PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die ‘Gedankensplitter’ Kategorie

*urg.., reingezappt: Hart aber Fair vom 23.09.09

gepostet von PolitikBasis am 24 - September - 2009- KOMMENTAR+

fdp_wahlplakat_2Es war furchtbar, ganze 2 Minuten habe ich es ausgehalten: “Hart aber Fair” vom 23.09.09. Ehe ich mich versah kam mir ein Schwall sinnentleertem, inkonsequentem Gesabbel entgegen. Sofort brachte ich Verständnis für jeden Nichtwähler auf, der nach besten Wissen und Gewissen für sich entscheidet dabei nicht mehr mit zu machen.
Warum sollte er sich letztendlich auch noch zum Handlanger machen, wenn diese Parteien dann wieder etwas von einem “Wählerauftrag” faseln.

Für alle andern empfehle wir diese beiden Artikel: “Keine Angst vorm Stimmzettel!” » und Totgeschwiegen: die 12 “Sonstigen” »

Die FDP rückt nicht raus mit der Sprache, weil sie Einsparpotenzial bei den unteren Einkommen sieht. Der völlige Kahlschlag ist mit ihr vorprogrammiert, nach dem Motto: “Die fehlenden Milliarden holen wir bei den Obdachlosen”.

IHRE ARBEIT MUSS SICH WIEDER LOHNEN” tönt es von den Wahlplakaten, und da hinter ein Heer von (Lohn?)Arbeitskräften. Werden das alles Billiglöhner, so sie es noch nicht sind, oder sind das schon Aufstocker?

Alles sehr doppeldeutig, denn er spricht ja den Leser vor dem Plakat an, und nicht die Menschen die dort abgebildet sind. Seine übliche Wahlklientel versteht diesen Hinweis aber ganz sicher. So muß man sich fragen wessen “Arbeit” sich lohnen soll? Welche, keine reale Werte schaffende Tätigkeit, wird hier wieder “Arbeit” genannt? Das (Ver)Zocken an der Börse, oder das transferieren von Geldern auf die Cayman-Inseln?
Und auf Grundlage der Doppeldeutigkeit des Begriffes “Arbeit”, hangelt sich die FDP, ebenso wie die CDU, zu dem Begriff “Leistungsträger” und anschließend noch zur “Elite” und führt so eine komplettes Volk an der Nase herum.
So die Wähler es denn zulassen.

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magazinNach dem marktradikale Ideologien einen Großteil aller zeitlichen und zwischenmenschlichen Ressourcen der Menschen verbraucht, und sie allein auf “Geld” und “Konsum” heruntergebrochen haben, werden als Konsequenz familiäre Beziehungen und Erziehung vernachlässigt. Diese Versäumnisse möchte die CDU und ihr bayrisches Anhängsel die CSU, mittels immer mehr Kontrolle kompensieren:

Angela Merkel reagiert auf die S-Bahn-Attacke in München und den Amoklauf von Ansbach: Die Kanzlerin will mehr Polizeibeamte und einen Ausbau der Videoüberwachung. “Der Staat muss den öffentlichen Raum schützen”, fordert die Regierungschefin. Sonst würden immer mehr Bürger bei Straftaten wegsehen.

Quelle: Tödliche Attacke in Münchner S-Bahn »

Dass die Vorkommnisse ihren eigenen politischen Entscheidungen zu Grunde liegen, scheint für die Dame und Herren unvorstellbar.
Aber: es scheint auch nur so. Denn es ist schon anzunehmen, daß sie sehr genau um die Konsequenzen ihres Tuns wissen. So birgt Opportunismus auch immer eine “Chance”, aus negativen Entwicklungen wieder etwas positives zu kreieren, zumindest für sich selbst und seinen Machterhalt.

