PolitikBasis

Kommentarblog zu den Systemnachrichten

Archiv für die ‘Propaganda’ Kategorie

Griechenland – Europas Schmuddelkind

gepostet von PolitikBasis am 21 - Januar - 2010- 1 KOMMENTAR

Der neueste Sündenbock der EU der, dem deutschen Bürger aufgetischt wird, lautet Griechenland.
Auf einmal stößt selbsternannten Wirtschaftswissenschaftlern und Experten, die riesige Staatsverschuldung sauer auf. Nur vorher hat es sie nicht interessiert. Durchaus im Sinne aller EU-Partner, und sogar mit den selben Werkzeugen wie sie auch andere Staaten benutzen, hat sich Griechenland vor dieser Finanzkrise verhalten: Staatsausgaben auf Pump, Umverteilung von unten nach oben, Tricksereien in Statistiken, Beschönigungen, und eine Propagandamaschinerie, die berechtigte Kritik am Vorgehen der griechischen Regierung nicht zuließ. Und wenn, dann wurde sie in einem politischen Pseudokampf, irgendwo zwischen Links/Rechts und einer Mitte versenkt:

Die riesige Staatsverschuldung Griechenlands, aber auch die großen Defizite in Italien und Portugal setzen den Euro unter Druck. Noch nie gab es innerhalb einer gemeinsamen Währungszone solch krasse Unterschiede. Experten beginnen, an der Konstruktion der Gemeinschaftswährung zu zweifeln.

WeltOnline: Euro im Abwärtssog der griechischen Tragödie »

Die Verantwortung wird auch beim Thema der Staatsverschuldung Griechenlands plötzlich auf alle Bürger abgewälzt, doch dabei sind die schon lange mindestens genauso angep**st bezüglich ihre Entscheidungsträger, wie die Leute hier von ihren. Käuflich sind sie hüben wie drüben. Wenn es gut läuft und die erzeugten Blasen nicht sofort platzen, erzählt eine kleine Gruppe über ihre Massenmedien vom Sieg des Kapitalismus, und einem Neoliberalismus als die geistige Voraussetzung dafür. Doch ist das Kind in den Brunnen gefallen, sind plötzlich alle gefangen in einer Art solidarischem Sozialismus, der mit dem simplen Wort z.B. “Griechenland” alle in Haftung nimmt.

Jetzt mit dem Finger auf EU-Partner zu zeigen, offenbart nur die charakterliche Defizite dieser Personenkreise und ist mehr als verlogen.

Schuld trifft mit Sicherheit da nicht den Bürger, sondern wieder eine kleine Gruppe politisch/wirtschaftlicher Entscheidungsträger, die sich nur wieder hinter dem, was gemeinhin als Gesellschaft verstanden wird, versteckt.
Auf den selben tönernen Füßen steht auch die Berichterstattung hier, die den Menschen zum Zwecke des “Teilen und Herrschens” von einer Schuld der Gemeinschaft Griechenlands überzeugen will.

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Nur echte Sozialromantiker schreien “Krise”

gepostet von PolitikBasis am 11 - Januar - 2010- KOMMENTAR+

Die Medien verdrehen mal wieder die Wahrnehmung, und erklären in so manchem neuen Artikel alles zur “Sozialromantik”, nur nicht das soziale und solidarische Einstehen aller, für die Finanzmarktkrise. Diese merkwürdige Logik offenbart sich immer wieder bei solchen oder ähnlichen Artikeln:

WeltOnline: Die Hartz-IV-Sozialromantiker sind gefährlich »

Der Satz, wer länger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, soll mehr bekommen, klingt überzeugend. Auch Verbesserungen für Kinder und Alleinerziehende sind populär. Doch vieles, was sozial aussieht, hat höchst unsoziale Folgen, weil es die Arbeitslosen ruhigstellt, anstatt sie zu aktivieren.

Was aber ist die exorbitante Stützung der Finanzmärkte anderes, als der Wunsch eines weiterhin möglichst friedlichen, gesellschaftlichen Zusammenlebens? Sozialromantik!

