PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die ‘Nachrichten’ Kategorie

Griechenland – Europas Schmuddelkind

gepostet von PolitikBasis am 21 - Januar - 2010- 2 KOMMENTARE

Der neueste Sündenbock der EU der, dem deutschen Bürger aufgetischt wird, lautet Griechenland.
Auf einmal stößt selbsternannten Wirtschaftswissenschaftlern und Experten, die riesige Staatsverschuldung sauer auf. Nur vorher hat es sie nicht interessiert. Durchaus im Sinne aller EU-Partner, und sogar mit den selben Werkzeugen wie sie auch andere Staaten benutzen, hat sich Griechenland vor dieser Finanzkrise verhalten: Staatsausgaben auf Pump, Umverteilung von unten nach oben, Tricksereien in Statistiken, Beschönigungen, und eine Propagandamaschinerie, die berechtigte Kritik am Vorgehen der griechischen Regierung nicht zuließ. Und wenn, dann wurde sie in einem politischen Pseudokampf, irgendwo zwischen Links/Rechts und einer Mitte versenkt:

Die riesige Staatsverschuldung Griechenlands, aber auch die großen Defizite in Italien und Portugal setzen den Euro unter Druck. Noch nie gab es innerhalb einer gemeinsamen Währungszone solch krasse Unterschiede. Experten beginnen, an der Konstruktion der Gemeinschaftswährung zu zweifeln.

WeltOnline: Euro im Abwärtssog der griechischen Tragödie »

Die Verantwortung wird auch beim Thema der Staatsverschuldung Griechenlands plötzlich auf alle Bürger abgewälzt, doch dabei sind die schon lange mindestens genauso angep**st bezüglich ihre Entscheidungsträger, wie die Leute hier von ihren. Käuflich sind sie hüben wie drüben. Wenn es gut läuft und die erzeugten Blasen nicht sofort platzen, erzählt eine kleine Gruppe über ihre Massenmedien vom Sieg des Kapitalismus, und einem Neoliberalismus als die geistige Voraussetzung dafür. Doch ist das Kind in den Brunnen gefallen, sind plötzlich alle gefangen in einer Art solidarischem Sozialismus, der mit dem simplen Wort z.B. “Griechenland” alle in Haftung nimmt.

Jetzt mit dem Finger auf EU-Partner zu zeigen, offenbart nur die charakterliche Defizite dieser Personenkreise und ist mehr als verlogen.

Schuld trifft mit Sicherheit da nicht den Bürger, sondern wieder eine kleine Gruppe politisch/wirtschaftlicher Entscheidungsträger, die sich nur wieder hinter dem, was gemeinhin als Gesellschaft verstanden wird, versteckt.
Auf den selben tönernen Füßen steht auch die Berichterstattung hier, die den Menschen zum Zwecke des “Teilen und Herrschens” von einer Schuld der Gemeinschaft Griechenlands überzeugen will.

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Omnipräsenz: Jack Wolfskin & The North Face

gepostet von PolitikBasis am 18 - Januar - 2010- 1 KOMMENTAR

wolfskin_logoJa, ich bekenne mich zur Ablehnung von Jack Wolfskin und The North Face!

- Werft mich in Ketten, werft mich in den Kerker! -

Ich weiß, Freunde werde ich mir damit nicht machen, doch der Drang mich nicht einreihen lassen zu wollen ist stärker. Anscheinend widerstehe ich damit einem Trend, der große Teile der Bevölkerung erfasst hat. Wie fremdgesteuert scheinen diese armen verwirrten Menschen, und in in Massen treten sie auf: In der U-Bahn, auf der Straße, im Café. Keinen Blick kann man wenden, kein Auge riskieren, ohne an dem Logo eines Jack Wolfskin oder eines North Face hängenzubleiben. Furchtbar. Frei nach dem Motto: Wir sind zwar alles totale Individualisten, erkennen uns aber an unseren Uniformen, präsentieren die Träger stolz, dass sie einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppierung angehören – wollen?
Doch zeigen sie damit nicht noch mehr?