So lassen sich z.B. aus der wachsenden Verrohung und Gewaltbereitschaft einer Gesellschaft Märkte generieren (private Sicherheitsdienste z.B.), die wiederum für Arbeitsplätze, z.B. im Vollzug sorgen, um so den Kreis zu schließen, zwischen dem CDU Slogan “Wachstum schafft Arbeitsplätze” oder einem “Sozial ist was Arbeit schafft”.

Was meinen Sie: braucht Deutschland mehr Polizisten?

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Ergebnis »

Natürlich möchten sie auch sogenannte “Killerspiele” verbieten, um einer sich eventuell immer schneller drehenden Gewaltspirale entgegenzuwirken, doch birgt Opportunismus auch das Dilemma keine moralisch einwandfreie Entscheidung treffen zu können. Wenn nämlich andererseits die Steuereinnahmen und Aufträge von Spiele-Entwicklerstudios, Werbeagenturen und weitreichende Verflechtungen in diese Branchen hinein, von Lockheed – Martin, Boeing, bis American’s Army bzw. United States Army, wegfallen, inklusive den Arbeitsplätzen dort, wiegt sich der Nutzen, mit dem eines wachsenden Marktes der Kriminalisierung, schon wieder auf.
Ein Mehrwert käme käme dabei nicht heraus, im besten Fall wäre es ein Nullsummenspiel.

Und das ist was die Entscheidungen auf eine lange Bank schiebt, und sie zu einer heuchlerischen werden lässt.
Zumal die Diskussion um Killerspiele, von Regierungsseite aus, mit Vorsicht zu betrachten ist, denn ein Überschwappen auf die üppigen Gewaltdarstellungen in Filmen und Fernsehen gilt es zu vermeiden. Die Filmindustrie hat wohl nicht minder Einfluss auf eine Gewaltbereitschaft, ist vielleicht sogar der Motor für neue
“Innovationen”, muss aber aus der Debatte herausgehalten werden, weil ein Schlingerkurs dort, eine Lawine in Gang setzen würde, die einen ganzen Industriezweig zu Fall bringen könnte.

Und so wird auch hier nur gegengerechnet wieviel Gewalt vertretbar ist um Arbeitsplätze nicht zu gefährden, Steuereinnahmen nicht wegbrechen zu lassen, immer in Abwägung der Zurufe verschiedenster Lobbygruppen denen es je nach Machtkonzentration nicht wehtun darf. Verlierer ist die Gesellschaft im Kleinen, die sich in Familie, in der S-Bahn, Schule, in öffentlichen Räumen und andern Lokalitäten ohnmächtig, immer mehr solchen Ereignissen gegenüberstehen sieht.

Gewalt ist somit nicht mehr als eine kalkulierbare Größe, ein Wirtschaftsfaktor, wie die Sterbehäufigkeiten bei Rauchern und ihrer dazugehörige Rechnung zur Rentenbezugsdauer. Die Gesundheit und Unversehrtheit ist auch hier nur zweit- wenn nicht gar drittrangig.
Das Gerede darüber ist somit auch nicht eine nach moralischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten, sondern schlicht eine nach fiskalischen.