Das, was der Finanzwirtschaft widerfahren ist, hätte demnach gar nicht das Prädikat Krise bekommen brauchen, sondern könnte ebensogut “Herausforderung” oder “Justierung” heißen. Wem nutzt es also, von “Krise” zu sprechen:

Den Begriff Krise nehmen doch vornehmlich diejenigen in den Mund, die ahnen, dass die Chance auf ein süßes, luxuriöses Leben ohne Arbeit, auf Kosten anderer, für sie nicht mehr unbedingt gewährleistet ist.
Allgemein von (Welt)Krise zu sprechen aktiviert nun mal ganz nebenbei den sozialen Kern des Einzelnen. Auf einmal sollen alle mitverantwortlich sein, um aus der “Krise” herauszukommen.

Nur: Niedriglöhner, Arbeitslose, und auch der normale Mensch von der Strasse, kommt doch nur auf die Idee von Krise zu sprechen, weil Medien und Politik sie im Gleichklang zu dem erklären.

Sie könnten auch ohne Banken leben, ohne diese Regierung, und sogar ohne diesen Staat. Das Schreckgespenst, dass alles um die Ohren fliegen könnte, wenn dieses Finanzsystem nicht gestützt werden würde, kommt doch gerade von unflexiblen “Sozialromantikern”, die es sich eingerichtet haben im Sozialgefüge der einzelnen Staaten und auf Kosten derer leben. Damit sich das nicht ändert schreien sie Krise, um an die Mittel zu kommen weiterzumachen.

Die Aktivierung, wie es im Artikel so vollmundig heißt, stoppt anscheinend ganz plötzlich bei denjenigen, die nicht bereit sind ihren Anteil an Einschränkungen ihrer Lebensweise zu übernehmen, und auch damit ihren Teil der Verantwortung.

Denn auch ein verfilztes Finanzsystem gehört aktiviert und nicht mit Steuergeldern ruhig gestellt! Der größte Fehler war es, es zu stützen, denn die Folgen sind letztendlich noch unsozialer, als wenn man es hätte vor die Hunde gehen lassen.

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Die Angst geht um bei konservativen Anhängerschaften, der derzeitigen Politik, und dem momentanen Wirtschaftsfaschismus. Gepaart mit der gehörigen Portion Aggressivität, wie sie nur Menschen die lange genug verdrängt, und nun mit der bitteren Realität konfrontiert werden, aufbringen können, kommentieren sie die Geschehnisse in Berlin, Hamburg und Athen, und überall dort, wo kleine und große Gruppe – ganz in Eigenverantwortung – ihr Schicksal nicht weiter in den Händen selbsternannter Eliten und Leistungsträgern sehen möchten. Nun fangen sie an sich zu wehren, gegen verordnete Armut, Niedrigstlöhne, Gängeleien und wachsende Kontrollen:

Attacken in der Nacht: In Hamburg und Berlin haben Unbekannte Anschläge auf Gebäude und Fahrzeuge von Polizei, Zoll und Bundeskriminalamt (BKA) verübt. Mehrere Streifenwagen gingen in Flammen auf. Der Staatsschutz ermittelt.

SPON: Vermummte greifen Polizei, Zoll und BKA an »

Brennende Barrikaden, Tränengas, Szenen wie beim Nahkampf: Ein Jahr nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel ist die griechische Hauptstadt Athen von neuen Krawallen erschüttert worden. Zuvor hatten Tausende Menschen friedlich des toten Schülers gedacht.

SPON: Polizei und Autonome liefern sich Straßenschlachten »

Doch was machen diese Besitzstandswahrer, die sich als selbst als werterhaltend und konservativ bezeichnen?
Nun, sie machen das, was sie schon immer am Besten konnten: Lamentieren, vom Einfall eines Linksextremismus fabulieren. Nordkorea, Kuba und der Zerfall der DDR-System vor sich hertragend, als das ewige argumentative Highlight, wenn es darum geht Änderungen am bestehenden maroden System einzufordern, und last but not least, die unangenehmen Arbeiten an Dritte weiterdelegieren. In diesen Fällen verstecken sie sich wieder einmal hinter der Polizei, die die Kastanien für sie aus dem Feuer holen soll. Nicht einmal das können sie allein.