Ist diese schiere Überpräsenz nicht eher schon ein Grund von diesen Herstellern nicht zu kaufen.
Denn: möchte ich so sein wie die anderen, das selbe tragen, mich kategorisieren lassen in eine bestimmte Konsumentenschicht? Definitiv nicht!
Mag sein das die Qualität gut ist, aber muss ich mich deswegen zur wandelnden Litfaßsäule machen, und mit dem Erwerb allen anderen zeigen, dass ich ein Lappen bin, der einem simplen Gruppenzwang, bzw. einer Gruppendynamik erlegen ist, und auch ansonsten leicht manipulierbar? Das ist ja fast schon gefährlich! (des nächtens. z.B., oder wenn es um eine politische Entscheidungsfähigkeit geht.)

Ich sage NEIN!
Geht dieser Hype anderen ähnlich gegen den Strich, oder bin ich nur ein einsamer Rufer in der Wüste!?

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Nur echte Sozialromantiker schreien “Krise”

gepostet von PolitikBasis am 11 - Januar - 2010- 1 KOMMENTAR

Die Medien verdrehen mal wieder die Wahrnehmung, und erklären in so manchem neuen Artikel alles zur “Sozialromantik”, nur nicht das soziale und solidarische Einstehen aller, für die Finanzmarktkrise. Diese merkwürdige Logik offenbart sich immer wieder bei solchen oder ähnlichen Artikeln:

WeltOnline: Die Hartz-IV-Sozialromantiker sind gefährlich »

Der Satz, wer länger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, soll mehr bekommen, klingt überzeugend. Auch Verbesserungen für Kinder und Alleinerziehende sind populär. Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es die Arbeitslosen ruhigstellt, anstatt sie zu aktivieren.

Was aber ist die exorbitante Stützung der Finanzmärkte anderes, als der Wunsch eines weiterhin möglichst friedlichen, gesellschaftlichen Zusammenlebens? Sozialromantik!

Das, was der Finanzwirtschaft widerfahren ist, hätte demnach gar nicht das Prädikat Krise bekommen brauchen, sondern könnte ebensogut “Herausforderung” oder “Justierung” heißen. Wem nutzt es also, von “Krise” zu sprechen:

Den Begriff Krise nehmen doch vornehmlich diejenigen in den Mund, die ahnen, dass die Chance auf ein süßes, luxuriöses Leben ohne Arbeit, auf Kosten anderer, für sie nicht mehr unbedingt gewährleistet ist.
Allgemein von (Welt)Krise zu sprechen aktiviert nun mal ganz nebenbei den sozialen Kern des Einzelnen. Auf einmal sollen alle mitverantwortlich sein, um aus der “Krise” herauszukommen.

Nur: Niedriglöhner, Arbeitslose, und auch der normale Mensch von der Strasse, kommt doch nur auf die Idee von Krise zu sprechen, weil Medien und Politik sie im Gleichklang zu dem erklären.

Sie könnten auch ohne Banken leben, ohne diese Regierung, und sogar ohne diesen Staat. Das Schreckgespenst, dass alles um die Ohren fliegen könnte, wenn dieses Finanzsystem nicht gestützt werden würde, kommt doch gerade von unflexiblen “Sozialromantikern”, die es sich eingerichtet haben im Sozialgefüge der einzelnen Staaten und auf Kosten derer leben. Damit sich das nicht ändert schreien sie Krise, um an die Mittel zu kommen weiterzumachen.

Die Aktivierung, wie es im Artikel so vollmundig heißt, stoppt anscheinend ganz plötzlich bei denjenigen, die nicht bereit sind ihren Anteil an Einschränkungen ihrer Lebensweise zu übernehmen, und auch damit ihren Teil der Verantwortung.

Denn auch ein verfilztes Finanzsystem gehört aktiviert und nicht mit Steuergeldern ruhig gestellt! Der größte Fehler war es, es zu stützen, denn die Folgen sind letztendlich noch unsozialer, als wenn man es hätte vor die Hunde gehen lassen.