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Merkels Mantra by PolitikBasisIch habs mir angetan. Muss wissen was läuft um darüber zu schreiben. 90 Minuten Geschwalle, und es war nicht angenehmen: Das TV-Duell.
Auffallend war Merkels Mantra. Das ständig wiederholte Gestammel von: “Wachstum gleich Arbeitsplätze”. Gerade so als ob sie sich selbst von der Richtigkeit dieses Satz überzeugen wollte. Was das heißt ist relativ einfach und kann gleichzeitig dehnbar ausgelegt werden, ganz wie man möchte.
Ein Satz der alles offen hält und doch bedrohlich klingt. Wir kenne ihn schon in anderen Formen: “Sozial ist was Arbeit schafft” – 2005, “Wachstum, wir brauchen Wachstum” – 2001, “0% .. plus.. 2% = 3% MwSt.” – 2005, “Wir haben Aufschwung” 2005 – 2008.
Wo wir damit landen erleben wir gerade.
Es ist eine kleine versteckte Botschaft an ihre Wahlklientel, ein Signal. Aus dem Munde von Merkel heißt es nämlich übersetzt schlicht: “Wachstum generieren durch weitere Steuerbelastungen für untere Einkommen, Steuerfreiheiten und steuerbezahlte Subventionen für Unternehmen, damit diese weiter in schlecht bezahlte Arbeitsplätze investieren bzw. umgewandelt werden”.
Desweitern, damit dieser Satz auch seine volle Wirkung entfalten kann, bedeutet es auch die fortgesetzte Erniedrigung der Arbeitnehmer und Arbeitslosen durch Verhöhnung und Entrechtung, ähnlich wie die von Sarrazin seinerzeit (ja, solche Leute braucht es auch weiterhin dann.), und das Aufhetzen gegen Rentner, und anderes mehr. Hat doch bisher auch funktioniert, warum also ändern?
Ja Kapitalismus funktioniert, mit einem simplen “Weiter so”. Mit der FDP im Schlepptau wird die Kapitalakkumulation weiter zementiert, uneinholbar, aus der eine Art Kapitalfaschismus erwächst, in dem “wertes Leben” nach Höhe der persönlichen finanziellen Mittel gewichtet wird.

Danke Frau Merkel, ich habe verstanden.

Später mehr,…ohmm……

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Von unserem ambivalenten Kern in
nicht-fundamentalen Krisen

gepostet von PolitikBasis am 10 - September - 2009- 1 KOMMENTAR

Eine Frage, die in verschiedenster Art immer wieder auftaucht ist die, ob die derzeitige Wirtschaftskrise überhaupt als solche zu bezeichnen ist. Aber um sie zu beantworten muß der fundamentale Kern von Krisen betrachtet werden, denn dabei geht es schlicht um “Leid”.

Genau genommen kennt eine echte Krise nur eine Art Leid, nämlich die, welches den Mangel an lebenserhaltender Bedürfnisbefriedigung mit sich bringt. Diese echten Krisen sind von der Sorte, die dem Menschen direkt lebensgefährlich werden können: Hunger, Durst und körperliche Versehrtheit. Sie sind existenziell, alles darüber kann als Wohlstand bezeichnet werden. Das Fehlen dieser leidvollen Komponenten, wie in der derzeitigen Wirtschaftskrise der westlichen Staaten, lässt uns immer wieder daran zweifeln, ob wir es wirklich mit einer Krise zu tun haben. Er ist mit ein Grund warum ein Wohlstand, z.B. in Deutschland, immer weiter problemlos, bis nach ganz weit unten abgesenkt werden kann. Die Argumentation, gerade wenn es darum geht weitere Einschnitte zu fordern, fußt oft genug auf den Sätzen: “Uns (oder denen) ging es ohnehin zu gut”, oder “die fetten Jahre sind vorbei”. Oft werden sie hervorgetragen von denjenigen, die sich eine Sicherung der eigenen Pfründe erhoffen, oder zumindest eine Stabilisierung dergleichen. Die Personenkreise verfügen meist über einen noch ausreichend großen Puffer, welcher sie vom existenziellen Leid trennt. Für sie können wir auch von einer “Luxuskrise” sprechen. Aber es gibt eine verhältnismäßig kleine, aber wachsende Personengruppe, die diesen Puffer nicht haben, oder dessen Puffer dahinschmilzt. Sie sehen sich der unmittelbaren Gefahr eines Mangels an lebenserhaltender Bedürfnisbefriedigung gegenüber. Das ist relativ neu in der westlichen Welt, in den 2. und 3. Weltstaaten ist das aber schon lange Normalität, ohne das hier jemand großartig von Krise spräche. Man sieht also, auch mit einer echten Krise lässt sich’s leben oder besser gesagt überleben. Ein Beispiel welches gerne hervorgetragen wird, wenn es darum geht weitere Einschnitte zu fordern und zu rechtfertigen.