Natürlich ist das gewaltbereite Vorgehen dieser Widerstandsgruppierungen immer auch zweifelhaft. Doch Moral ist hier, wie auch in der Wirtschaft generell fehl am Platz. Denn mag es kaum glauben: auch hier geht es schlicht um Wirtschaft, nämlich diejenige, die die Protagonisten jeden Tag im Überlebenskampf zwischen Perspektivlosigkeit und Resignation nach neuen Aus-Wegen suchen lässt.
Notfalls mit Gewalt. Denn wir brauchen uns nichts vorzumachen: Gewalt ist natürlich eine Lösung. Dieses Land ist nicht umsonst z.B. mit Afghanistan im Krieg wenn dadurch nicht auch eine Lösung erhofft würde.

Sowohl die nationalstaatliche wie europäische Politik ist lange schon gewarnt gewesen, doch sie weiß auch jetzt diese Geschehnisse zu nutzen, um alles, was nicht ihrer Ideologie folgt als Chaoten, Linke, Linksfaschisten, Rechte, oder anderweitig und mit anderen Wortschöpfungen zu diskreditieren.
Scheinheilig, natürlich: einerseits die Leute verarmen lassen und darauf pochen dass diese die Hintern hoch bekommen, aber gleichzeitig die Möglichkeiten und Freiheiten soweit beschneiden, dass ein wirtschaftlicher/gesellschaftlicher Aufstieg nicht möglich ist, und dann “Haltet den Dieb” zu rufen, ist mit nichts anderem zu bezeichnen.
Nun haben wir Menschen in unserer Gesellschaft, die mehr machen als alle unzufriedenen Jammerer und Greiner zusammen in diesem Land. Sie machen sich die Hände schmutzig für all diejenigen, die sich bisher darauf beschränkt haben ihren Unmut über “den Staat”, “die Steuern”, “die Politik” und “die Banken” mit Kommentaren in Foren kundzutun. Und wir von der PolitikBasis können uns da nicht einmal ausnehmen! Nein, bis zu einem gewissen Grad sind wir alle auch zur Solidarität verpflichtet. Alle, die sich, mehr oder weniger insgeheim, einen Ruck in ähnlicher Form erhofft und erwünscht haben, denn anders wird diese Gesellschaft die notwendigen tiefgreifenden Reformen für ein weiteres freiheitliches und friedliches Zusammenleben, mit staatlichen und wirtschaftlichen Faktoren im Schlepptau, nicht hinbekommen.

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Frau Merkel ist nicht meine Kanzlerin!

gepostet von PolitikBasis am 11 - November - 2009- 1 KOMMENTAR

merkel_nicht_kanzlerinDer öffentliche, politisch-wirtschaftliche Unmut bricht sich weiter Bahn. Die öffentliche Meinung, wie sie von den Medien propagiert wird, stimmen immer weniger mit der realen öffentlichen Meinung überein.
Als “unsere Kanzlerin” wird dort Frau Merkel zwar gerne bezeichnet, doch mit einer Stimme sprechen wir alle schon lange nicht mehr. Ihre Wiederwahl erfolgte mit dem Zudrücken aller Augen, wenn es darum geht noch so etwas wie breite Legitimation herzustellen.

18 000 000 Nichtwähler – für die Parteien CDU und CSU zusammen aber nur 14 500 000 Millionen Wähler » sprechen eine andere, deutliche Sprache.
So liegt es natürlich Nahe, sich generell von einer Politik zu distanzieren, die einen deutlichen Abwärtstrend hinsichtlich der allgemeinen Lebensqualität verzeichnet. Entgegnen aller Aufschwungsbekundungen. Die Spaltung der Gesellschaft, exorbitante Verschuldungen, die einerseits nie zurückgezahlt werden können, andererseits in der Gegenwart gerade für die unteren und mittleren Einkommen als Druckmittel für die Absenkung ihrer Einkommen dienen, sind weiterhin in der dunkelen Grauzone politischer Kriminalität durch das Mitwirken der Entscheidungsträger bei Bildungen mafiöser Strukturen zu verorten.