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Die Angst geht um bei konservativen Anhängerschaften, der derzeitigen Politik, und dem momentanen Wirtschaftsfaschismus. Gepaart mit der gehörigen Portion Aggressivität, wie sie nur Menschen die lange genug verdrängt, und nun mit der bitteren Realität konfrontiert werden, aufbringen können, kommentieren sie die Geschehnisse in Berlin, Hamburg und Athen, und überall dort, wo kleine und große Gruppe – ganz in Eigenverantwortung – ihr Schicksal nicht weiter in den Händen selbsternannter Eliten und Leistungsträgern sehen möchten. Nun fangen sie an sich zu wehren, gegen verordnete Armut, Niedrigstlöhne, Gängeleien und wachsende Kontrollen:

Attacken in der Nacht: In Hamburg und Berlin haben Unbekannte Anschläge auf Gebäude und Fahrzeuge von Polizei, Zoll und Bundeskriminalamt (BKA) verübt. Mehrere Streifenwagen gingen in Flammen auf. Der Staatsschutz ermittelt.

SPON: Vermummte greifen Polizei, Zoll und BKA an »

Brennende Barrikaden, Tränengas, Szenen wie beim Nahkampf: Ein Jahr nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist die griechische Hauptstadt Athen von neuen Krawallen erschüttert worden. Zuvor hatten Tausende Menschen friedlich des toten Schülers gedacht.

SPON: Polizei und Autonome liefern sich Straßenschlachten »

Doch was machen diese Besitzstandswahrer, die sich als selbst als werterhaltend und konservativ bezeichnen?
Nun, sie machen das, was sie schon immer am Besten konnten: Lamentieren, vom Einfall eines Linksextremismus fabulieren. Nordkorea, Kuba und der Zerfall der DDR-System vor sich hertragend, als das ewige argumentative Highlight, wenn es darum geht Änderungen am bestehenden maroden System einzufordern, und last but not least, die unangenehmen Arbeiten an Dritte weiterdelegieren. In diesen Fällen verstecken sie sich wieder einmal hinter der Polizei, die die Kastanien für sie aus dem Feuer holen soll. Nicht einmal das können sie allein.

Natürlich ist das gewaltbereite Vorgehen dieser Widerstandsgruppierungen immer auch zweifelhaft. Doch Moral ist hier, wie auch in der Wirtschaft generell fehl am Platz. Denn mag es kaum glauben: auch hier geht es schlicht um Wirtschaft, nämlich diejenige, die die Protagonisten jeden Tag im Überlebenskampf zwischen Perspektivlosigkeit und Resignation nach neuen Aus-Wegen suchen lässt.
Notfalls mit Gewalt. Denn wir brauchen uns nichts vorzumachen: Gewalt ist natürlich eine Lösung. Dieses Land ist nicht umsonst z.B. mit Afghanistan im Krieg wenn dadurch nicht auch eine Lösung erhofft würde.

Sowohl die nationalstaatliche wie europäische Politik ist lange schon gewarnt gewesen, doch sie weiß auch jetzt diese Geschehnisse zu nutzen, um alles, was nicht ihrer Ideologie folgt als Chaoten, Linke, Linksfaschisten, Rechte, oder anderweitig und mit anderen Wortschöpfungen zu diskreditieren.
Scheinheilig, natürlich: einerseits die Leute verarmen lassen und darauf pochen dass diese die Hintern hoch bekommen, aber gleichzeitig die Möglichkeiten und Freiheiten soweit beschneiden, dass ein wirtschaftlicher/gesellschaftlicher Aufstieg nicht möglich ist, und dann “Haltet den Dieb” zu rufen, ist mit nichts anderem zu bezeichnen.
Nun haben wir Menschen in unserer Gesellschaft, die mehr machen als alle unzufriedenen Jammerer und Greiner zusammen in diesem Land. Sie machen sich die Hände schmutzig für all diejenigen, die sich bisher darauf beschränkt haben ihren Unmut über “den Staat”, “die Steuern”, “die Politik” und “die Banken” mit Kommentaren in Foren kundzutun. Und wir von der PolitikBasis können uns da nicht einmal ausnehmen! Nein, bis zu einem gewissen Grad sind wir alle auch zur Solidarität verpflichtet. Alle, die sich, mehr oder weniger insgeheim, einen Ruck in ähnlicher Form erhofft und erwünscht haben, denn anders wird diese Gesellschaft die notwendigen tiefgreifenden Reformen für ein weiteres freiheitliches und friedliches Zusammenleben, mit staatlichen und wirtschaftlichen Faktoren im Schlepptau, nicht hinbekommen.