Nun ist interessant wer besonders laut von Krise spricht. Für Banken, Banker, Aktionäre und alle, die auf ein Einkommen spekulierten und spekulieren, welches sich rein aus Kapital generiert, ist es jedenfalls schnell klar, daß es sich hierbei um eine handfeste Krise handelt. Würden sie das, was derzeit in der Finanzwelt passiert nicht als Krise bezeichnen, würden die Steuergelder zu ihrer Stützung nicht bereitgestellt. Wir haben zwar alle noch nicht von verhungerten oder verdurstenden Bänkern, Anlegern, Managern oder den Angestellten von Hedgefonds gehört, und doch sprechen Medien vom “Leid” dieser Unternehmungen in der Krise. Von Krise sprechen also eigentlich vornehmlich nur diejenigen, die es gar nicht nötig hätten. Das ist natürlich zum beträchtlichen Teil auch Kalkül um den Menschen zum Mitleiden zu bewegen und sich so seiner sozialen Aufmerksamkeit sicher zu sein. Ein verschleierte Appell an die ansonsten verpönte “Gleichheit und Brüderlichkeit”. Aber auch eine Notwendigkeit um das bereits Geschaffene, wir nennen es “Wohlstand”, zu erhalten. In einem anderen Kontext, würde genau das selbe Verhalten als “Jammern auf höchstem Niveau” bezeichnet. Wir sehen also die Ambivalenz an der ganzen Geschichte. Und davon kann sich keiner ausnehmen.

Die Frage die sich stellt ist, warum sie überhaupt als so systemrelevant eingestuft werden. Was macht dieses System angeblich so wichtig.
Hier tritt eine kollektive Zukunftsangst auf den Plan. Sie wird zusätzlich auch noch gezielt forciert, denn der angebliche Verlust von Wohlstand ist ein Popanz der von den Herrschenden aufgebaut wurde, um Schichten gefügig zu halten, um ihnen wiederum weiter ein fettes (oder elitäres, mache nennen es gar “leistungsbezogenes”) Leben auf Basis einer braven Zuarbeit zu ermöglichen. Also nicht viel mehr als eine Angst vor Systeminstabilität und dem gleichzeitigen Verlust von liebgewonnenen Bequemlichkeiten, die für einige auch mit einem Machtverlust einhergehen, und plötzlich eine, von ihnen selbst bisher vielgepriesene Eigenverantwortung und Flexibilität abverlangen könnte.
Dabei spräche nichts dagegen ihnen ganz einfach zu sagen, dass sie das Jammern sein lassen können und besser mir anpacken sollten um ihre Krise zu bewältigen. Und dieser Appell richtet sich gerade nicht an die Schichten die es noch evtl. noch am ehesten nötig hätten, weil sie mit ihren “Einschränkungen” diese Wohlstandkrisen schultern.

Dabei müssen wir immer wieder feststellen, dass diese Art der Argumentation ein ständiger Kreislauf ist, der, wenn von uns vorgetragen, immer wieder auf uns selbst zurückfällt, solange wie es geht, und das geht solange, wie der Puffer ausreicht, der diese Krise abgrenzt zu einer echten, weil existenziellen Krise.