Die Schuld an einer Finanzkrise und den verfehlten politischen Entscheidungen, auf Grund von übertriebenen ideologischen Markthörigkeiten, sollte natürlich weiterhin auf möglichst viele Schultern verteilt werden, um das Vorgehen der Parteien auch in der Gegenwart und Zukunft im Volk zu legitimieren.
So der Wunsch der Parteien.

Aber eine Mitschuld möchten verständlicherweise immer weniger Menschen tragen. Thematisiert wurde die Frage der Schuld bereits in einem Artikel, hier auf der PolitikBasis: Wahlen – Durch die eigene Stimme zur Mittäterschaft »
So wundert es nicht, das eine stärker werdende APO Wege sucht Ihre Ablehnung kundzutun, und verständlicher Weise distanziert die sich auch von einer politischen Führung.

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Unter (Facebook): Merkel ist nicht meine Kanzlerin » kann nun ganz offen die zerrissene Bande zwischen Volk und den Machtinhabern demonstriert werden.
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Denn eine nicht von allen gewählte Volksvertreterin ist verständlicherweise nicht automatisch auch akzeptiert und respektiert, und kann so im Fahrwasser einer angeblichen Mehrheit auch Rückhalt für ihre Machenschaften erwarten.
Dabei drängt sie sich mit ihrer Politik, und ihren Parteien, mir schlicht auf, so dass auch mir nichts anderes übrig bleibt als mich zu distanzieren, und zu sagen: Frau Merkel ist nicht meine Kanzlerin!
Merkt euch das gefälligst für die Zukunft!

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Es geht wieder los in Deutschland

gepostet von PolitikBasis am 5 - November - 2009- 4 KOMMENTARE

arbeit_macht_freiEins vorweg, ich bin weiß Gott keiner der schnell die Nazikeule herauskramt, wegen jedem unbedachten Satz den Aufschrei eines Gutmenschentums hervorstößt, oder anderweitig das Thema rund um eine imaginäre deutsche “Schuld” am köcheln hält.

Nein, ich kann auch sagen, das Thema geht mir geradezu auf den Senkel. Doch komme ich nicht umhin in letzter Zeit verstärkt in der Berichterstattung, in der Presse und verschiedenen Äußerungen Parallelen zu erkennen.

Wesentlich interessanter aber als die Frage, ob diese Äusserungen gerechtfertigt sind, ist die Frage warum gerade jetzt, von wem sie kommen und wie sie wirken.

Der Ton wird rauer. 65 Jahre nach Nazideutschland und nur wenige Monate nach der neuerlichen Wirtschafts- und Finanzkrise werden Sündenböcke und Ablenkungsmanöver gestartet. “Unterschicht” ist jetzt das was die Juden zur Weimarer Zeit und bis ‘45 waren.

Buschkowskys letzte Äusserungen fallen jedenfalls in den Medien auf fruchtbaren Boden:

Heinz Buschkowsky hat recht mit seiner Kritik an der Familienpolitik. Denn anders als geplant, schafft das Elterngeld vor allem Gebäranreize in der Unterschicht. Von 100 Elterngeldbabys, die eigentlich alle von Karrierefrauen hätten kommen sollen, steuerten diese im Jahre 2007 gerade mal neun bei. Eine folgenschwere Entwicklung.

Quelle: Elterngeld – Fortpflanzungsprämie für Unterschicht »

Ist die Auswahl eines (besonderen) Sündenbocks systemimmanent für diese krisenanfällige Art eines Kapitalismus oder ist sie gar darauf gebaut?

Vorsätzlich ist es allemal. Nicht nur einen geldpolitischen Umgang mit einer Krise haben Ökonomen von 1929 gelernt, sondern anscheinend auch, dass eine ordentliche Priese Hetze und Spaltung ihre Alternativen verbreitert. Denn sollte es doch zum Komplettzusammenbruch der Weltwirtschaft kommen, lässt sich leicht das an Ressentiments abrufen, was gesät wurde.
Die Jahrzehnte der Krokodilstränen, das permanente Schuldgerede und das Gerede sowie die penetranten gekünstelten “Aufregungen” eines Zentralrats der Juden in Deutschland – war anscheinend nie mehr als eine heuchlerische Veranstaltung. Die hat nämlich Steuergelder verschlungen, an denen sich die Protagonisten des jetzigen Schmierentheaters gesund gestoßen haben.