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Frau Merkel ist nicht meine Kanzlerin!

gepostet von PolitikBasis am 11 - November - 2009- 1 KOMMENTAR

merkel_nicht_kanzlerinDer öffentliche, politisch-wirtschaftliche Unmut bricht sich weiter Bahn. Die öffentliche Meinung, wie sie von den Medien propagiert wird, stimmen immer weniger mit der realen öffentlichen Meinung überein.
Als “unsere Kanzlerin” wird dort Frau Merkel zwar gerne bezeichnet, doch mit einer Stimme sprechen wir alle schon lange nicht mehr. Ihre Wiederwahl erfolgte mit dem Zudrücken aller Augen, wenn es darum geht noch so etwas wie breite Legitimation herzustellen.

18 000 000 Nichtwähler – für die Parteien CDU und CSU zusammen aber nur 14 500 000 Millionen Wähler » sprechen eine andere, deutliche Sprache.
So liegt es natürlich Nahe, sich generell von einer Politik zu distanzieren, die einen deutlichen Abwärtstrend hinsichtlich der allgemeinen Lebensqualität verzeichnet. Entgegnen aller Aufschwungsbekundungen. Die Spaltung der Gesellschaft, exorbitante Verschuldungen, die einerseits nie zurückgezahlt werden können, andererseits in der Gegenwart gerade für die unteren und mittleren Einkommen als Druckmittel für die Absenkung ihrer Einkommen dienen, sind weiterhin in der dunkelen Grauzone politischer Kriminalität durch das Mitwirken der Entscheidungsträger bei Bildungen mafiöser Strukturen zu verorten.

Die Schuld an einer Finanzkrise und den verfehlten politischen Entscheidungen, auf Grund von übertriebenen ideologischen Markthörigkeiten, sollte natürlich weiterhin auf möglichst viele Schultern verteilt werden, um das Vorgehen der Parteien auch in der Gegenwart und Zukunft im Volk zu legitimieren.
So der Wunsch der Parteien.

Aber eine Mitschuld möchten verständlicherweise immer weniger Menschen tragen. Thematisiert wurde die Frage der Schuld bereits in einem Artikel, hier auf der PolitikBasis: Wahlen – Durch die eigene Stimme zur Mittäterschaft »
So wundert es nicht, das eine stärker werdende APO Wege sucht Ihre Ablehnung kundzutun, und verständlicher Weise distanziert die sich auch von einer politischen Führung.

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Unter (Facebook): Merkel ist nicht meine Kanzlerin » kann nun ganz offen die zerrissene Bande zwischen Volk und den Machtinhabern demonstriert werden.
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Denn eine nicht von allen gewählte Volksvertreterin ist verständlicherweise nicht automatisch auch akzeptiert und respektiert, und kann so im Fahrwasser einer angeblichen Mehrheit auch Rückhalt für ihre Machenschaften erwarten.
Dabei drängt sie sich mit ihrer Politik, und ihren Parteien, mir schlicht auf, so dass auch mir nichts anderes übrig bleibt als mich zu distanzieren, und zu sagen: Frau Merkel ist nicht meine Kanzlerin!
Merkt euch das gefälligst für die Zukunft!

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Es geht wieder los in Deutschland

gepostet von PolitikBasis am 5 - November - 2009- 4 KOMMENTARE

arbeit_macht_freiEins vorweg, ich bin weiß Gott keiner der schnell die Nazikeule herauskramt, wegen jedem unbedachten Satz den Aufschrei eines Gutmenschentums hervorstößt, oder anderweitig das Thema rund um eine imaginäre deutsche “Schuld” am köcheln hält.

Nein, ich kann auch sagen, das Thema geht mir geradezu auf den Senkel. Doch komme ich nicht umhin in letzter Zeit verstärkt in der Berichterstattung, in der Presse und verschiedenen Äußerungen Parallelen zu erkennen.

Wesentlich interessanter aber als die Frage, ob diese Äusserungen gerechtfertigt sind, ist die Frage warum gerade jetzt, von wem sie kommen und wie sie wirken.