In diesem ganzen Komplex betritt nun aber auch noch das, was allgemein als die menschliche Psyche bezeichnet wird die Bühne. Sie lässt uns mittels des Prinzips Hoffnung nicht verzagen und verzweifeln, und uns mit den widrigsten Umständen arrangieren, und sie ist für das Machtgefüge nicht ungefährlich, macht sie doch diese merkwürdige “Systemrelevanz” letztendlich obsolet. So lässt eine ordentliche Portion an Hoffnung und Gelassenheit auch an eine positive Zukunft ohne Banken, Kapital und allem was dort mit dranhängt, bis hin zur totalen Überwachung und Kontrolle, glauben. Denn natürlich geht ein Leben auch ohne diesen schnöden Mammon weiter, und das auch noch in Zufriedenheit.
Wir sehen also: letztendlich ist diese Systemrelevanz im Kern die Angst vor Veränderungen. Eine Vielzahl von kleinen und großen vermeintlichen Bequemlichkeiten. Die Angst vor dem Verlust von Prestige und das Bedienen von Eitelkeiten. Existenziell ist diese Krise nicht, und doch muss jeder aufpassen, dass sie es für ihn nicht wird. Eine steigende Anzahl von Menschen wählt deswegen, in diesem Wahljahr 2009, auch das was allgemeinnhin als “links” bezeichnet wird. Und damit sind wir schon beim nächsten Thema, nämlich dem gezielten Aufbauschen von einer angeblichen Gefahr von Links, besonders aus den Kreisen, dessen Puffer bis zu einer persönlichen fundamentalen Krise weit über das hinausgeht was man als “angemessen” bezeichnen kann. Natürlich zieht da der eine den Anderen mit. So sind 2 Mio. jährlich an Boni lächerlich im Gegensatz zu 130 Mio. z.B., und bei diesem, ich nenn es mal Wettrennen fällt auch noch zweifellos genug ab um die ganzen Zuarbeiter und Lobbyistengruppen, ihre Familien, ihre Verwandten zu versorgen, und ihnen eine Art Mittelschichtsleben zu ermöglichen, und was noch wichtiger ist: um letztendlich von einem “funktionierendem System” zu sprechen. Aber wohl nicht mehr auf dem gewohnten Niveau, denn die Absenkung erfolgt auf breiter Front und durch jede Schicht hindurch.
In diesem Sinne bleibt mir nichts anderes als mir meiner eigenen Ambivalenz noch einmal richtig bewusst zu werden, schließend mit den Worten: “Naja, vielen ging es ohnehin lange viel zu gut….” :D

Ihre PolitikBasis.

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IFA 2009 – omg, wir werden zu Lemmingen!

gepostet von PolitikBasis am 5 - September - 2009- KOMMENTAR+

Ja, ihr habt richtig gelesen. Auch wir werden morgen, So. den 06.09.2009, diese alljährlichen Massenveranstaltung auf uns nehmen, uns durch die Menschenmassen schieben, die Geräuschkulisse wirken lassen, uns den manipulativen (Heils)Versprechungen der Unterhaltungsindustrie aussetzen, ungesundes Fast Food konsumieren, um euch dann natürlich anschliessend hier unsere Eindrücke, Erfahrungen und die Highlights exklusiv mitzuteilen!

Also, in Kürze hier mehr, stay tuned. :)

UPDATE!
Eindrücke, Erfahrungen und die Highlights zur IFA 2009 wie versprochen jetzt im Artikel:
Übel: Auf der IFA 2009 wieder angefixt! »

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Wahlkampfrauschen – nebenbei bemerkt

gepostet von PolitikBasis am 2 - September - 2009- KOMMENTAR+

Derzeit erlebt man, wenn man in der wirtschaftspolitischen Landschaft aufmerksam das Geschehen verfolgt, eine fast aufgeregte Schadensbegrenzung mittels Lippenbekenntnissen und Krokodilstränen.
Da spricht der DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann plötzlich von unanständigen Managerboni, (relativiert sie aber schnell wieder in dem er das Problem auf eine schwer fassbare Ethik abschiebt):

“Es gibt unanständig hohe Gehälter, Boni und Tantiemen”, sagte Driftmann Morgenpost Online. Trotzdem ist er gegen gesetzliche Regelungen, das sei ein “ethisches Problem”.