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Finanzdienstleister AWD gesteht schwere ‘Datenpanne’

gepostet von PolitikBasis am 16 - Oktober - 2009- KOMMENTAR+

Finanzdienstleister AWD gesteht schwere Datenpanne »

Beim Finanzdienstleister AWD sind offenbar zehntausende Kundendaten in falsche Hände gelangt. Wie der Hörfunksender NDR Info berichtet, wurden ihm 27.000 Datensätze zugespielt. Diese enthielten Kundennummer, Adresse, Telefonnummer, Berufsbezeichnung, Geburtstag und die Vertragsabschlüsse der Kunden.

Juckt das überhaupt noch jemanden?

awdEs ist doch wohl ziemlich offensichtlich, daß die schiere Anhäufung solcher “Pannen” von diversen Marktteilnehmern (Unternehmen) dahingehend genutzt wird, vorsätzlich eine Realität zu schaffen, die das Gros der Bevölkerung im Grunde zwar noch ablehnt, aber durch die bereits geschaffenen Fakten, in Richtung gelenkt werden, die ihrem “Markt” zuträglich sind.

Der Datenmissbrauch ist ja unumkehrbar bereits, im Namen der Schaffung von (Lohn?)Arbeitsplätzen und des “freien Unternehmertums”, eingetreten, und erhält so bis zu einem Gewissen Grad seine Legitimation.

Bemerken lässt sich das an den Bezeichnungen “Datenpanne”, als wenn ein unausweichliches, tragisches Unglück höherer Gewalt über den Bürger gekommen wäre. Dabei handelt es sich schlicht um einen betrügerischen Akt, der zwar als Kavaliersdelikt angesehen wird, weil dieser Datenklau den Betroffenen nicht unmittelbar schadet, doch aber die Zukunft dahingehend ändert weiter am gläsernen Menschen zu werkeln.

“Ist ja alles nicht so schlimm” mag der eine oder andere ausrufen (Sekunde 35 im Film!). Dahinter steckt aber auch einiges an reiner Bequemlichkeit.

Die Zukunft des marktwirtschaftlichen System, also begründet sich nicht etwa darauf dem Menschen etwas positives zu wollen, sondern ihn, im Namen eines Marktes, auf Grundlage betrügerischen Vorgehens, schlicht zu verwerten. Warum sollte daran Kritik und die Suche nach Alternativen links oder kommunistisch oder sozialistisch sein, wie eine lobbydurchseuchte Presse einen glauben zu machen versucht?

Die FDP möchte zwar scheinbar der Kämpfer an vorderster Front sein, wenn es um die Rechte der persönlichen Daten geht, während aber ihre Freunde aus der Wirtschaft, mit staatlichen Subvention, durch die Hintertür, an noch wesentlich sensiblere Daten kommen. Oder glaubt jemand diese ganzen “Datenpannen” würden irgendwie geahndet werden, oder irgendwelche andern Konsequenzen haben? Eher wird die gegessene Boulette der Angestellten thematisiert und politisiert, und die Gesellschaft mit erhobenem moraliensauren Zeigefinger, von oben herab daran erinnert, daß auch dies “Diebstahl” sei. Von “Panne” spricht da niemand.

Blind, weil zu sehr vom Marktglauben getrieben steuern wir also weiter, allen Versprechen irgendwelcher merkwürdigen, sich selbstbezeichnenden “Regierungsparteien” zum Trotz, auf die Aufhebung zu dem, was wir “Privatsphäre” nennen. Im Namen des “Marktes”.

Nein, es juckt immer weniger Menschen, und durch die Häufigkeit dieses Vorgehens von Unternehmen (Lidl,Telekom,Axel-Springer-Verlag) verhalten die sich ähnlich wie ein Schwarm Beutefische, in der das Risiko erwischt zu werden, durch die Anzahl der Mitschwimmer minimiert wird, was letztendlich die Chance erhöht, unbeschadet ihre Vorstellungen durchgesetzt zu bekommen.