Der Ton wird rauer. 65 Jahre nach Nazideutschland und nur wenige Monate nach der neuerlichen Wirtschafts- und Finanzkrise werden Sündenböcke und Ablenkungsmanöver gestartet. “Unterschicht” ist jetzt das was die Juden zur Weimarer Zeit und bis ‘45 waren.

Buschkowskys letzte Äusserungen fallen jedenfalls in den Medien auf fruchtbaren Boden:

Heinz Buschkowsky hat recht mit seiner Kritik an der Familienpolitik. Denn anders als geplant, schafft das Elterngeld vor allem Gebäranreize in der Unterschicht. Von 100 Elterngeldbabys, die eigentlich alle von Karrierefrauen hätten kommen sollen, steuerten diese im Jahre 2007 gerade mal neun bei. Eine folgenschwere Entwicklung.

Quelle: Elterngeld – Fortpflanzungsprämie für Unterschicht »

Ist die Auswahl eines (besonderen) Sündenbocks systemimmanent für diese krisenanfällige Art eines Kapitalismus oder ist sie gar darauf gebaut?

Vorsätzlich ist es allemal. Nicht nur einen geldpolitischen Umgang mit einer Krise haben Ökonomen von 1929 gelernt, sondern anscheinend auch, dass eine ordentliche Priese Hetze und Spaltung ihre Alternativen verbreitert. Denn sollte es doch zum Komplettzusammenbruch der Weltwirtschaft kommen, lässt sich leicht das an Ressentiments abrufen, was gesät wurde.
Die Jahrzehnte der Krokodilstränen, das permanente Schuldgerede und das Gerede sowie die penetranten gekünstelten “Aufregungen” eines Zentralrats der Juden in Deutschland – war anscheinend nie mehr als eine heuchlerische Veranstaltung. Die hat nämlich Steuergelder verschlungen, an denen sich die Protagonisten des jetzigen Schmierentheaters gesund gestoßen haben.

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teens_2Unter Umständen liegen die Gralshüter der persönlichen Daten schlicht falsch, wenn sie von sensiblen Daten sprechen. Die juristischen Waffen der Bundesbehörden für den Datenschutz, im Kampf gegen Datenmissbrauch scheinen ohnehin stumpf, oder kommen gar nicht erst zum Einsatz, weil die Daten schon lange vorher auf irgendeine Weise erhoben wurden.

So ist der jüngste Fall des Datendiebstahls bei SchülerVZ auch weniger spektakulär als einem die Medien weiß machen möchten.

Im Internet kursiert eine Vielzahl an Datensätzen, die illegal aus SchülerVZ kopiert wurden. Dem Blog netzpolitik.org wurden nach eigenen Angaben mehr als eine Million davon zugespielt. Der Verzeichnis-Betreiber bemüht sich, den Schaden einzudämmen.

Quelle SPON: Datenpanne drängt SchülerVZ in die Defensive »

Etwas ganz anderes zeichnet sich ab:
Der vermeintlich allzu lockere Umgang, gerade bei jungen Menschen mit ihren Daten, hat nicht unbedingt etwas mit Unbekümmertheit oder Naivität zu tun, sondern zeigt auch die Möglichkeiten die eine Flucht nach vorne birgt. Denn gerade das vorsätzliche umfangreiche Veröffentlichen seiner Daten könnte auch Ausdruck einer neuen Art Gelassenheit sein, die den älteren Generationen eher fremd ist. Die bauscht nämlich das Thema ganz gewaltig auf, so dass gerade bei den jungen Leute entweder die bekannte Trotzhaltung einsetzt, oder eine Unbekümmertheit, die ‘den Alten’ ihre verkrusteten Denkweisen vorhält. Ein Ausdruck von Stärke also, und dem festen Glauben an die eigene Unverwundbarkeit wie ihn nur die Jugend hervorbringen kann.