Quelle: DIHK-Präsident nennt Managerboni “unanständig” »

2 Seiten weiter, bildlichgesprochen, möchte der Ex- Arcandor Chef Karl-Gerhard Eick medienwirksam bis zu fünf Millionen Euro seiner 15.Mio. EUR Abfindung spenden. Der Leser wird aber über die genaue Höhe im Dunkeln gelassen. So steht das “bis zu” für eine Größe zwischen 0.01 EUR und 5.Mio. EUR:

Der Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will bis zu einem Drittel seiner Abfindung spenden.Der Chef des insolventen Arcandor-Konzerns will bis zu einem Drittel seiner Abfindung spenden. Das wären bis zu fünf Millionen Euro. Das Geld soll den Mitarbeitern des insolventen Unternehmens zugute kommen und soziale Härten abfedern.

Quelle: Ex-Arcandor-Chef spendet bis zu fünf Millionen »

Wobei das zu “Gute kommen” auch wieder ein äusserst dehnbarer Begriff ist. So kann eine Investition in den weiteren Ausbau von Niedriglöhnen und Zeitarbeitsfirmen, oder die Übernahme eines Aufsichtsratsposten dort, auch schon unter: “den Arbeitnehmern zu Gute kommend” gewichtet werden. ;).

Doch brauchen wir uns nichts vorzumachen. Die jüngsten Landtagswahlen (Sachsen, Thüringen, Saarland) zeigen einen Ruck der durch Deutschland geht, und einer Wirtschaft, die oberhalb des Mittelstandes angesiedelt ist und reichlich Verbindungen in die Politik hat, um Gesetze zu ihren Gunsten zu beeinflussen, ein flaues Gefühl beschehren dürfte.

Schadensbegrenzung mittels opportunistischem Gerede. Davor schien für diese Kreise aber alles nach ihrem Gusto zu laufen, so daß dieses ganze Getue wohl einfach jetzt eher unter Wahlkampfrauschen zu verbuchen ist.

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Geflügelte Worte zu Demokratie, Wahlen, Staat, Gesellschaft

gepostet von PolitikBasis am 30 - August - 2009- KOMMENTAR+

Der Wahlkampf 2009 nimmt immer groteskere Züge an. CDU/CSU & FDP ergeben sich im plumpen, planlosen Parteienbashing. Die Presse versucht mit kleinen unterschwelligen Botschaften das Ruder an sich zu reißen, da die Werbeeinnahmen der vom Steuerzahler “geretteten” Unternehmen für sie auf dem Spiel stehen.
Die Stillhalteabkommen laufen zwar noch bis nach der Wahl:

Die deutsche Industrie will Stellen im großem Umfang streichen – sobald die Bundestagswahl vorüber ist. Dann läuft das Stillhalteabkommen mit Berlin aus.

Quelle FTD: Kahlschlag kommt nach der Wahl »

Doch niemand weiß ob die Bürger nicht auch hinter diese Wahlkampf-Finte kommen.

Da ist es an der Zeit, daß wenigstens einer den Überblick behält! Politikbasis steuert deshalb an dieser Stelle einfach ein paar besinnliche Zitate zu Demokratie, Wahlen, Staat und Gesellschaft bei.
Von keinem Geringeren als dem “Father of Spin” Edward L. Bernays, Neffe von Sigmund Freud und PR-Ikone stammen die folgenden sensiblen Zitate.

Lesen und träumen Sie! :D

  • » Wenn wir den Mechanismus und die Motive des Gruppen-Denkens verstehen, ist es jetzt möglich die Massen, ohne deren Wissen, nach unserem Willen zu kontrollieren und zu steuern. «
  • » Wir handeln nicht mit Bildern, sondern mit der Realität. «
  • » Demokratie ist zu gut für das Volk; man muß ihnen sagen, was sie denken sollen, weil sie von sich aus nicht zu rationalem Denken fähig sind. «
  • » Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. «

Einen schönen Sonntag noch! :)
Ihre PolitikBasis.