Das Kind ist schon bereits in den Brunnen gefallen, und die Gesellschaft wird auch weiterhin zukünftig das Nachsehen haben, und den Werteverfall in mehr oder weniger intellektuellen Talkrunden beklagen dürfen, während die globalen Unternehmenskonglomerate ihre Daten zeitgleich auswerten, die sind nämlich schon längst weiterverkauft und schwirren nun hier und dort zugänglich herum.

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Sarrazins “Ehrlichkeit”

gepostet von PolitikBasis am 14 - Oktober - 2009- 1 KOMMENTAR

Eine Anmerkung rund um den Wirbel um Sarrazin:

Wenn hier im Lande so viele auf Sarrazins “Ehrlichkeit” anspielen, und sie sie für besonders bemerkenswert halten – so voll des Lobes wie viele derzeit sind, warum kann er euch dann nicht mal ganz ehrlich erzählen, wie das gierige Gewinnstreben von Banken und Anlegern, inklusive des eigenen Verhalten des Bürgers, die Finanzkrise auslöste und wieder eine auslösen wird, und euch mal ganz ehrlich erklären, dass dieses Zinssystem nur ein Knebel ist, um die Mehrheit gefügig zu halten, und Krisen auf diese Art systemimmanent sind, – und es damit ein Präkariat erst hervorbringt -, auf dem er immerzu herumreitet.

Ob Sarrazin es schafft “Ehrlichkeit” weit über die billige Effekthascherei durch simples Schüren von Ressentiments zu hieven!?

Sollte Thilo Sarrazin zurücktreten?

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Ergebnis »

Und wir wollen nun eins auch nicht vergessen: Sarrazin lebt doch gut auf Kosten des sowohl ausländischen, als auch des inländischen Präkariats. So, wie auch wir gut auf Kosten der ärmeren Bevölkerungen in der Welt leben, von Chinas Hungerlöhnen bis Indiens Kinderarbeit.
Das ist auch ehrlich und die Wahrheit. Nur die wird er wohl nicht über seine Lippen bekommen.

Bei einem Horst Köhler der, wenn er vom Monster spricht, wird weggehört, darüber hinweg gegangen, ignoriert und verharmlost, quer durch die Bevölkerung; so, dass sich letztendlich ohnehin nur der Eindruck bestätigt, dass die meisten “die Wahrheit” doch gar nicht ertragen können.


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Schwarz-Gelb – Aufbruch oder weiter so?

gepostet von PolitikBasis am 5 - Oktober - 2009- KOMMENTAR+

dessert_roadDiese Frage stellt die Springerpresse, genau genommen: Welt-Online. Und ganz nüchtern und pragmatisch lässt sie sich auch beantworten, fern jeder Ideologie und völlig wertfrei.
Was glauben Sie wie die Antwort lautet in einer Welt, die von Lobbygruppen beherrscht wird, in denen globale Unternehmerschaften politische Entscheidungen beeinflussen, und in denen Banken als so systemrelevant eingestuft werden, daß sie Staaten, also Zusammenschlüsse von Menschen, mit “Schuld(en)” belasten um sie damit Druck auszusetzen, mit denen sie gesteuert und kontrolliert werden können?

Eine Woche nach ihrem Sieg bei der Bundestagswahl beginnen Union und FDP heute ihre Koalitionsverhandlungen. 27 Vertreter von CDU, CSU und FDP treffen sich in Berlin in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen. Während FDP-Chef Westerwelle auf einen Politikwechsel drängt, steht die Kanzlerin auf der Bremse.

Welt Online: Schwarz-Gelb – Aufbruch oder weiter so? »

Die Antwort auf diese Frage ist mit dem Hereinpumpen von Billionenbeträgen bereits gegeben worden. Eine Umkehr wurde nicht eingeplant. Eine Abkehr gibt es nur mit einem Systemreset.
Deswegen lautet die Antwort schlicht: Ein “weiter so” für diejenigen, die mit ihrem Kapital auf Kosten anderer leben (also auch wir), und ein weiteres Voranschreiten, genannt “Aufbruch” hin zur Leiharbeit, Niedriglöhnen und Altersarmut, für die Kapitalistenknechte, hier und in der ganzen Welt.
Wobei die Dritte Welt Länder es am ärgsten abbekommen. In der Hinsicht leben wir hier also noch recht gut, und können uns so, ehrlicherweise, als Schmarotzer an diesen Ländern bezeichnen.