So werden Informationen die jeder preisgibt, und wir sprechen hier vom 100sten Partybild, kulinarische Vorlieben und dem Geknutsche pubertierender Jugendlicher, auch mit zunehmenden Maße für den Normalbürger uninteressant, weil schlicht eine Übersättigung stattfindet. “Das macht doch jeder” ist dann jenes Credo, das irgendwann ein solches Vorgehen als eher langweilig und zur Normalität werden lässt. Und einen Namen und die Adresse von Personen zu haben ist nun wahrlich in etwa so besonders, als wen in einem Dorf einen sowieso jeder kennt. Denn das macht die Informationsgesellschaft in einer globalen Welt aus. Jeder kennt jeden. Nicht unähnlich dem gesellschaftlichen Zusammenleben wie es noch vor wenigen 100 Jahren stattfand, als die Leute noch vermehrt in Dörfern lebten.

Zeitenwende, die Maßtstäbe haben sich verändert. Entweder sind wir global oder nicht. Und wenn es wirklich zu Datenmissbrauch kommt, geschieht das eher im Namen einer kapitalistischen Hochfinanz, die sich auf Grundlage dieser Daten neue Einkommensmöglichkeiten und Strukturwege verschaffen will, und nicht weil AB in London den Namen und die Adresse von XY in Bangladesh hat. Die ist nämlich für den Normalbürger ziemlich uninteressant, ebenso wie das Argument, dass Daten von jungen Mädchen und Jungen zugänglich wären. Wer dahingehend aktiv werden wollte, könnte sich ebenso gut problemlos in seiner Nachbarschaft ans Werk machen und sich z.B. an die Schule stellen und so den Wohnort ermitteln, und sonst was. Und auf diese Idee sind diese Leute schon lange vorher gekommen.
Die Vehemenz mit der dieses Thema am köcheln gehalten wird ist auch generell heuchlerisch, denn mit den Daten verdienen mit Sicherheit auch jene Personenkreise, die laut auf die Gefahren hinweisen. Dabei sind diese Daten schon länger Bestandteil eines globalen Marktes, der Arbeitsplätze schafft, für Steuereinnahmen sorgt und den technischen Fortschritt ordentlich am laufen hält. Unumkehrbar die Entwicklung, und was bleibt ist entweder die Flucht nach vorne, oder in permanenter Angst vor Datenmissbrauch zu leben. Aber je mehr man daran festhält, desto größer wird sie, und so bleibt letztendlich auch ein Interesse an diesen Daten.

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Finanzdienstleister AWD gesteht schwere ‘Datenpanne’

gepostet von PolitikBasis am 16 - Oktober - 2009- KOMMENTAR+

Finanzdienstleister AWD gesteht schwere Datenpanne »

Beim Finanzdienstleister AWD sind offenbar zehntausende Kundendaten in falsche Hände gelangt. Wie der Hörfunksender NDR Info berichtet, wurden ihm 27.000 Datensätze zugespielt. Diese enthielten Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der Kunden.

Juckt das überhaupt noch jemanden?

awdEs ist doch wohl ziemlich offensichtlich, daß die schiere Anhäufung solcher “Pannen” von diversen Marktteilnehmern (Unternehmen) dahingehend genutzt wird, vorsätzlich eine Realität zu schaffen, die das Gros der Bevölkerung im Grunde zwar noch ablehnt, aber durch die bereits geschaffenen Fakten, in Richtung gelenkt werden, die ihrem “Markt” zuträglich sind.

Der Datenmissbrauch ist ja unumkehrbar bereits, im Namen der Schaffung von (Lohn?)Arbeitsplätzen und des “freien Unternehmertums”, eingetreten, und erhält so bis zu einem Gewissen Grad seine Legitimation.

Bemerken lässt sich das an den Bezeichnungen “Datenpanne”, als wenn ein unausweichliches, tragisches Unglück höherer Gewalt über den Bürger gekommen wäre. Dabei handelt es sich schlicht um einen betrügerischen Akt, der zwar als Kavaliersdelikt angesehen wird, weil dieser Datenklau den Betroffenen nicht unmittelbar schadet, doch aber die Zukunft dahingehend ändert weiter am gläsernen Menschen zu werkeln.

“Ist ja alles nicht so schlimm” mag der eine oder andere ausrufen (Sekunde 35 im Film!). Dahinter steckt aber auch einiges an reiner Bequemlichkeit.

