Usedom genannt. Niemand kommt an dem Städtchen vorbei, will er die Insel betreten. Das hat durchaus seinen Reiz, bringt aber auch Nachteile mit sich.

PolitikBasis | (Teil 1) Reisebericht Ostvorpommern - Das Tor zur Insel Usedom

„Wie weit ist es noch?” drang es von hinten durch den Helm. Ich blickte auf das Navi und nahm dabei die leichten Vibrationen der Majesty 400 wahr. Ich las die verschwommene Zahl: „28 Kilometer” erwiderte ich und drehte den Gasgriff noch etwas weiter, gerade so, als ob ich eine besondere Entschlossenheit demonstrieren wollte. Gutmütig drehte der Einzylinder hoch. Während der sanften Beschleunigung gab die brandenburgische Bundesstraße immer wieder den herrlichen Blick auf die saftigen Felder und Hügel der ostvorpommerschen Landschaft frei. Hin und wieder ließ ich den Blick schweifen – wenn die Strecke frei war und uns nicht gerade ein Truck entgegenkam, der wie immer in seinem Schlepptau die üblich drängelnde Kolonne Autofahrer mitbrachte.


Wir näherten uns Wolgast, der kleinen Stadt am Peenestrom, die durch ihre historischen Handels- und Industrieaktivitäten in ihrer Geschichte immer wieder für Aufmerksamkeit sorgte. Gustav II. Adolf landete hier im Dreißigjährigen Krieg ebenso, wie Könige und Herzöge. Diese Stadt sollte für die kommenden Wochen unsere Heimat sein.

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Gespannt gingen wir die Treppe zu unserer Unterkunft hinauf. Ein typischer Plattenbau wie er zu DDR Zeiten zu tausenden gebaut wurde. Nicht schön, aber zweckmäßig. Schließlich waren Grit und ich nicht nur zum Vergnügen hier. Mit einem satten Geräusch viel die Tür in das Schloss. “Küche, Bad, alles da!” strahlte Grit, während ich noch damit beschäftigt war die Motorradklamotten ab zu legen. Kritisch beäugte ich die Räumlichkeiten. “Ruhig dürfte es hier auf jeden Fall sein.” bemerkte ich und öffnete eines der großen Fenster. Sofort drangen die gellenden Schreie von Möwen herein. „Ungewöhnlich für uns Städter” sagte Grit. Ich konnte ihr nur beipflichtete. Für uns, die wir nur Tauben gewöhnt sind – und vielleicht noch die aufdringliche Spatzen, sind das tatsächlich außergewöhnliche Laute. “Mit offenem Fenster schlafen wird wohl nichts.” Grit nickte. Modriger Geruch drang aus dem Badezimmer. Er ließ erahnen, dass hier schon länger niemand mehr gewohnt hatte. “Erstmal ordentlich durchlüften” rief Grit aus dem Nebenzimmer und ich hörte, wie ein Fenster nach dem anderen aufging.


Erste Schritte

Unsere erste Erkundungstour ging direkt nach Wolgast hinein. Nur wenige Kilometer trennte unsere Wohnung, die im nördlichen Teil der Stadt lag, von der Innenstadt. Die Baustraße hinunter, an der kleinen St.-Jürgen-Kapelle vorbei, die noch umrahmt ist von ihrer historischen Packsteinmauer, weiter die Breite Straße entlang bis zum “Platz der Jugend” – und voilà: Wolgast entblättert spätestens ab hier einen durchaus sehenswerten Stadtkern. Schnell überquerten wir den Rathausplatz und liefen hinunter zum Hafen. Die Peenebrücke dürfte bei den Besuchern bereits vom Weiten eine gehörige Portion Interesse geweckt haben – und hier zeigt sie sich nun in ihrer Gänze als modernes, stählernes und durchaus ästhetisches Bauwerk. Diese Klappbrücke, die die Insel Usedom mit dem Festland verbindet, wurde 1996 fertiggestellt und hat feste Öffnungszeiten, die die Urlauberströme wohl ordentlich stauen lässt. “Die werden wir die nächsten Wochen noch oft befahren” sagte Grit. Ich zählte in Gedanken bereits durch. „84 mal um genau zu sein” erwiderte ich. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich. „Das wird schon.” kam es knapp von Grit, die meinen Gesichtsausdruck wohl richtig interpretierte.


Wir schlenderten noch eine ganze Weile in Wolgast umher, und kehrten bei Sonnenuntergang bei einem Italiener ein. Zwei Tage noch, dann sollte Koserow für lange Zeit unser „Point of Interest” sein. Gespannte Erwartung lag auf unseren Gesichtern…


Lesen Sie hier den zweiten Teil des Reiseberichts: (Teil 2) Reisebericht Ostvorpommern – Zwischen Ostsee und Achterwasser.


Bis bald!
Ihre PolitikBasis

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