Aber noch eine ganz andere Frage drängt sich auf:
Wem nutzt eigentlich dieses nun tendenziös eher negative Berichterstattung bezüglich der neuen Koalition, nachdem eben diese Springerpresse Schwarz-gelb im Wahlkampf präferierte, mit manipulativen Artikeln massiv bewarb, und die Wähler so zu beeinflussen versuchte?

Die CDU als der kommende Buhmann zeichnet sich ab. Sie übernimmt wohl nun zukünftig in den Medien die Rolle der ehemaligen koalitionstreuen SPD. Sie funktioniert als Blitzableiter sozusagen, und rückt somit nach “links”, was eine imaginäre Mitte nach “rechts” verschiebt, so daß wir uns gesellschaftlich noch weiter von einer sozialen Marktwirtschaft entfernen werden als wir zu glauben vermochten.

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dialogImmer wieder werden wir von der PolitikBasis gefragt, was unsere Vorschläge zur Verbesserung des Systems sind, und ob wir uns nicht zu stark auf das Kritisieren konzentrieren, ohne konkrete Vorschläge zu machen. Zu erwidern gibt es dann von unserer Seite oft einen recht einfachen Satz: “Politik beginnt im Kopf” – abgeleitet von dem “Veränderungen beginnen im Kopf”:
Wir tragen ihn besonders dann vor, wenn wir in politischen Gesprächen merken, daß unsere Gesprächspartner anfangen im starren linken und rechten Lagerdenken zu verharren und all das, was ihnen in Jahrzehnten an Argumentationsketten antrainiert wurde abzuspulen. Da ist wild von “den Roten” und “den Braunen” die Rede, mit dem Begriff “Kommunismus” wird herumhantiert und reichlich weiteren, an dern Haaren herbeigezogenen Vergleichen.
Von einem liberalem Geist ist dann dort meist nichts zu spüren.

Oft beginnen diese, zu einfältigen Monologen tendierenden Diskussionen rund um den Begriff “Schmarotzertum” und/oder HartzIV, und was man alles mit den Subjekten, die angeblich anderen permanent auf der Tasche liegen, so gerne machen würde. Das bereits damit der geistige Brandsatz für ein braunes Denken gelegt wurde, das nicht minder extrem ist, als das, was oftmals als “links” bezeichnet wird, wird mit einer ganzen Reihe anderer, argumentativer Ungereimtheiten ausgeblendet. Meist folgt nach diesem “Wunschzettel”, die von Arbeitslagern bis zu öffentlichen Prügelstrafen reichen ein großes relativierendes “ABER”, auf das ein ganzer Schwall von Ausnahmen herunter gespult wird, um deutlich zu machen, daß man doch nicht der Unmensch ist, den andere annehmen könnten zu sein. Die Ausnahmen reichen dann von alleinerziehenden Müttern, über die Personen die in HartzIV geraten, z.B.- nach 20 jähriger Berufstätigkeit, gesundheitlich Angeschlagene, und und und. Und wenn man dann fragt, wie viel denn dann noch überhaupt übrig bleiben, die nicht von diesen Ausnahmen betroffen wären, erntet man oftmals Schweigen. Das mag zwar in dem Moment recht wohltuend sein, zeigt aber auch gleichzeitig die Art Hilflosigkeit und die nur gering ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstreflektion, die sich durch das gesamte Gespräch zieht.

Lenkt man es anschließen auf die Generierung von Kapital durch Kapital, ist ein der folgende Satz, mit großer Wahrscheinlichkeit, einer der nächsten: “Sie liegen anderen aber nicht auf der Tasche”.