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Gekaufte Doktortitel – Wo ist das Thema hin?

gepostet von PolitikBasis am 28 - August - 2009- 1 KOMMENTAR

Nanu, das ging aber schnell: kaum ist das Thema um den Verdacht auf verschacherte Doktortitel in die Medien geraten, schon ist es wieder daraus verschwunden. :). Äußerst merkwürdig!

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen rund hundert Hochschullehrer eingeleitet. Ein Sprecher bestätigte Medienberichte, wonach die Professoren ungeeignete Kandidaten als Doktoranden angenommen haben sollen – und sich ihre Nachsicht offenbar teuer bezahlen ließen.

Quelle: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen hundert Professoren »

Mehr zum Thema auch auf der SZ: Magna cum money

Dabei wirft das doch ein paar ganz essentielle Fragen auf. Wir können ja leider davon ausgehen, dass es sich nur um die Spitze eines Eisberges handelt, auch wenn uns wieder erklärt werden wird, daß es nur wieder ein paar “Schwarze Schafe” sind. Doch ein paar “Schwarze Schafe” in jedem gesellschaftlichem Segment, machen auch eine Herde, und bringen letztendlich eine komplette Gesellschaft ins Wanken.

So sollen die Krankenkassenbeiträge und Arzthonorare stetig steigen, während die erbrachten Leistungen aber sinken. So ist das Risiko für den Patienten, mit dieser neuen Kenntnis erhöht (worden), an Ärzte und Doktoren zu geraten, die eventuell gar keine sein dürfen. Für diese Sicherheit bezahlt er aber, oder fällt das nun auch unter den äußerst dehnbaren Begriff der “Eigenverantwortung” ;). Schwierig zu rechtfertigen die steigenden Kosten dann, nicht wahr!?

Professoren und Doktoren die keine sind, ist schon ein anderes Kaliber, als Politiker die Unwahrheiten verbreiten. Denn die Abhängigkeit der Patienten, und anderer Ratsuchender ist meist von einer besonderen Dringlichkeit geprägt, die weit über ein mögliches, überzogenes Anspruchsdenken hinausgeht, das man ihnen vorwerfen könnte.

So verliert nun auch die Wissenschaft hier ein Stück mehr ihrer Jungfräulichkeit und Unabhängigkeit, und der dringend benötigten Seriösität, die sie noch abgrenzte, zu der allgemein steigenden gesellschaftlichen Aufweichung der moralischer Sitten. Oder auch anders gesagt: Die Wissenschaft unterliegt den schnöden Reizen des Kapitals, und damit auch dem allgemeinen Verfall.
Mit ihnen gehen dann die letzten echten, vertrauensvollen Eliten und Leistungsträger.

Na dann gute Besserung!

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Tschüss Hertie

gepostet von PolitikBasis am 18 - August - 2009- KOMMENTAR+

Auffallend still ist es in den Medien, wenn es um die, den Wahlprognosen weniger zuträglichen Meldungen geht. Immerhin ist bei Hertie jüngst wieder ein beträchtlicher Teil der Mittelschicht weggebrochen: Rund 4500 ehemalige Angestellte bereiten sich auf ihren Aufschwung und ihr kommendes Wachstum vor.

Presse und Medien plärren aber lieber populistisch vom Sinngemäßen: “Raubzug der Wenigverdiener” wenn es um die Auflösung der Mittelschicht geht:

Diese Wenigverdiener sind es nämlich, die das Gemeinwesen mit ihren Wohlstands- und Versorgungserwartungen in den Bankrott treiben. Mittlerweile sind es so viele, dass keine große Partei mehr an Ihnen vorbei kommt, wenn sie Wahlen gewinnen will.

Welt Online: Der staatliche Raubzug gegen die Mittelschicht »

Dabei sind es doch die vielen kleinen und großen Investoren die Dawnay Day angehören, welche leistungsloses Einkommen, respektive Wohlstands- und Versorgungserwartungen, rein aus Kapital generiert haben wollen.