Die Zukunft des marktwirtschaftlichen System, also begründet sich nicht etwa darauf dem Menschen etwas positives zu wollen, sondern ihn, im Namen eines Marktes, auf Grundlage betrügerischen Vorgehens, schlicht zu verwerten. Warum sollte daran Kritik und die Suche nach Alternativen links oder kommunistisch oder sozialistisch sein, wie eine lobbydurchseuchte Presse einen glauben zu machen versucht?

Die FDP möchte zwar scheinbar der Kämpfer an vorderster Front sein, wenn es um die Rechte der persönlichen Daten geht, während aber ihre Freunde aus der Wirtschaft, mit staatlichen Subvention, durch die Hintertür, an noch wesentlich sensiblere Daten kommen. Oder glaubt jemand diese ganzen “Datenpannen” würden irgendwie geahndet werden, oder irgendwelche andern Konsequenzen haben? Eher wird die gegessene Boulette der Angestellten thematisiert und politisiert, und die Gesellschaft mit erhobenem moraliensauren Zeigefinger, von oben herab daran erinnert, daß auch dies “Diebstahl” sei. Von “Panne” spricht da niemand.

Blind, weil zu sehr vom Marktglauben getrieben steuern wir also weiter, allen Versprechen irgendwelcher merkwürdigen, sich selbstbezeichnenden “Regierungsparteien” zum Trotz, auf die Aufhebung zu dem, was wir “Privatsphäre” nennen. Im Namen des “Marktes”.

Nein, es juckt immer weniger Menschen, und durch die Häufigkeit dieses Vorgehens von Unternehmen (Lidl,Telekom,Axel-Springer-Verlag) verhalten die sich ähnlich wie ein Schwarm Beutefische, in der das Risiko erwischt zu werden, durch die Anzahl der Mitschwimmer minimiert wird, was letztendlich die Chance erhöht, unbeschadet ihre Vorstellungen durchgesetzt zu bekommen.

Das Kind ist schon bereits in den Brunnen gefallen, und die Gesellschaft wird auch weiterhin zukünftig das Nachsehen haben, und den Werteverfall in mehr oder weniger intellektuellen Talkrunden beklagen dürfen, während die globalen Unternehmenskonglomerate ihre Daten zeitgleich auswerten, die sind nämlich schon längst weiterverkauft und schwirren nun hier und dort zugänglich herum.

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Sarrazins “Ehrlichkeit”

gepostet von PolitikBasis am 14 - Oktober - 2009- 2 KOMMENTARE

Eine Anmerkung rund um den Wirbel um Sarrazin:

Wenn hier im Lande so viele auf Sarrazins “Ehrlichkeit” anspielen, und sie sie für besonders bemerkenswert halten – so voll des Lobes wie viele derzeit sind, warum kann er euch dann nicht mal ganz ehrlich erzählen, wie das gierige Gewinnstreben von Banken und Anlegern, inklusive des eigenen Verhalten des Bürgers, die Finanzkrise auslöste und wieder eine auslösen wird, und euch mal ganz ehrlich erklären, dass dieses Zinssystem nur ein Knebel ist, um die Mehrheit gefügig zu halten, und Krisen auf diese Art systemimmanent sind, – und es damit ein Präkariat erst hervorbringt -, auf dem er immerzu herumreitet.

Ob Sarrazin es schafft “Ehrlichkeit” weit über die billige Effekthascherei durch simples Schüren von Ressentiments zu hieven!?

Sollte Thilo Sarrazin zurücktreten?

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Ergebnis »

Und wir wollen nun eins auch nicht vergessen: Sarrazin lebt doch gut auf Kosten des sowohl ausländischen, als auch des inländischen Präkariats. So, wie auch wir gut auf Kosten der ärmeren Bevölkerungen in der Welt leben, von Chinas Hungerlöhnen bis Indiens Kinderarbeit.
Das ist auch ehrlich und die Wahrheit. Nur die wird er wohl nicht über seine Lippen bekommen.

Bei einem Horst Köhler der, wenn er vom Monster spricht, wird weggehört, darüber hinweg gegangen, ignoriert und verharmlost, quer durch die Bevölkerung; so, dass sich letztendlich ohnehin nur der Eindruck bestätigt, dass die meisten “die Wahrheit” doch gar nicht ertragen können.

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