Das klingt beim ersten Hören ganz richtig, (so ein Satz könnte auch von der Bildzeitung kommen), aber die Generierung von Kapital, ohne reale Werte schaffende Arbeit ist auch wieder nur ein Motor für technische Innovationen und gesellschaftliche Veränderungen um teure, lohnintensive Arbeiten maschinell ausführen zu lassen, um: 1. äußerst produktiv zu sein, 2. um Kosten zu sparen, um 3. Rendite zu erwirtschaften um 4. von abhängiger Arbeit befreit, sein Dasein zu fristen, und evtuell: 5. ganz auf Arbeit zu verzichten. ;-)

Aha, spätetens hier schließt sich dann der Kreis, und das ganze mühsam aufgebaute Argumentationsgebäude stürzt in sich zusammen.

Denn, wenn man selbst nicht für seinen Lebensunterhalt arbeitet, es jemand anderes tun muß, scheint vielen so unmöglich einzugestehen.

Letztendlich bringt dieser Kreislauf also genau das hervor was unter dem großen Begriff “Schmarotzertum” bezeichnet werden kann. Das Argument andere durch Kapital arbeiten zu lassen, um es selbst nicht zu tun, ist anschließend nicht minder schwierig. Lässt sich dieser Begriff doch dann auch auf den Geldadel z.B. anwenden.

Was nun regelmäßig folgt, ist das wenig konsistente: “Aber um dieses Kapital anzuhäufen, dafür wurde (in der Vergangenheit) gearbeitet!”.
Nun, das wissen wir aber nicht, wir mutmaßen es höchstens. Es kann auch ebenso gut sein, daß es durch Unrecht erwirtschaftet wurde. Es ist sogar höchst wahrscheinlich. Auf dem Rücken anderer erwirtschaftet quasi. Die Geschichte zeigt immer wieder Beispiele, und sie reichen von der territorialen Vertreibung der Ureinwohner Amerikas, über das Sklavenhaltertum im römischen Reich, bis zur Zwangsarbeit im 3. Reich und vieles vieles mehr. Daran haben sich ganze Generationen gesund gestoßen. Sicherlich auch reichlich viele Teile unserer.

Ist man in dieser Art Gespräche nun an diesem Punkt angekommen, kommt man man unweigerlich auch auf das Thema “Erbschaften” zu sprechen, die wie selbstverständlich in unserem gesellschaftlichen Konsens die Weitergabe von Kapital auch an Nicht-Arbeitende vorsieht. Das ist zunächst ein völlig wertfreier Sachverhalt, der nun aber von unserem Gegenüber durch das Wort “Neid” abgestraft wird, und so eine unmoralischen Stempel bekommt. Dabei folgt es jener breit akzeptierten Logik, daß z.B. wer nicht arbeitet, auch nicht essen soll. Meist ist es das letzte argumentative Bollwerk in der recht geschlossenen Gedankenwelt. So hapern diese “Argumente” immer an den passenden Schlüssen, was wiederum dazu führt sich thematisch im Kreise zu drehen.

Argumentative Duchlässigkeit – Empathie wäre hier das passende Verhalten, was aber oftmals nicht möglich ist. Das einfache Nachplappern von irgendwelchen Meinungen, die als “Nachrichten” um z.B.: 20.15 Uhr verkauft werden, ohne über Zusammenhänge nachzudenken führt zu keinerlei Veränderung oder Verbesserung, sondern macht einen höchstens zum hörigen Vasallen.

Politik beginnt im Kopf und hat eher wenig mit festgefahrenen Denkstrukturen und ihrer vehementen Verteidigung zu tun.
Zielführender wäre eine flexible geistige Herangehensweise an politisch – gesellschaftliche Probleme ohne Lagerdenken. Das setzt aber voraus sich selbst auch als Nutznießer bestimmter Machtkonstellationen zu sehen – auch als “Schmarotzer” so man sich das eingestehen kann, und somit auch als Teil der Probleme wahrzunehmen. Wichtig wäre es allemal. Verzweifeln muß daran aber trotzdem niemand, denn dieses Eingeständnis führt zu einem freien, sehr liberalen Denken, das ohne argumentatives Versteckspiel, mit oftmals verqueren Verrenkungen, das eigene zweifelhafte Verhalten zu rechtfertigen versucht.

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