Tatsächlich zeichnete sich seit dem Einstieg des Investors eine Spirale nach unten ab. 2006 machte Hertie ein Minus von 33 Millionen Euro. 2007 waren es wiederum 30 Millionen Euro bei schrumpfenden Umsätzen und einem Eigenkapital von angeblich nicht mal zehn Millionen.

Ja, auch du lieber Leser trägst deine Mit-Schuld an dieser Sache, wolltest du nicht auch irgendwann mal, in irgendeiner Form leistungsloses Einkommen beziehen?

Man könnte natürlich auch erklären, dass die Investoren so vorgehen mussten, weil sich der Kreis in dem Moment schließt, wenn die (etwaigen) Steuern des “Krake Staat“, auf diesen Erlös, an die Wenigverdiener verteilt werden. Da ist zwar etwas dran, nur logisch und konsequent zu Ende gedacht klingt das nicht, weil diese Wenigverdiener ja wiederum für andere Investoren und Institutionen Gewinne generieren, zumal sie, als letztes Glied in der Kette, rein der Ausbeutung dienen.

Was wäre also, wenn nicht verteilt werden würde? Andere Lobbygruppen würden wieder das große (mediale) Zähneklappern kriegen, wenn sie merken, daß der Binnenmarkt noch mehr einbricht, weil noch weniger konsumiert würde. Wobei die Frage ist, ob diese Lobbygruppen, die aus der bröselnden Mittelschicht bestehen, mächtig genug sind sich auf Dauer durchzusetzen. Vorausgesetzt sie erkenne überhaupt die Situation in der sie sich befinden. Zweifelhaft: So wird ein Herr Hundt auch weiterhin Lohnverzicht fordern, und damit die Abwärtsspirale nach untern vorantreiben.
Und jetzt kann man den Sack zu machen und die Antwort geben: Die Mittelschicht schrumpft, weil sie nicht mächtig genug ist, gerade weil sie ihre Situation nicht richtig einschätzt.

So gibt es den Weg vorgezeichnet: die Mittelschicht siedelt sich in der Unterschicht an, und der Begriff wird, von Politik und globalen Unternehmen, über die Medien, auf dem abgesenkten Level neu definiert: “Mittelschicht” – auf Niveau der Unterschicht.

Das macht aber nichts, und lässt genug Raum für Hoffnung selbst bei widrigsten Umständen eine positives Grundstimmung zu bekommen:

So werden sich kommende Generationen kaum vorstellen können, daß ein ehemaliger  Bevölkerungsdurchschnitt finanzielle Mittel mit einem 40 h (Lohn)Arbeitsplatz erwirtschaftete, von dem z.B.: Wohneigentum, und Grund und Boden erworben werden-, eine Familie ernährt-,  und auf einen Ruhestand-,  genannt Rente, hingearbeitet werden konnte.

Der Mehrheit in der Zukunft wird es aber nicht so vorkommen, als ob ihnen an etwas mangelt, nur der Weg dorthin kommt uns in der Gegenwart als Abstieg vor. Im Ergebnis wird der Mensch seine Zufriedenheit im Arrangement mit den Gegebenheiten finden. Ja: das ist der Stoff aus dem “der Markt” ist.

Politik spekuliert darauf, und ihre primäre Aufgabe ist den Niedergang nett zu verpacken, und die Menschen (die Mittelschicht) sanft nach unten zu begleiten.

Dass das kein Leistung ist, im Sinne von: “wir haben ein System (geschaffen) dass tatsächlich Wachstum und Wohlstand (durch *LohnArbeit) generiert” muß natürlich immer wieder verschleiert werden, weswegen dem Bürger Politik mit seinen Worthülsen immer so merkwürdig verlogen und nicht stimmig vorkommt. Denn das ominöse Wachstum kommt ja nur durch des Bürgers eigene, ständig steigende Einschränkung, wie wir speziell an den kommenden Generationen sehen (werden).

capire?

Tschüss Hertie.
Ihre PolitikBasis.

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